Int. Fußball

Laporte-Nominierung: Deschamps sticht Spanien aus

22-jähriger Innenverteidiger debütiert für Frankreich

Laporte-Nominierung: Deschamps sticht Spanien aus

Darf sich nach den vielen Auftritten in der Primera Division nun auch für Frankreich beweisen: Aymeric Laporte.

Darf sich nach den vielen Auftritten in der Primera Division nun auch für Frankreich beweisen: Aymeric Laporte. imago

Im französischen Agen im Südwesten Frankreichs wurde Laporte geboren. Mit 16 Jahren wechselte der hochgewachsene Verteidiger in die Jugendakademie von Athletic Bilbao, wo Laporte ausgebildet wurde und auch zum Profi reifte. In der Primera Division hat er sich längst erste Sporen verdient, seine Leistungen ließen gar europäische Topklubs hellhörig werden (darunter wohl auch der FC Bayern). Kein Wunder, dass Laporte zuvor die U-Nationalmannschaften Frankreichs allesamt durchlief. 18 Spiele machte er alleine für die U 21 des spanischen Nachbarlandes.

In der Folge aber stagnierte seine Karriere im Nationalteam. Frankreich-Coach Deschamps verzichtete bei mehreren Nominierungen auf ihn, vor der Heim-EM fiel Laporte dann ohnehin mit einem Wadenbeinbruch fast 100 Tage aus. Weil sich die Franzosen aber zierten, sollen die Spanier nach übereinstimmenden spanischen Medienberichten ihr Interesse an einer Einbürgerung von Laporte intensiviert haben. Nationalcoach Julen Lopetegui soll bereits Kontakt aufgebaut und erste bürokratische Schritte eingeleitet haben.

Spielersteckbrief Rami
Rami

Rami Adil

Spielersteckbrief Umtiti
Umtiti

Umtiti Samuel

Spielersteckbrief Laporte
Laporte

Laporte Aymeric

WMQ-Europa - 2. Spieltag
WMQ-Europa - Tabelle - Gruppe G
Pl. Verein Punkte
1
Albanien Albanien
6
2
Spanien Spanien
4
3
Italien Italien
4
Frankreich - Die letzten Spiele
Schweden Schweden (H)
4
:
2
Portugal Portugal (A)
0
:
1
Spanien - Die letzten Spiele
Deutschland Deutschland (H)
6
:
0
Schweiz Schweiz (A)
1
:
1

Laportes "perfekter" Donnerstag

Am Donnerstag folgte die Kehrtwende: Laportes Name tauchte plötzlich unter den 23 Nominierten für die beiden Länderspiele der Franzosen gegen Bulgarien (7. Oktober, WM-Qualifikation) und die Niederlande (10. Oktober, Freundschaftsspiel) auf. Begünstigt wurde das durch die verletzungsbedingten Absagen der EM-Fahrer Samuel Umtiti (FC Barcelona) und Adil Rami (FC Sevilla). Laporte war damit freilich "sehr zufrieden", sprach nach dem Europa-League-Erfolg mit Bilbao gegen Rapid Wien (1:0) von einem "perfekten Tag" und einem "Traum", der in Erfüllung gegangen sei.

Wenn du dann aber deine Möglichkeiten siehst, fragst du dich schon: 'Warum nicht ich?'"

Aymeric Laporte über seine Zweifel

"Es war immer mein Traum, für die A-Nationalmannschaft zu spielen", so Laporte, der in allen französischen Juniorenteams die Kapitänsbinde getragen hatte. "Als Kind war es mein Traum, hier zu sein. Wenn du dann aber deine Möglichkeiten siehst, fragst du dich schon: 'Warum nicht ich?'" Nun braucht sich Laporte über diese Frage nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Deschamps gab dem Legionär bereits eine Einsatzgarantie. Durch einen Auftritt im WM-Qualifikationsspiel kann Laporte nicht mehr für Spanien auflaufen. Deschamps Gedanke dabei: "Er wurde nominiert, damit er spielt. Und er wird spielen. Ich wusste, dass ihn auch die Spanier irgendwann nominieren könnten."

Eine ehrliche Antwort auf die Frage der Journalisten. Bei Lopetegui zweifelten das die spanischen Kollegen zumindest an. Der 50-Jährige antwortete mit genervter Miene auf Nachfrage nur: "Ich habe schon öfters gesagt, dass Laporte gar keine Option ist." Das hat Lopetegui in den nächsten Tagen dann wohl schriftlich.

msc