DFB-Pokal

Eintracht Frankfurt - Krösche sauer: "Wir haben das Spiel nicht angenommen"

Toppmöllers Problem mit der "letzten Rille"

Krösche sauer: "Wir haben das Spiel nicht angenommen"

Komplett bedient nach einer enttäuschenden Leistung von Eintracht Frankfurt: Sportvorstand Markus Krösche.

Komplett bedient nach einer enttäuschenden Leistung von Eintracht Frankfurt: Sportvorstand Markus Krösche. IMAGO/Matthias Koch

Markus Krösche sprach leise, als er nach dem Schlusspfiff in den Stadionkatakomben die desolate Leistung kommentierte. Aber er brachte die aus Frankfurter Sicht enttäuschenden 90 Minuten in wenigen Sätzen auf den Punkt: "Wir haben das Spiel nicht angenommen. Von Anfang an wurden die Zweikämpfe nicht angenommen, wir haben uns defensiv und offensiv nicht durchgesetzt. Es sind Basisthemen, an denen wir gescheitert sind. Das ist das Ärgerliche."

Von der ersten Minute an agierte Saarbrücken enorm kompakt und kampfstark. Schon nach 20 Minuten wäre die Führung verdient gewesen. Glück für die Eintracht, dass Amine Naifi ein Foul an Robin Koch beging und Kai Brünkers erster Streich deshalb nicht zählte. Es hätte ein Weckruf für den Favoriten sein können, doch die Hessen ließen sich nicht wachrütteln und spielten weiter lust- und planlos vor sich hin.

Spielbericht

Die elf Spieler auf dem Platz wirkten nicht wie eine Mannschaft, keiner schien so recht zu wissen, was er mit dem Ball anfangen soll. Brenzlig wurde es für Saarbrücken nur ein einziges Mal, als Aurelio Buta nach einem Chip-Ball mit etwas Glück zum Abschluss kam und die Latte traf (61.). Ansonsten fabrizierten Omar Marmoush und Co. lediglich ein paar harmlose Schüsschen aus der zweiten Reihe.

Millionärstruppe wirkt beim Drittligisten mittellos

Trainer Dino Toppmöller wollte über Durchbrüche auf den Flügeln in den Rücken der Abwehr zum Erfolg kommen, doch allen voran Niels Nkounkou und Eric Junior Dina Ebimbe waren weit davon entfernt, diesen Plan umzusetzen. Auch die Umstellung auf Viererkette zur Pause brachte keine echte Besserung. Zwar hatten die Hessen zu Beginn der zweiten Hälfte zunächst eine etwas bessere Spielkontrolle, blieben bis auf die erwähnte Buta-Chance aber harmlos. Der Kader sei nicht darauf ausgerichtet, die Spielweise zu ändern und auf zweite Bälle zu gehen, meint Toppmöller. Dabei wäre das in diesem Spiel durchaus angebracht gewesen, glaubt er. "Wir versuchen, mit unseren Mitteln nach vorne zu kommen." Doch am Mittwochabend wirkte die Millionärstruppe beim Drittligisten mittellos.

Es fehlt ein Stück weit die Frische, vielleicht auch im Kopf.

Dino Toppmöller

Toppmöller sieht einen Grund für die Niederlage auch in vermeintlich fehlender Frische: "Wir laufen körperlich und personell auf der letzten Rille. Das merkt man, es fehlt ein Stück weit die Frische, vielleicht auch im Kopf." Mit derlei Ausführungen tut sich der Trainer keinen Gefallen, unfreiwillig verschafft er den Spielern damit sogar ein Alibi. Zur Einordnung: Vergangene Saison hatte die Eintracht vor der WM in Katar 15 Spiele in der Liga, sechs in der Champions League und zwei im DFB-Pokal. Durch die Königsklasse war die SGE zudem auf einem ganz anderen Level gefordert und überwinterte trotzdem in drei Wettbewerben. In der Bundesliga stand Frankfurt zur Winterpause mit 27 Punkten auf Platz 4. Über die vielen englischen Wochen wurde nicht permanent gejammert …

Ausgerechnet jetzt trifft die Eintracht auf den FC Bayern (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker). "Wir müssen uns schütteln und versuchen, es am Samstag besser zu machen", sagt Toppmöller. Vielleicht hilft es den Spielern, dass sie in diesem Duell der krasse Außenseiter sind. Nach den jüngsten Auftritten besteht allerdings nur eine vage Hoffnung auf Besserung. In der momentanen Verfassung muss die Mannschaft aufpassen, dass sie nicht die verbleibenden drei Bundesligaspiele gegen die Bayern, Leverkusen und Gladbach allesamt verliert.

Julian Franzke