Bundesliga

Leipziger Sportdirektor-Suche wird zur Posse

Absage an vermeintlichen Wunschkandidat

Leipziger Sportdirektor-Suche wird zur Posse

Kehrtwende bei der über einjährigen Suche nach einem neuen Sportdirektor: Oliver Mintzlaff.

Kehrtwende bei der über einjährigen Suche nach einem neuen Sportdirektor: Oliver Mintzlaff. IMAGO/motivio

In einem selbst ernannten "Saisonstart-Interview" auf der Klubwebsite erklärte Mintzlaff nun, dass man sich von der ursprünglichen Wunschlösung distanziert habe. "In den Wochen nach dem Pokalfinale haben wir dem Kandidaten, mit dem wir uns einig waren, aus den unterschiedlichsten Gründen abgesagt. Ein Grund dafür war, dass sich für uns zeitgleich überraschenderweise eine andere Tür geöffnet hat, die für uns eine extrem große Chance bedeutet", wird Mintzlaff zitiert: "Allerdings werden wir diesen besagten Sportdirektor leider noch nicht im Juli präsentieren können, sondern aus nachvollziehbaren Gründen erst nach dem Ende der aktuellen Transferperiode."

Der neue Sportdirektor wird also erst dann sein Amt antreten, wenn das eigentliche Kerngeschäft eines Sportdirektors getan ist. "Wir werden die Transferperiode in der bestehenden Konstellation der sportlichen Führung fortsetzen und beenden", verkündete Mintzlaff. Seit der Trennung von Markus Krösche im April 2021 bilden der Technische Direktor Christopher Vivell, Florian Scholz als Kaufmännischer Leiter Sport sowie Frank Aehlig als Leiter Lizenzspieler die sportliche Leitung des Klubs, die die Kaderplanung vorantreibt. So wurde zuletzt Xaver Schlager vom VfL Wolfsburg verpflichtet und der Vertrag mit Christopher Nkunku langfristig verlängert. Letzteres hatte Mintzlaff zur Chefsache erklärt. "Das hat Olli ganz alleine gemacht", berichtete Domenico Tedesco zum Trainingsstart am Montag.

Mintzlaff sieht keinen Zeitdruck bei Tedesco

Auch zu den ausstehenden Gesprächen mit Trainer Tedesco äußerte Mintzlaff im Klub-Organ seine Sicht der Dinge. "Im Zuge unseres Analysegespräches nach der Saison zusammen mit der sportlichen Führung habe ich ihn natürlich darauf angesprochen, dass wir ihn in Sachen Vertrag nicht vergessen haben und uns sicherlich demnächst dazu austauschen können - und bei diesem Thema grundsätzlich auch keinen Zeitdruck hätten. Der Trainer sah das genauso und sagte, dass er mit den Gesprächen auch sehr gerne noch bis Winter warten würde. Das war mehr als einvernehmlich, da wir beide dasselbe Verständnis davon haben, dass wir uns nicht unter Druck setzen lassen müssen", wird der Klubchef zitiert.

Tedesco hatte die Situation in einem Interview mit dem kicker (Donnerstagausgabe) etwas anders beschrieben: "Der Verein kam mit dem Thema schon auf mich zu, und alle wissen, dass ich mich wohl fühle. Trotzdem habe ich darum gebeten, das Thema erst einmal ein wenig nach hinten zu schieben. Ich glaube und hoffe, dass der Verein das verstanden hat. Wir können im November oder Dezember sprechen, während der WM-Pause."

Tedesco will erst einmal die Vorbereitung und die Entwicklung während des Transferfensters abwarten - und natürlich wissen, wer als Sportdirektor sein unmittelbarer Vorgesetzter sein soll. Bislang sei er nicht eingeweiht, wer der neue Mann werden soll, berichtete Tedesco zu Wochenbeginn.

Oliver Hartmann

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