Bundesliga

Labbadia verzichtet auf Gehalt - und wird "wortbrüchig"

Neuer Trainer stellt sich bei Hertha BSC vor

Labbadia verzichtet auf Gehalt - und wird "wortbrüchig"

Ohne Handschlag im Amt: Berlins neuer Trainer Bruno Labbadia.

Ohne Handschlag im Amt: Berlins neuer Trainer Bruno Labbadia. imago images

Eigentlich sollte es ja um die Zukunft gehen bei Hertha BSC, doch Manager Michael Preetz begann mit einem Rückblick. Über die "ungewöhnliche Situation", in der man sich befinde. Über die "intensiven Gespräche" bezüglich der Trainerfrage. Die Entscheidung, dass es nach dem Sommer mit Alexander Nouri nicht weitergeht, war ja ohnehin schon getroffen worden. In der jüngeren Vergangenheit sei man bei Hertha zum Entschluss gekommen, den Trainerwechsel "vorzuziehen", erklärte Preetz.

Labbadia verzichtet auf Gehalt

Labbadia und sein Team sollen es also richten, wenn es endlich weitergeht in der Bundesliga. Bis dahin, so Preetz am Ostermontag auf dessen Vorstellungs-Pressekonferenz, habe der neue Coach übrigens angeboten, auf "weite Teile" des Gehalts zu verzichten. Labbadias Anfangsworte richteten sich an den Anhang, denn: "Es wird wohl einige Zeit dauern, bis ich den Fans begegne." Zur Hauptstadt habe der 54-Jährige eine "gewisse Beziehung", Schwester und Tochter lebten in Berlin. Daher sei ihm die Stadt nicht fremd.

Komplett neu ist hingegen die Trainingssituation. Ein Handschlag? Nicht möglich. Eine Umarmung auf dem Trainingsplatz? In der Corona-Krise undenkbar. "Egal", sagt Labbadia. "Das Ziel ist es, die Mannschaft bestmöglich auf Tag X vorzubereiten." In drei Achtergruppen ist das Team aufgeteilt, los geht es am heutigen Montagnachmittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Seine "Wunschvorstellung" wäre eigentlich erst ein Einstieg im Sommer gewesen, das neue Coronavirus habe jedoch alles verändert: "Den Vereinen, denen ich abgesagt habe (seit seinem Abschied aus Wolfsburg im Sommer, d.Red.), habe ich vor allem abgesagt, weil ich nicht während der Saison rein wollte. Da werde ich jetzt wortbrüchig, aber aus der besonderen Situation."

Die Situation, dass ich der vierte Trainer bin - da mache ich mir Gedanken: Was ist in der Mannschaft los? Wie fühlt die sich?

Bruno Labbadia

Nach den BL-Trainerstationen in Leverkusen, Hamburg, Stuttgart und Wolfsburg hat Labbadia auch über ein Auslandsengagement nachgedacht, "weil ich so lange in der Bundesliga bin. Aber ich kann schon sagen, dass Hertha mein Wunschverein im Sommer war." Er sehe "Potenzial in der Mannschaft" und "beim Verein natürlich auch. Und mir haben die Gespräche unheimlich gefallen."

Aber: "Die Situation, dass ich der vierte Trainer bin - da mache ich mir Gedanken: Was ist in der Mannschaft los? Wie fühlt die sich?" Kommunikation werde ein großer Teil der Arbeit sein, kündigte er an. Man brauche für seine Art des Fußballs "auch Power". Zu den wenigen anwesenden Journalisten sagte er generell: "Ich würde mich freuen, wenn Sie in drei Monaten sagen: 'Geil, ich sehe, was er möchte.' Dann haben wir einen guten Start gehabt."

Preetz: "Eines Tages wollen wir international spielen"

Mit Labbadia soll auch ein Stück Bodenständigkeit zurückkehren in den selbst ausgerufenen "Big City Club", die großen Pläne legt man deswegen jedoch nicht ad acta. "Bevor wir uns mit der Zukunft befassen, müssen wir die Aktualität bewältigen", sagte Preetz. Natürlich wolle man weg vom Abstiegskampf und "weiter nach vorne kommen. Bruno sitzt übrigens auch hier, weil er sich in den Tabellenregionen gerne nach oben orientieren möchte." Eines Tages wolle man "international spielen" bei der Hertha.

Nach vorne schauen lautet also das Credo in Berlin, Rückblicke wie zu Beginn der Pressekonferenz will man lieber vermeiden. "Zukunft ist angesagt", sagte auch Labbadia. "Deswegen sitzen wir hier."

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