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League of Legends: LCK kündigt kontroverse Richtlinien an

Diskutable Änderungen sorgen für Kritik der Fans

League of Legends: LCK kündigt kontroverse Richtlinien an

Die LCK gehört zu den besten League-Ligen der Welt.

Die LCK gehört zu den besten League-Ligen der Welt. LCK

"Rookie Development Clause", "LCK Agent Certification" und "LCK Pre-Contract Policy" heißen die drei kontroversen neuen Regelungen der koreanischen LoL-Liga. Diese sollen laut LCK zu einem "nachhaltigen Ökosystem für alle Teams, Spieler und der Liga" beitragen. Fans und Szene-Insidern stoßen sie jedoch auf. 

Verlängerungs-Klausel für Talente

Doch worum genau geht es überhaupt in den drei neuen Regeln im koreanischen LoL-eSport? Die "Rookie Development Clause" besagt, dass ein Newcomer, der innerhalb einer Saison eine gewisse Einsatzzeit erreicht, von seinem Team für die folgenden zwei Jahre gebunden werden kann. Dafür wird dem Spieler, der beim Ziehen der Klausel kein Mitspracherecht hat, Spielzeit und eine steigende Entlohnung garantiert. Nur wenn ihm die garantierte Spielzeit vorenthalten wird, kann er den Vertrag auflösen.

In der "LCK Agent Certification" geht es um Spielerberater. Die koreanische Liga möchte durch von der Korea eSports Association (KeSPA) zertifizierte Berater, die sich regelmäßig auf Seminaren fortbilden müssen, "die Rechte der Spieler sichern". Bis zu zwei Jahre soll ein Berater einen Schützling unter Vertrag nehmen können und sich bei Fehlverhalten selbst verantworten müssen. 

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Fans üben Kritik

Zu guter Letzt die wohl umstrittenste der neuen Regulierungen: Die "LCK Pre-Contract Policy" räumt Teams die Möglichkeit ein, Schlüsselspieler früher als üblich zu verpflichten beziehungsweise deren Vertrag zu verlängern. Jedes Team kann hierbei einen Spieler in den eigenen Reihen wählen, um ein verfrühtes Angebot einer Vertragsverlängerung zu unterbreiten.

Anschließend haben andere Mannschaften die Möglichkeit, selbst ein Angebot zu machen, ehe die ursprüngliche Organisation ihrem Spieler einen finalen Vertragsvorschlag vorlegt. Besonderer Knackpunkt: Selbst für Free Agents fiele in diesem Szenario eine nachträgliche Ablöse an - die bei Wechseln ins Ausland zusätzlich um eine nicht bekannte Summe erhöht wird. 

Nun bemängeln Fans in den Kommentaren unter dem Ankündigungsvideo: "Alles, was es Organisationen ermöglicht, Dinge ohne die Erlaubnis der Spieler zu tun, klingt zwielichtig."

Auch eine mögliche Bevorteilung finanziell starker Organisationen wird befürchtet: "Habt ihr irgendeine Ahnung, wie schlecht es ist, ein Team, das einen Free Agent verpflichten will, zu zwingen, eine Ablöse zu zahlen?"

Doch zwischen die Kritik mischt sich auch vereinzeltes Lob. "Der Basis eurer Liga Aufmerksamkeit zu schenken und eure kommende Generation zu schützen, verdient Applaus", befindet beispielsweise ein User hinsichtlich der Entwicklungs-Klausel.

"Einseitige Beschränkungen" für eSportler?

Christopher 'MonteCristo' Mykles, Brancheninsider, teilt indes die Sorgen der LoL-Fans: "Die neuen Richtlinien nutzen ziemlich deutlich nur den Teams und sind so gestaltet, dass die Marktwerte der Spieler klein gehalten werden." Der langjährige Caster, Trainer und ehemalige Co-Owner, sieht "keinen Vorteil für die Spieler darin, dass sie ihre eigenen Deals nicht verhandeln können", sondern erkennt viel mehr eine "einseitige Beschränkung der Möglichkeiten für Spieler, Geld zu machen und Teams zu wechseln". 

Ihre Auswirkungen werden die neuen Regularien einer der weltweit besten LoL-Ligen bereits in naher Zukunft zeigen. Die "Development Clause" und Agenten-Zertifizierung treten bereits zur kommenden Spielzeit in Kraft, die "Pre-Contract Policy" folgt ein Jahr darauf.

Matti Jansen

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