Bundesliga

Labbadia hofft auf Maiers Durchbruch - nur nicht am Sonntag

Hertha-Leihgabe wartet auch in Bielefeld bisher auf den Durchbruch

Labbadia hofft auf Maiers Durchbruch - nur nicht am Sonntag

Hertha-Leihgabe Arne Maier hat bisher auch bei Arminia Bielefeld weniger Spielpraxis als erhofft.

Hertha-Leihgabe Arne Maier hat bisher auch bei Arminia Bielefeld weniger Spielpraxis als erhofft. imago images

Es geht in "die Stadt, die es nicht gibt", wie Bruno Labbadia scherzt, die Stadt, in der er einst als Stürmer aktiv war, aus der sein Schwiegersohn kommt und die Labbadia als "unfassbar lebenswert" bezeichnet. Während das Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld beim Trainer von Hertha BSC gute Erinnerungen weckt, ist fraglich, ob die Kommune in Ostwestfalen für Arne Maier einmal eine ähnliche Bedeutung erlangen wird.

Im Oktober ließ sich Herthas Eigengewächs nach Bielefeld verleihen, weil Maier bei dem Aufsteiger bessere Chancen sah, auf viel Spielpraxis zu bekommen, die er nach verletzungsbedingt schwierigen Monaten dringend benötigt. Der Plan ging allerdings bislang nicht auf. Zweimal stand der Mittelfeldspieler für Arminia in der Startelf, musste aber jeweils zur Halbzeit raus, zuletzt kam er gegen Gladbach (0:1) in den Schlussminuten rein. Eine Bilanz, die auch seinen Stammverein nicht zufriedenstellt, der am Sonntag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) auf der Alm gastiert.

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"Sicherlich ist das nicht optimal. Das hat er sich auch anders vorgestellt", sagt Hertha-Coach Labbadia und erklärt: "Natürlich wünschen wir uns, dass er mehr spielt, gar keine Frage. Aber das ist leider nicht ganz so der Fall. Ich hoffe, dass Arne noch kommt - das muss er nicht gerade gegen uns machen, aber ansonsten wünsche ich mir schon, dass er mehr zum Spielen kommt."

Labbadia verteilt Lob an Maier und Bielefeld

Herthas Coach nutzte die Gelegenheit vor dem Duell mit der Arminia zum einen für ein Lob für seine frühere sportliche Heimat, in der er zwischen 1998 und 2001 drei Spielzeiten in der Bundesliga und der 2. Liga verbracht hatte. "Ich muss sagen, wer die Stadt nicht gesehen hat, versäumt was. Ich habe dort eine sehr schöne Zeit als Spieler, aber auch mit der Familie verbracht", so der 54-Jährige. Zum anderen aber brachte Labbadia seine grundsätzliche Wertschätzung für Mittelfeldspieler Maier zum Ausdruck, der im Zuge der Leihe zur Arminia seinen Vertrag bei Hertha BSC vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2023 verlängert hatte und planmäßig zum Sommer in die Hauptstadt zurückkehrt.

"Ich mag ihn als Person. Ich habe ihn hier (in Berlin, d. Red.) erst kennengelernt. Ich wusste nicht, ob ich auf jemanden treffe, der nur Talent hat, damit aber nicht arbeitet. Das kann ich aber nicht sagen, denn ich habe jemanden vorgefunden, der sehr professionell gearbeitet hat, der auch Dinge angenommen hat", sagt Labbadia und ergänzt: "Er hat die Anlagen. Dadurch, dass er auch will, hoffe ich, dass er irgendwann zum Spielen kommt und dann wieder zu uns zurückkommt und angreifen wird. Das ist mein größter Wunsch, denn er ist ein Spieler von Hertha BSC."

Maier, mit dem er Kontakt halte, so Labbadia weiter, drängte im Herbst auf einen Wechsel. "Ich habe damals gesagt, ich habe den Anlass nicht gesehen, dass er unbedingt gehen muss. Aber wir haben seinem Wunsch entsprochen", sagt Labbadia, der sich auch mit seinem Bielefelder Amtskollegen über Maier ausgetauscht hat. Der Draht ist schließlich kurz, Labbadia spricht von einer "sehr guten Konstellation", weil sein Assistent Olaf Janßen mit Arminia-Trainer Uwe Neuhaus "sehr eng befreundet" sei. "Dadurch bekommen wir immer wieder eine Rückmeldung", so Labbadia.

Hertha will Aufholjagd fortsetzen

Möglicherweise gibt es am Sonntag auch auf dem Platz eine Rückmeldung. Maier, der am Freitag seinen 22. Geburtstag feiert, wird auf eine Chance gegen seinen Stammklub hoffen, darf aber nicht mit Geschenken rechnen. Für Hertha geht es nach dem erfolgreichen Jahresauftakt gegen Schalke (3:0) darum, die Aufholjagd fortzusetzen. "Schalke war ein Anfang. Daran wollen wir anknüpfen", kündigt Labbadia an, der zu Bielefeld erklärt: "Wir brauchen eine hohe Intensität. Sie haben sehr enge Ergebnisse, auch gegen gute Mannschaften. Gladbach hat ein sehr gutes Spiel in Bielefeld gemacht und trotzdem nur knapp 1:0 gewonnen."

Boyata fehlt weiterhin - Ascacibar wieder im Teamtraining

Auf der Alm wird Hertha erneut ohne Abwehrspieler Dedryck Boyata auskommen müssen. Der Belgier (Fußverletzung) mache aber Fortschritte. "Er merkt, dass es besser wird, aber zu sagen, es ist schon weg, das ist nicht der Fall", berichtet Labbadia. In den nächsten zwei, drei Tagen werde man gucken, wie sich Boyatas Verletzung entwickele. "Eine Prognose ist schwierig, weil auch das Befinden von Dedryck sehr wichtig ist", so Labbadia weiter.

Klarer ist dafür die Lage aktuell bei Santiago Ascacibar. Der Mittelfeldspieler, seit seinem Wechsel vor einem Jahr aus Stuttgart nach Berlin wiederholt von Verletzungen (zwei Mittelfuß- und zuletzt zwei Muskel-Blessuren) zurückgeworfen, nimmt wieder am Mannschaftstraining teil. "Wir freuen uns, dass er zurück ist. Er macht einen guten Eindruck. Wir haben ihn ein bisschen länger vorbereitet, als wir es normalerweise tun aufgrund der Situation, die er hinter sich hat", sagt Labbadia.

Jan Reinold

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