DFB-Pokal

Lahm: "Wenn wir gar keinen Titel holen ..."

"Das wäre ein schöner Abschluss" - Siebter Pokal-Titel im Visier

Lahm: "Wenn wir gar keinen Titel holen ..."

Bayern-Kapitän Philipp Lahm.

Will den siebten Pokalerfolg seiner auslaufenden Karriere: Bayern-Kapitän Philipp Lahm. imago

Es war ein kühler Samstagabend Ende April 2006, als Philipp Lahm erstmals im Berliner Olympiastadion ein Pokalfinale bestritt. 22 Jahre war er damals alt, der Gegner hieß Eintracht Frankfurt und Lahm spielte auf der Linksverteidigerposition über 90 Minuten eine solide Partie.

Das Finale war wegen der bevorstehenden Weltmeisterschaft im eigenen Lande um einen Monat vorgezogen worden, dem 22-Jährigen war's egal. Am Ende durfte Lahm erstmals den Pott in die Höhe recken, Kollege Claudio Pizarro hatte zuvor mit seinem Treffer zum 1:0 die Partie entschieden.

Seit jenem Aprilsamstag stand Lahm fünf weitere Male auf dem Siegerpodest in Berlin. Dies zu seinem Karriereende nochmals zu schaffen, das ist das große Ziel des Weltmeisters. "So ein Finale zum Ende meiner Karriere wäre natürlich etwas sehr Schönes. Ich habe so viele Finals in Berlin gespielt. Es ist dort eine so schöne Atmosphäre, das macht für viele den Reiz des Pokals aus. Es wäre ein schöner Abschluss", sagte Philipp Lahm am Montag auf einer Pressekonferenz, auf der er sich anders als die Kollegen am Samstag äußerst launig zeigte.

Lahm: Mit Stollenschuhen und ohne Sentimentalitäten

Natürlich. Gerade jetzt zum Ende der Laufbahn will der Bayern-Kapitän alles mitnehmen, was geht. "Es ist nicht selbstverständlich, da oben zu stehen und Titel zu feiern. Es ist immer etwas Besonderes. Auch für mich", betonte Lahm. Doch um am 27. Mai in Berlin das Finale überhaupt bestreiten zu können, muss vorher Borussia Dortmund ausgeschaltet werden. Mal wieder Dortmund. Viermal hintereinander standen sich beide Teams zuletzt im Pokalwettbewerb gegenüber, dreimal blieb Bayern siegreich. Nur 2015, im Halbfinale, hatten die Münchner das Nachsehen, damals in einem absurd verlorenen Elfmeterschießen, bei dem auch Lahm gescheitert war; er rutschte damals unmittelbar vor dem Schuss aus. "Ich trage immer Stollenschuhe, wenn Sie darauf anspielen", so Lahm humorvoll, der sonst keinen Anlass sah, angesichts des letzten Duells gegen Dortmund Gefühle zu zeigen. "Es ist nicht der Zeitpunkt, sentimental zu werden. Es steht ein wichtiges Spiel an und über alles andere kann man sich nach der Saison unterhalten."

Schlecht wäre sie, wenn wir gar keinen Titel holen.

Philipp Lahm

Das Spiel ist wichtig, doch wer kann überhaupt spielen? Lahm: "Es ist keine gute Situation. Viele Spieler sind angeschlagen, aber ich gehe davon aus, dass alle am Mittwoch zur Verfügung stehen." Nicht nur Lahm geht davon aus, dass die Mannschaft ein ganz anderes Bild abgeben wird wie zuletzt beim dürftigen 2:2 gegen Mainz. "Manche Sachen dürfen gegen Mainz nicht passieren, aber wir spielen ein Halbfinale gegen Dortmund. Das ist die größte Motivation, die es geben kann. Wer da keine Motivation hat, der hat den falschen Beruf", so der 33-Jährige, der aber selbst bei einem Scheitern im Pokal gegen Dortmund von "keiner schlechten Saison" sprechen wollte, wenn man Meister wäre. "Schlecht wäre sie, wenn wir gar keinen Titel holen."

Mounir Zitouni

kicker.tv Hintergrund

Lahm: "Dortmund ist die größte Motivation"

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