Europa League

Legendäre Namen: Litmanen und Cruyff

Europa League: Große Spieler bei kleinen Vereinen noch am Ball

Legendäre Namen: Litmanen und Cruyff

Jari Litmanen

Mit dem FC Lahti auf dem Sprung in die 2. Runde der Europa-League-Qualifikation: Jari Litmanen. imago

Als er 1987 bei Reipas Lahti 16-jährig sein Erstliga-Debüt feierte, waren einige seiner jetzigen Kollegen noch gar nicht geplant. Heute dirigiert Litmanen die Youngster beim FC (Fusion aus Reipas und Kuusysi), jenem Heimatklub, bei dem er auch Teil-Besitzer ist. Mit Litmanen gelang es dem Verein erstmals, sich als Dritter für den Europapokal zu qualifizieren. Mit drei Litmanen-Toren in der entscheidenden Phase.

Europa-League-Qualifikation

Europa war in Litmanens Glanzzeit seine Welt. Gewinn der Champions League mit Ajax Amsterdam 1995, Sieg im UEFA-Cup mit dem FC Liverpool 2001, dazwischen das Gastspiel beim FC Barcelona - just in jener Zeit, als der neue Bayern-Coach Louis van Gaal bei den Katalanen das Zepter schwang, der den Finnen schon bei Ajax coachte.

Litmanen lebt auch im hohen Alter seine Leidenschaft für den Fußball. "Ich habe nie langfristig geplant", sagt der Rekordnationalspieler (124 Länderspiele), "ich bin noch immer Spieler und denke auch nur so." Und in dieser Funktion hat Litmanen trotz verletzungsbedingter Pausen nach wie vor seinen Stellenwert. Trotz zunehmender Schnelligkeitsdefizite profitiert der FC Lahti vom Spielverständnis des Routiniers. Beim 4:1-Heimsieg gegen Dinamo Tirana bereitete der "Kuningas", der König, alle vier Treffer vor. Bei dieser Konstellation hat der FC Lahti mit Litmanen gute Aussichten, die nächste Runde der Europa League zu erreichen.

Ich bin sehr glücklich, dass ich hier meine Karriere ausklingen lassen kann. Ich weiß aber auch, dass ich in keiner anderen Liga mehr mithalten könnte.

Jordi Cruyff

Die Namen Litmanen und Lahti besitzen sogar Tradition im Europapokal. Schließlich spielte auch Vater Olavi Litmanen (64) von 1964 bis 1975 schon mit Reipas in den europäischen Wettbewerben. Olavi Litmanen war aber dabei weit weniger auffällig als ein Weltklassespieler wie Johan Cruyff. Und dennoch haben beide eine Gemeinsamkeit: Auch Cruyff-Sohn Jordi (35) ist derzeit mit seinem neuen Klub FC Valletta in der Europa League aktiv.

Seit drei Wochen verdingt sich der Ex-Nationalspieler (9 Einsätze) der Niederlande auf Malta. Jordi Cruyff folgte seinem Freund und Trainer Ton Caanen, unter dem er zuletzt auch zwei Jahre bei Metalurg Donezk in der Ukraine arbeitete.

"Ich bin sehr glücklich, dass ich hier meine Karriere ausklingen lassen kann", sagt Jordi, "ich weiß aber auch, dass ich in keiner anderen Liga mehr mithalten könnte", gibt sich der große Name ganz bescheiden. Wegen anhaltender Knieprobleme hatte er von 2004 bis 2006 pausiert, aber jetzt gehts wieder. Und wie. Beim 3:0-Sieg über IF Keflavik in der Europa League dirigierte Cruyff Junior seine neue Elf aus dem defensiven Mittelfeld intelligent zum Erfolg. Auch wenn Jordi nicht mehr so viel läuft, wie zu Zeiten, als er noch für den FC Barcelona oder Manchester United stürmte.

H. Hasselbruch, P.F.