EM

Lahm verteidigt links, Bender auf rechts?

Löw verrät Gedankenspiele

Lahm verteidigt links, Bender auf rechts?

Überlegungen noch nicht abgeschlossen: Joachim Löw sucht noch einen Rechtsverteidiger.

Überlegungen noch nicht abgeschlossen: Joachim Löw sucht noch einen Rechtsverteidiger. picture alliance

Erfreut zeigte sich Lahm am Donnerstag über den Besuch von Kanzlerin Angela Merkel am Vorabend: "Wir sollen mit der nötigen Gelassenheit in das Turnier gehen", verriet Lahm einen Tipp der Kanzlerin und versprach, folgsam zu sein: "So werden wir das auch angehen."

Um dann "vom ersten Spiel an da sein", wie es Lahm ausdrückte, der davor warnte, die ersten Partien des Turniers zu leicht zu nehmen: "Wir dürfen nicht ans Finale denken. Es ist kein Selbstläufer."

Löw sieht Lahm links - und testet Bender rechts

Klar ist, dass Lahm auf der linken Seite verteidigen wird. "Der Trainer sieht mich auf der linken Verteidigerposition", erklärte der Kapitän. Joachim Löw ergänzte, dass diese Entscheidung schon in der vergangenen Woche gefallen sei. Damit wird Lahm gegen Portugal nicht unmittelbar auf Cristiano Ronaldo treffen. "Ein sensationeller Spieler", wie Lahm anerkannte - die deutsche Mannschaft sei aber auf das gesamte portugiesische Team vorbereitet.

Auftakt gegen Portugal

Noch offen sind nach Aussage des Bundestrainers weitere Positionen in der Startelf, speziell die des rechten Verteidigers. Jerome Boateng nannte Löw hier als naheliegende Option, lobte aber auch Lars Bender, der im Training zeige, dass er sehr gut hinten rechts spielen könne. Für seinen nächtlichen Ausflug kurz vor der Abreise nach Danzig handelte sich Boateng noch einen öffentlichen Rüffel des Bundestrainers ein. "Es hat mir nicht gefallen, was am Wochenende war", stellte Löw klar und attestierte Boateng eine Bringschuld: "Er muss zeigen, dass er sich zerreißt."

Wenn wir Bälle verschludern, wird es gefährlich.

Bundestrainer Joachim Löw

Gegen Portugal sei das Ziel, das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Stark sei Portugal vor allem im schnellen Umschalten. "Wenn wir Bälle verschludern, wird es gefährlich", stellte Löw klar. Wichtig sei es, schon die Passwege insbesondere auf die in die Tiefe startenden Ronaldo und Nani zuzustellen.

Lahm strich heraus, dass sich die DFB-Auswahl gegenüber der Weltmeisterschaft in Südafrika weiterentwickelt habe: "Die Mannschaft hat noch mal einen Schritt nach vorne gemacht." Entscheidend sei hierbei, dass beispielsweise Akteure wie Sami Khedira und Mesut Özil bei Real Madrid internationale Erfahrung sammeln konnten.

Klose-Geburtstag als gutes Omen?

Überhaupt keine Rolle spiele bei der EM, dass die acht Bayern-Spieler mit drei zweiten Plätzen im Gepäck angereist seien. "Wir sind hier nicht deprimiert angekommen", stellte er Münchner klar, der darauf verwies, dass der Einzug ins Champions-League-Finale Selbstvertrauen geben dürfe.

Ein gutes Omen hatte Lahm noch parat: Auch in die WM 2006 sei die deutsche Elf schließlich an Miroslav Kloses Geburtstag (9. Juni) gestartet - und hat mit 4:2 gegen Costa Rica gewonnen.