Champions League

Lachnummer Manchester United: Drei Vorfälle zum Fremdschämen nach dem 0:0 gegen Valencia

Das 0:0 gegen Valencia und die Folgen

Lachnummer ManUnited: Drei Vorfälle zum Fremdschämen

Gesichter eines Abends zum Haareraufen: Paul Pogba, José Mourinho und Antonio Valencia (v.l.).

Gesichter eines Abends zum Haareraufen: Paul Pogba, José Mourinho und Antonio Valencia (v.l.). imago/picture alliance

Der "Guardian" fasste es gewohnt bissig zusammen: Der Offensivplan, den David Moyes und Louis van Gaal in der Post-Ferguson-Ära bei Manchester United pflegten, sei langweilig und ausrechenbar gewesen, aber wenigstens habe es einen gegeben. Bei José Mourinho, Nachfolger seit 2016, suchen die Beobachter verzweifelter denn je .

Das uninspirierte, von Pfiffen begleitete 0:0 im Champions-League-Heimspiel gegen den La-Liga-14. FC Valencia am Dienstagabend war ein weiterer Grund zum Fremdschämen in Mourinhos Amtszeit, die unweigerlich ihrem Ende zuzusteuern scheint - doch nichts im Vergleich zu dem Bild, das der einst so elegante Traditionsklub im Nachgang abgab. Es ist das einer Lachnummer.

Champions League - Vorrunde, 2. Spieltag
Champions League - Tabelle - Gruppe H
Pl. Verein Punkte
1
Juventus Turin Juventus Turin
6
2
Manchester United Manchester United
4
3
FC Valencia FC Valencia
1
Spielersteckbrief A. Valencia
A. Valencia

Valencia Antonio

Spielersteckbrief Pogba
Pogba

Pogba Paul

Pogba sagt nur einen Satz - den falschen

Da war erst mal Paul Pogba, der nach einem auch von ihm enttäuschenden Auftritt nicht einfach mit einem unverfänglichen "Kein Kommentar" an den wartenden Journalisten in der Mixed-Zone vorbeilief, sondern lieber mit einem vielsagenden "Mir wurde gesagt, ich darf nicht". Der Weltmeister hat nach den teils skurrilen Ereignissen rund um seine Person , die in den letzten Wochen längst nicht nur die Seiten der britischen Boulevardpresse füllten, also offenbar einen Maulkorb erhalten - und hält durch seine unnötige Offenheit das Dauerthema warm.

Dann hielt es Antonio Valencia, immerhin Mourinhos Kapitän, für eine gute Idee, nach dem Schlusspfiff ein Instagram-Foto zu "liken", das zwar ihn im Spiel gegen Valencia zeigte, dummerweise aber auch noch eine mehrzeilige Bildunterschrift enthielt. Und weil diese mit den Worten schließt, dass "sich etwas ändern" und "Mourinho gehen" müsse, sah sich Valencia, also Antonio, gezwungen, am Mittwoch ein längeres Entschuldigungsschreiben zu veröffentlichen. "Ich habe den Beitrag 'geliked', ohne den dazugehörigen Text zu lesen", beteuert er darin. "Das sind nicht meine Ansichten. Ich stehe voll hinter dem Trainer und meinen Teamkollegen." Erst am Montag waren Berichte aufgetaucht, nach denen es kaum noch Kommunikation zwischen Mourinho und Valencia gebe.

United kommt zu spät ins Stadion, die Anfahrt: knapp fünf Kilometer

Und schließlich hat die UEFA am Dienstag ein Disziplinarverfahren gegen United eröffnet. Anlässe zum Disziplinieren gibt es derzeit ja reichlich, konkret untersucht der Verband aber, wie es die Red Devils fertiggebracht haben, die knapp fünf Kilometer lange Anfahrt vom Hotel zum Stadion dermaßen in die Länge zu ziehen, dass sie erst eine knappe Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff eintrafen. Das Spiel musste mit fünfminütiger Verspätung beginnen, was sich die UEFA bezahlen lassen dürfte.

Und als sei das nicht schon peinlich genug - Valencia hatte seinen Bus dem etwa doppelt so langen Weg zum Trotz pünktlich geparkt -, gab Mourinho danach auch noch die Begründung zum Besten, die Polizei habe die übliche Polizeieskorte verweigert, was diese umgehend dementierte: Seit dem Sommer sei sie dazu nicht mehr verpflichtet. Und United habe davon gewusst.

jpe

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