Handball

Last-Second-Remis gegen Serbien

Handball-EM in Serbien: Hauptrunde

Last-Second-Remis gegen Serbien

Er kam für Heinevetter und entschied als siebter Mann das Spiel: Sven Sören Christophersen.

Er kam für Heinevetter und entschied als siebter Mann das Spiel: Sven Sören Christophersen. Getty Images

Das Gipfeltreffen der Gruppe I fand am Samstagabend zwischen Gastgeber Serbien und Deutschland statt. "Wir werden alle Karten auf den Tisch legen und alles geben", hatte Serbiens Trainer Veselin Vukovic im Vorfeld des Spiels erklärt und sah sein Team leicht im Vorteil: "Wir dürften frischer sein, da wir im Gegensatz zu den Deutschen im letzten Vorrundenspiel Kräfte sparen konnten."

Die größeren Kraftreserven machten sich dann auch gleich in den ersten Minuten bemerkbar. Serbiens Prunkstück, der Deckungsverbund, präsentierte sich bärenstark und ließ in den ersten sechs Minuten keinen Gegentreffer zu. Als Lars Kaufmann das erste Tor für Deutschland markierte, hatten die "Adler" bereits viermal genetzt. Kurz darauf hätte Uwe Gensheimer verkürzen können, allerdings scheiterte er per Siebenmeter am serbischen Schlussmann Darko Stanic (10.). Im Gegenzug machte es Momir Ilic (THW Kiel) besser - 5:2 (11.). Das war dann auch der Stand, als Martin Heuberger nach 15. Minuten die erste Auszeit nahm.

Allerdings waren die Deutschen in der Defensive ebenfalls gut aufgelegt, sodass die Serben auch kaum trafen. Es war ein hart umkämpftes Spiel, das eine Geduldsprobe wurde. In der Endphase der ersten 30 Minuten leistete sich die DHB-Auswahl auch einige Unsicherheiten in der Abwehr, was die Serben prompt nutzten und zur Pause auf 12:7 davonzogen.

Es bleibt ein Duell mit harten Bandagen - Heinevetter hält Deutschland im Spiel

Serbiens Momir Ilic gegen Dominik Klein (re.).

Kampf um den Ball: Serbiens Momir Ilic gegen Dominik Klein (re.). Getty Images

Auch im zweiten Durchgang blieb es ein Duell, das mit harten Bandagen geführt wurde. Der Unterschied: Serbien machte mehr aus den eigenen Möglichkeiten. In der 35. Minute lag Vukovics Mannschaft mit 15:8 vorne. Dann wachte die Heuberger-Truppe jedoch auf, Silvio Heinevetter zog mit ein paar starken Paraden den Serben den Nerv, während vorne Oliver Roggisch gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit einnetzte. Es war ein 6:1-Lauf der Deutschen, die in der 40. Minute nur noch mit zwei Toren zurücklagen (14:16). Nach 49 Minuten gelang Christoph Theuerkauf erstmals der Ausgleich zum 18:18.

Spannung pur in den letzten Minuten! Zuerst traf Ilic, dann wehrte Stanic gleich zweimal glänzend ab und leitete den Tempogegenstoß über Ivan Nikcevic ein - 20:18 (51.). Großes Glück hatte die deutsche Mannschaft, als das Schiedsrichtergespann eine klare Fußabwehr von Roggisch übersah und Adrian Pfahl im Gegenzug den Anschluss schaffte (54.). Eine knifflige Zweiminutenstrafe gegen Roggisch (nach Foul an Dalibor Cutura) bescherte den Gastgebern die Überzahl, die sie aber nicht nutzten - auch dank Heinevetter!

Nun wurde es ein Nervenspiel: Nikcevic setzte die Kugel an den linken Pfosten, Gensheimer zog gegen Stanic den Kürzeren - und die Uhr lief ab. 90 Sekunden vor dem Ende hatte die DHB-Auswahl Ballbesitz und die Chance zum Ausgleich, Kaufmann kam jedoch an Stanic nicht vorbei. Im Gegenzug parierte Heinevetter gegen Ilic, sodass Deutschland noch eine Chance hatte. Acht Sekunden vor Schluss brachte Heuberger einen weiteren Feldspieler, Serbien mittlerweile in Unterzahl - und Sven Sören Christophersen schaffte noch die Sensation und zum 21:21-Endstand.

Am Montag geht für Deutschland gegen Dänemark (18 Uhr), die Serben treffen dann auf Schweden (20:20 Uhr).

Dramatisches Ende eines echten Krimis

Statistik zum Spiel

Serbien - Deutschland 21:21 (12:7)

Serbien: Stanic, Marjanac - Sesum, Vujin, Nikcevic 4, Manojlovic 1, Toskic 1, Ilic 6/1, Markovic, Prodanovic 2, Stojkovic 2, Rnic, Beljanski, Cutura 2, Stankovic 3, Nenadic
Deutschland: Lichtlein (TBV Lemgo), Heinevetter (Füchse Berlin) - Hens (HSV Hamburg), Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 5/3, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) 2, Klein (THW Kiel), Pfahl (VfL Gummersbach) 1, Wiencek (VfL Gummersbach), Theuerkauf (TBV Lemgo) 1, Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) 4, Christophersen (Füchse Berlin) 2, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 4, Kaufmann (SG Flensburg-Handewitt) 2, Sprenger (THW Kiel), Haaß (Frisch Auf Göppingen)
Schiedsrichter: Abrahamsen/Kristiansen (Norwegen)
Zuschauer: 18.000
Strafminuten: 8 / 8
Disqualifikation: - / -