2. Bundesliga

Leibold und der besondere Moment

HSV-Verteidiger kehrt ausgerechnet in Nürnberg zurück und will mehr

Leibold und der besondere Moment

Tim Leibold (li.) stand in Nürnberg wieder in der Startelf.

Tim Leibold (li.) stand in Nürnberg wieder in der Startelf. IMAGO/Jan Huebner

Der 28-Jährige versteift sich nicht in Floskeln. Natürlich hatte er die Gedanken an die Vergangenheit. In doppelter Hinsicht. In Nürnberg hatte der Linksverteidiger von 2015 bis 2019 gespielt. Hier hatte er sich im Oktober des vergangenen Jahres im DFB-Pokal auch das Kreuzband gerissen. "Es war ganz klar ein besonderer Moment und ein besonderer Ort. Ich habe schon darüber nachgedacht. Aber die Zeit ist jetzt eine ganz andere."

Und sein Trainer fand den Ort geeignet, um eine Zeitenwende einzuleiten. Seit dem Vorbereitungsbeginn war Leibold wieder komplett im Training, aber eben noch nicht bei 100 Prozent. Jetzt, da in der vergangenen Woche Miro Muheim wegen eines Hexenschusses nicht komplett trainieren konnte, erklärt Tim Walter, "stellte sich die Frage gar nicht, dass ich Tim bringe. Dort, wo er lange gespielt hat und sich dann so schwer verletzt hat."

Knapp eine Stunde reichte die Kraft. Es reichte für eine Bewerbung, bei der Ansätze seiner Qualitäten sichtbar wurden, aber auch noch Luft nach oben war. "Tim hatte noch ein paar Schwierigkeiten", urteilt Walter, "ihm fehlt die Matchpraxis. Aber unterm Strich hat er es gut gemacht."

Nur, wie geht es weiter am kommenden Samstag gegen Karlsruhe? Muheim ist wieder voll belastbar, Leibold, einst Kapitän und Mr. Unersetzlich, strebt naturgemäß wieder nach der alten Rolle, zumal es auch für ihn persönlich um viel geht: Sein Vertrag an der Elbe endet im kommenden Sommer. "Körperlich", sagt er, "bin ich bei 100 Prozent, aber die letzte Fitness kommt über die Einsätze. Training ist das eine, Spiele sind das andere." Von Letzterem will er mehr.

Sebastian Wolff

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