Bundesliga

Leitl: "Ich bin enttäuscht, dass wir solche Dinge herschenken"

Fürths Trainer hadert mit den defensiven Standards

Leitl: "Ich bin enttäuscht, dass wir solche Dinge herschenken"

"Standards gehören zur Defensive dazu": Fürths Trainer Stefan Leitl.

"Standards gehören zur Defensive dazu": Fürths Trainer Stefan Leitl. Getty Images

Die Unzufriedenheit nach der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC war allen Beteiligten mit dem Kleeblatt auf der Brust anzumerken. Immerhin hatte der Aufsteiger über weite Strecken mit Berlin mithalten können, lief mit 120 abgespulten Kilometern fünf mehr als der Gegner, war bissig in den Zweikämpfen, gewann 57 Prozent der Duelle und lag zwischenzeitlich sogar erstmals in dieser Runde mit 1:0 in Führung, als Branimir Hrgota einen berechtigten Foulelfmeter kühl versenkte (57.). Was folgte, war ein großes Aber.

"Ein Ausbruch wäre gekommen, wenn wir nicht vier Minuten später den Ausgleich bekommen hätten", haderte Fürths Trainer Stefan Leitl am "DAZN"-Mikrofon. "Man  hat gesehen, dass wir taktisch und läuferisch mithalten können. Es war ein Kampfspiel, was nicht anders zu erwarten war. Wir haben als Mannschaft viel investiert, sind aber durch einfache Gegentore auf die Verliererstraße gekommen. Hertha hat im letzten Drittel aber besser verteidigt als wir. Deswegen gewinnen sie."

SpVgg Greuther Fürth - Vereinsdaten
SpVgg Greuther Fürth

Gründungsdatum

23.09.1903

Vereinsfarben

Weiß-Grün

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Defensiv-Standards kosten Fürth die Punkte

Die Achillesferse in einer ansonsten recht stabilen Defensive waren die defensiven Standards der Spielvereinigung. "Dass man Standardsituationen so verteidigt, das geht überhaupt nicht", ärgerte sich Leitl hinterher. "Da brauchen wir uns nicht wundern, dass wir das Spiel aus der Hand geben."

Den Ausgleich kassierten die Mittelfranken nach einer Ecke. Rechtsverteidiger Marco Meyerhöfer verlor seinen Gegenspieler Jurgen Ekkelenkamp aus den Augen, der daraufhin freistehend aus sechs Metern zum 1:1 einköpfen konnte (61.). Und auch beim 1:2 ging ein Eckstoß voraus, bei dem Fürth keine gute Raumaufteilung im Sechezehner hatte. Hinzu kam dann auch noch eine ordentliche Portion Pech: Nach einer Flanke von Marco Richter wurde Kleeblatt-Innenverteidiger Maxi Bauer vom heranstürzenden Ekkelenkamp irritiert, schlug ein Luftloch und musste mit ansehen, wie der Ball von seinem Standbein abgelenkt zum 1:2 über die Linie trudelte (79.). 

Das geht überhaupt nicht.

Stefan Leitl

"Wir spielen hier in der Bundesliga und müssen 90, 95 Minuten im Spiel bleiben. Die einfachsten Situationen im Fußball sind Standards, weil ich die verteidigen kann. Ich muss mich nur auf Ball und Gegner konzentrieren. Ich bin ehrlich gesagt einfach enttäuscht, dass wir solche Dinge herschenken", war Leitl mit dem Abwehrverhalten seiner Spieler nicht einverstanden. "Zur Defensive gehören auch Standards, die man verteidigen muss. Wir müssen das deutlich besser machen und die Zweikämpfe in der Box annehmen."

Auch Hrgota schlug in dieselbe Kerbe. "Das muss sich ändern. Das sind die Kleinigheiten, die wir in der Bundesliga besser machen müssen. Standards sind sehr wichtig." Gleichzeitig nahm der Kapitän auch Unglücksrabe Bauer in Schutz: "Manchmal verschießen wir Stürmer die Chancen, heute wird Maxi angeschossen und es wird ein Eigentor. Wir müssen positiv mit ihm reden."

Hrgotas Schmerzen

Am Ende steht für Fürth die nächste unnötige Niederlage. "1:1 wäre ein faires Resultat gewesen. Sie hatten das Glück auf ihrer Seite", zog Hrgota ein schmerzhaftes Fazit. "Das tut uns weh, das hat man auch gesehen."

Einfacher werden die Aufgaben für die Spielvereinigung nicht: Am nächsten Freitag gastiert der FC Bayern München im Sportpark Ronhof. "Wir dürfen gegen Bayern diese Kleinigkeiten nicht abgeben. Wenn wir es trotzdem machen, dann wird es schwierig, denn sie spielen auf dem höchstem Level auf der Welt", warnt Hrgota verständlicherweise.

cru

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