2. Bundesliga

Kuriose Zwischenbilanzen und was der HSV ganz anders macht

2. Bundesliga, 6. Spieltag

Kuriose Zwischenbilanzen und was der HSV ganz anders macht

Tim Walter nutzt nur einen Bruchteil seiner Wechselmöglichkeiten.

Tim Walter nutzt nur einen Bruchteil seiner Wechselmöglichkeiten. imago images/Jan Huebner

Die ersten fünf Spieltage der spannenden 2. Liga haben schon ein paar skurrile Daten zutage gefördert. Beim Blick auf die Laufwerte der Teams muss sich Bremen etwa fragen lassen, was vor dem Duell am Samstag gegen den FC Ingolstadt (13.30 Uhr), hinter dem miesesten Wert der Liga steckt. An der spielerischen Klasse wird es als Tabellensiebter jedenfalls nicht liegen, sodass Werder darauf verweisen könnte, den Gegner laufen zu lassen. 554 Kilometer stehen für den Absteiger bisher zu Buche. Die Musterschüler in Sachen Ausdauer kommen aus der Nachbarschaft: Der HSV hat den Bestwert inne und ist mit 595 Kilometern nach fünf Spielen bereits 40 Kilometer mehr gelaufen. Sandhausen, Hamburgs nächster Gegner, ist nur minimal mehr als Werder gelaufen. Wird der SVS vom HSV am Samstagabend (20.30 Uhr) also überrannt werden?

HSV überrascht mit 17 Spielern

Und wo wir schon beim HSV sind, finden sich weitere Extremwerte beim Team von Tim Walter. Klar ist der Spielstil auf viel Bewegung ausgelegt, dass der Coach dabei erst 17 Spieler eingesetzt hat, verwundert dann aber doch. Die Fitnesswerte scheinen jedenfalls zu stimmen.

Oder hat Walter die zusätzlichen Wechselmöglichkeiten vergessen? Bisher hat er jedenfalls höchstens drei Mal pro Partie gewechselt. Bei Fragen diesbezüglich könnte er sich an den VfL Wolfsburg wenden, dort wird Trainer Mark van Bommel nach seinem Pokal-Fauxpas detailliert Auskunft geben können. Walter setzt übrigens vorwiegend auf junge Spieler. Zusammen mit dem FC Ingolstadt und Darmstadt 98 hat der Traditionsverein von der Elbe beim Durchschnittsalter der eingesetzten Spieler mit 25,1 Jahren aktuell die zweitjüngste Truppe aufs Feld geschickt. Nur die 25 bisher eingesetzten lauffaulen Bremer (Ligahöchstwert) sind mit 24,8 Jahren noch jünger.

Weitere Statistiken gefällig? Hier geht es lang...

Rostock setzt auf Oldies 

Aufsteiger Rostock, das am Sonntag gegen die jungen Darmstädter gefragt sein wird, geht da einen anderen Weg und setzt auf erfahrene Kräfte. Die 20 bisher eingesetzten Hansa-Spieler haben im Schnitt 28,3 Jahre auf dem Buckel und sind damit doch deutlich älter als die Bremer.

Schalke? Unauffällig

Dagegen ist Schalke in jeglicher Hinsicht bisher Mittelmaß und statistisch wie tabellarisch nicht weiter auffällig. Immerhin wurde der teure Kader weiter aufgeräumt und mit Amine Harit (zu Olympique Marseille) ein weiterer Großverdiener von der Gehaltsliste gestrichen. Das wird am Sonntag beim Tabellenzweiten SC Paderborn (13.30 Uhr) allerdings zunächst auch nicht weiterhelfen. So steht wohl wieder eine Person im Fokus, die auf Schalke dann doch heraussticht: Terodde macht, was er bei jedem Verein in der 2. Liga macht: Tore. Mit sechs Treffern (zudem zwei Vorlagen) führt er die Torjägerliste mal wieder an.

Jahn Regensburg? Warum eigentlich?

Die Tabelle führt hingegen völlig überraschend immer noch Jahn Regensburg an. Warum eigentlich? Liegt es an Trainer Mersad Selimbegovic? Der war früher schließlich Abwehrspieler in Regensburg und hat mit erst drei Gegentreffern die beste Defensive der Liga geformt. Da kann nur der 1. FC Nürnberg mithalten, der am Sonntag passenderweise zum Defensivduell beim Jahn antreten muss. Das große Spektakel versprechen diese Voraussetzungen indes erstmal nicht …

Der Topspieler der Liga kommt aus Dresden - Hannovers Versetzung gefährdet

Gänzlich gegensätzlich dagegen das bisherige Auftreten von Heidenheim und Dresden. Das fairste Team der Liga trifft auf das unfairste. Doch alleine diese Statistik würde der Partie nicht gerecht werden, denn Dynamo überrascht bisher mit dem dritten Platz und stellt mit Tim Knipping gar den notenbesten Spieler der Liga (1,83!).

Die schlechtesten Noten hat der kicker bisher an Hannover 96 verteilt. Wieder mal traben die Niedersachsen vor dem Duell gegen St. Pauli (Samstag, 13.30 Uhr) als Vorletzter den Erwartungen weit hinterher und die Versetzung ist mal wieder gefährdet. Der Schuh drückt vorne (zwei Tore) wie hinten gleichermaßen (zehn Gegentore). Kein Wunder, dass auf dem Transfermarkt noch zugeschlagen wurde.

tru