Bundesliga

Lainers Dilemma: Dickes Lob, aber böse Patzer

Gladbachs Abwehr-Routinier kommt nicht so recht in die Gänge

Lainers Dilemma: Dickes Lob, aber böse Patzer

Stefan Lainer kam 2019 aus Salzburg nach Gladbach.

Stefan Lainer kam 2019 aus Salzburg nach Gladbach. Borussia Moenchengladbach via Getty Images

Für Spannung in der Schlussphase der Partie gegen die Bayern sorgte Stefan Lainer jedenfalls höchst ungewollt. Eine weite Flanke in den Gladbacher Strafraum hätte Borussias Rechtsverteidiger jedenfalls problemlos klären können, köpfte den Ball aber unkontrolliert in die Mitte. Mathys Tel bedankte sich und traf zum Anschlusstreffer des Spitzenreiters.

Beim ersten Gegentreffer der Bayern hätte Lainer mit einem taktischen Foul die Situation ebenfalls relativ leicht entschärfen können, war also an beiden Gegentoren beteiligt. "Das ist natürlich ein bisschen unglücklich für ihn gelaufen", so Farke, der den Routinier hinterher aber für eine insgesamt gute Leistung lobte, ebenso auch für seine Auftritte gegen Augsburg und Leverkusen. "Da", so der Borussia-Coach, "war er unser bester Feldspieler."

Spielbericht

Immer wieder äußert sich Farke äußerst positiv über den österreichischen Nationalspieler, den er als "Top-Charakter" schätzt wegen seiner Professionalität, Zuverlässigkeit und Mentalität. Doch die Saison 2022/23, verlief bisher sehr unbefriedigend für den erfahrenen Verteidiger, der über weite Strecken dem jungen Konkurrenten Joe Scally das Feld überlassen musste und gegen die Bayern nur in die Startelf rückte, weil der US-Nationalspieler wegen Wadenproblemen nicht voll auf der Höhe war.

Am Freitag in Mainz dürfte Scally wieder übernehmen, doch immerhin spricht natürlich auch für Lainer, dass er alles gibt, um nicht den Anschluss zu verlieren und äußerst intensiv arbeitet, um weitere Chancen zu erhalten. 94 Bundesligaspiele hat Lainer, seit 2019 in Mönchengladbach, bisher bestritten; mit seiner äußerst professionellen Einstellung dient er nach wie vor als Vorbild.

Auch Scally spielte nicht immer überzeugend

Immerhin erlebte Lainer mit dem 3:2 gegen die Bayern mal einen Sieg auf dem Platz mit, nachdem er zuvor gegen Augsburg und Leverkusen in die Startelf gerückt war, mit den Fohlen aber verloren hatte. Prompt feierte dann Scally einen Dreier, als er gegen Hoffenheim ran durfte und Gladbach tatsächlich mal einen Auswärtssieg erlebte. "Das", so Farke, "ist für Stevie natürlich insgesamt sehr unglücklich gelaufen."

Allerdings: Auch WM-Teilnehmer Scally, der in Katar allerdings ohne Einsatz blieb, spielte insgesamt bei Borussia nicht immer überzeugend, ist aber ballsicherer und natürlich offensivstärker als Lainer. Im Spiel beim FSV Mainz 05 am Freitagabend jedenfalls dürfte der Youngster wieder die Nase vorn haben.

Oliver Bitter

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