Bundesliga

Kruse zu Bierbechern: "Alle Ruhrpott-Asis versammelt"

Bochums bitteres Wochenende am Ende einer starken Hinrunde

Kruse zu fliegenden Bierbechern: "Alle Ruhrpott-Asis versammelt"

Hatte nach dem Schlusspfiff noch was loszuwerden: Max Kruse.

Hatte nach dem Schlusspfiff noch was loszuwerden: Max Kruse. imago images/Norbert Schmidt

20 Punkte nach den ersten 17 Spieltagen, das ist mehr als erwartet für den Bundesliga-Rückkehrer. "So müssen wir weitermachen, das ist die halbe Miete", bilanziert Trainer Thomas Reis nach der zweiten Heim-Niederlage, dem 0:1 gegen Union Berlin.

Der Abschluss der ersten Saisonhälfte allerdings fühlt sich etwas frustrierend an für den VfL. Am Dienstag noch betrug Bochums Vorsprung auf Platz 17 satte zehn Punkte. Inzwischen hat Arminia Bielefeld an den beiden letzten Spieltagen volle sechs Punkte aufgeholt auf den Aufsteiger.

"Es ist ziemlich bitter, nach einer starken Hinrunde mit zwei Niederlagen in die kurze Unterbrechung zu gehen", so Reis. "Ein Fazit fällt momentan ziemlich schwer, aber andererseits sind wir mit 20 Punkten ja voll im Soll."

Aus dem Vorhaben, das Stadion an der Castroper Straße zur Festung auszubauen, wurde nichts. Immerhin aber hat sich der Aufsteiger bisher glänzend behauptet und liegt ziemlich aussichtsreich im Rennen um den Klassenerhalt.

Kruse äußert sich zu unschönen Szenen im Stadion

Bastian Oczipka

Bastian Oczipka kickt Bierbecher zur Seite. imago images/Jan Huebner

Für Ärger aber sorgte rund um den unbefriedigenden Hinrunden-Ausklang auch das Verhalten einiger Bochumer Fans. Es gab wiederholt Würfe von Bierbechern, zwischendurch hagelte es heftige Beschimpfungen in Richtung Union-Bank, unter anderem wohl deshalb, weil dort auch Fans ihren Platz hatten, die sich sonst in der wegen Corona leeren Ostkurve versammeln.

Beide Trainer äußerten sich eher diplomatisch und wollten nicht auf diese unschönen Szenen eingehen. "Was im Stadion passiert, bleibt im Stadion", so Union-Trainer Urs Fischer. Max Kruse allerdings, Schütze des Siegtores, musste noch einiges loswerden in Richtung Bochumer Fans. "Selten habe ich so asoziale Fans wie hier erlebt", sagte Kruse im Gespräch mit WDR 2. "Die prügeln sich hier schon auf der Tribüne. Und wenn du auf der Bank sitzt, wirst du die ganze Zeit mit Bier beworfen. Ist leider so, stört mich aber auch nicht besonders."

Allerdings legte Kruse auch noch auf Instagram nach: "Bochum ist immer ein sympathischer Verein gewesen und ich weiß, 80 oder 90 Prozent der Fans sind auch weiterhin sympathisch. Aber heute war wieder ein Tag, an dem sich alle Ruhrpott-Asis in Bochum versammelt haben und einfach mal dachten: Heute gehen wir ins Stadion. Das hat man auch gemerkt."

Immer wieder hatte der Bochumer Stadionsprecher angemahnt, das Werfen von Bechern zu unterlassen, allerdings mit überschaubarem Erfolg. Als Folge droht dem VfL nun vermutlich eine Geldstrafe.

Oliver Bitter