Qualifikation

Türkei-Coach Kuntz und die kleine "Pflanze der Hoffnung"

Gemischte Gefühle beim neuen türkischen Nationaltrainer

Kuntz-Debüt: "Deutscher Impfstoff" wirkt nicht

Hatte gestern sein Debüt als türkischer Nationaltrainer: Stefan Kuntz.

Hatte gestern sein Debüt als türkischer Nationaltrainer: Stefan Kuntz. imago images/Seskim Photo

Am Tag nach dem 1:1-Unentschieden gegen Norwegen schrieben türkische Medien von einer "tollen Gelegenheit", die verpasst worden sei, und von einem "deutschen Impfstoff", der nicht gewirkt habe.

Kuntz analysierte sein Debüt, bei dem sein Team Aktürkoglu rasch in Führung gegangen war (6.) und kurz vor der Pause den Ausgleich durch Thorstvedt (41.) kassiert hatte, etwas nüchterner: Seine Mannschaft sei gut gestartet, so der Coach, doch mit wachsender Spieldauer habe er ihr die Unsicherheit und das fehlende Selbstvertrauen angemerkt. "Insgesamt müssen wir mit einem gerechten Unentschieden zufrieden sein."

In der Bewertung seines Debüts für die türkische Nationalmannschaft unterschied Kuntz zwischen dem Ergebnis und der Leistung seiner Schützlinge: "Ich habe vor dem Spiel zu meinen Spielern gesagt, dass ich dann zufrieden bin, wenn sie alles geben, was sie in sich haben - im Körper, im Herz und im Kopf." Das habe sein Team aus seiner Sicht geschafft.

Aber: "Wir sind ein kleines bisschen enttäuscht. Wir hätten den Fans heute gerne einen Sieg geschenkt, um diese Pflanze der Hoffnung schneller wachsen zu lassen. Die ist jetzt noch ein bisschen klein", sagte Kuntz auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Aus eigener Kraft ist die Qualifikation für Kuntz nicht mehr zu erreichen

Die Hoffnung auf das Erreichen der WM-Endrunde in Katar ist nun auch verbunden mit der Hoffnung auf einen Ausrutscher der Norweger: Drei Spieltage vor dem Ende der Qualifikationsphase liegen die Skandinavier zwei Punkte vor der Türkei auf Platz zwei, der zum Einzug in die Play-offs berechtigt.

Für die Chance auf ein WM-Ticket will das Team von Kuntz auch selbst einen punktereichen Abschluss der Qualifikation hinlegen: Wenn die Tür zur Qualifikation noch mal aufgehe, müsse man bereitstehen, sagte Kuntz. Sein Team muss am Montag (20.45) in Lettland sowie im November gegen Gibraltar und Montenegro antreten.

kon