2. Bundesliga

Leitl: "Es muss jedem klar sein, alles zu investieren"

Fürth: Ohne Bauer, aber mit "viel Optimismus" nach Kiel

Leitl: "Es muss jedem klar sein, alles zu investieren"

Greuther Fürths Trainer Stefan Leitl fährt optimistisch nach Kiel.

Greuther Fürths Trainer Stefan Leitl fährt optimistisch nach Kiel. imago images

Nach drei Unentschieden und einer Niederlage rangiert das Kleeblatt auf Rang 16. Vor dem Auswärtsspiel am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) beim Tabellenzweiten Holstein Kiel mahnte Trainer Stefan Leitl sein Team deshalb zu mehr Konsequenz - vor dem gegnerischen, aber auch vor dem eigenen Tor.

Leitl: "Wir waren insgesamt sehr enttäuscht"

Der Frust nach dem Heimspiel gegen den HSV am vergangenen Samstag saß tief bei Leitl und seinen Spielern. Wie schon zum Auftakt gegen Osnabrück und in Aue (jeweils 1:1) hatte Fürth auch den Favoriten aus Hamburg dominiert - bereits in Gleichzahl, erst recht in Überzahl nach der Roten Karte für Toni Leistner. Mit 1:0 gewonnen haben dennoch die Gäste, weil die Spielvereinigung es wieder einmal verpasste, sich für ihren spielerisch ansprechenden Vortrag zu belohnen. "Wir waren insgesamt sehr enttäuscht nach dem Spiel, weil die Jungs wissen, dass am Samstag deutlich mehr drin gewesen wäre", blickte Leitl auf der Pressekonferenz noch einmal zurück, ehe er den Blick endgültig nach vorne richtete: "Heute ist schon wieder Donnerstag, und es ist vorbei. Wir haben den Fokus auf das Spiel in Kiel."

Spielersteckbrief Berggreen
Berggreen

Berggreen Emil

Spielersteckbrief M. Bauer
M. Bauer

Bauer Maximilian

Trainersteckbrief Leitl
Leitl

Leitl Stefan

Berggreen zur Reha in Regensburg

Bei den bisher noch ungeschlagenen Störchen (drei Siege, ein Remis) wird der 43-Jährige auf drei Spieler verzichten müssen: Angreifer Robin Kehr, der bisher nur am 3. Spieltag beim 2:2 in Würzburg zu einem Kurzeinsatz kam, ist seit Wochenbeginn krank; dazu befindet sich Sommer-Neuzugang und Mittelstürmer Emil Berggreen, der vor seinem Wechsel nach Fürth bei Ex-Verein Twente Enschede wegen des Corona-bedingten Saisonabbruchs seit März keine richtige Trainingseinheit mehr hatte, seit diesem Donnerstag zur Reha in Regensburg, um sich dort noch intensiver auf sein Comeback vorzubereiten. Zudem fällt Youngster Maximilian Bauer wegen einer im HSV-Spiel zugezogenen Oberschenkelblessur aus. "Wir dachten, wir kriegen es über die Woche hin - leider ist uns das doch nicht gelungen", musste Leitl konstatieren. "Wir wollen kein Risiko eingehen, dass es eine noch größere Verletzung wird."

Bauers Ausfall schmerzt besonders

Der 20-jährige Innenverteidiger ist in dieser Saison Stammkraft und machte seine Sache nicht nur zuletzt gegen den HSV ordentlich (kicker-Note 2,5). Für ihn dürften Paul Jaeckel oder Abdourahmane Barry an die Seite von Mergim Mavraj rücken - oder sogar beide, sollte sich ihr Trainer wie in Aue und in Würzburg für eine Dreierkette in der Abwehr entscheiden.

Trotz der bisher geringen Punkteausbeute tritt Leitl die Reise in den hohen Norden dennoch mit "viel Optimismus und großer Freude" an. "Wir haben die Überzeugung und den Glauben, in Kiel bestehen zu können, wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen." Das schaffte seine Mannschaft bis auf die Partie in Würzburg bisher in jedem Spiel - sicherte sich dafür aber maximal einen Teilertrag.

Leitl: "Ein Punkt, an dem wir uns Gedanken machen müssen"

"Dieses Thema verfolgt uns jetzt schon die letzten Wochen", führte der gebürtige Münchner aus. "Wir spielen sehr gut, haben viele Chancen, verwerten diese aber nicht. Das ist ein Punkt, an dem wir uns Gedanken machen müssen."

Leitl hat sich seine bereits gemacht: "Wir brauchen an unserem Spiel nicht viel ändern, aber wir müssen die Momente eines Spiels besser erkennen und besser umsetzen." Was der Coach damit meint: "Wenn wir Phasen in einem Spiel haben wie zuletzt gegen Hamburg oder in Aue, wo wir sehr druckvoll sind, sehr viel Ballbesitz haben und sehr viele Aktionen im letzten Drittel starten, dann müssen wir einfach konsequent sein und versuchen, ein Tor zu erzielen."

Dieselbe Konsequenz verlangt Leitl von seiner Mannschaft auch gegen den Ball: "In den Phasen, in denen wir nicht im Ballbesitz sind oder selbst unter Druck kommen, muss jedem klar sein, alles zu investieren, um kein Gegentor zu bekommen."

Leitl will Defensive stabilisieren

Anders als Holstein, das in dieser Saison schon dreimal zu null spielte und mit nur einem Gegentor die beste Defensive der 2. Liga stellt, fing sich Fürth bisher in jeder Partie mindestens ein Gegentor. Um aus Kiel Zählbares mitzunehmen, setzt Leitl also nicht nur auf eine bessere Chancenverwertung, sondern auch auf eine stabile Defensive.

Leitl: "Es geht für uns darum, gefährlicher zu werden"

Vor allem vor den Umschaltaktionen der Störche warnt er: "Die müssen wir unter Kontrolle bringen. Sie spielen nach Ballgewinnen sehr zielstrebig nach vorne, nutzen die Räume sehr gut und haben eine sehr gute Präsenz in der Box. Da müssen wir aufpassen!" Und nach vorne selbst Akzente setzen. "Ich bin schon überzeugt, dass es viele Räume gibt, die uns die Kieler im Lauf des Spiels geben werden. Und wir haben die Qualität, diese Räume zu bespielen." Diesen Beweis lieferte seine Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf schon oft genug. Was dem Kleeblatt zumeist fehlte, um die Spiele erfolgreich für sich zu entscheiden, war die Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor. Das weiß auch Leitl: "Es geht für uns darum, im letzten Drittel gefährlicher zu werden. Wenn uns das gelingt, dann wird sind wir überzeugt, aus Kiel etwas mitzunehmen."

Fabian Istel

Die Trikots der Zweitligisten für die Saison 2020/21