Bundesliga

Kritik am Glücksspielstaatsvertrag

Abgabe auf Wetteinsatz zu hoch

Kritik am Glücksspielstaatsvertrag

In Spanien längst Alltag: Mesut Özil wirbt auf dem Trikot von Real Madrid für bwin.

In Spanien längst Alltag: Mesut Özil wirbt auf dem Trikot von Real Madrid für bwin. picture alliance

Die Initiative Profisport Deutschland (IPD), die Interessen-Vertretung der vier größten deutschen Profi-Ligen (Fußball, Basketball, Handball, Eishockey), stört vor allem die anvisierte Abgabe in Höhe von 16,66 % des Wettumsatzes an den Staat. "Der Vorschlag zur Behandlung von Sportwetten nutzt weder dem Breiten- noch dem Profisport", kritisierte Frank Bohmann, stellvertretender IPD-Sprecher am Dienstag.

Die kontrollierte Öffnung des Sportwettenmarktes für private Anbieter sei der richtige Weg, aber im Hinblick auf die Abgabensituation wenig erfolgsversprechend. "Die IPD begrüßt deshalb ausdrücklich den Gesetzesentwurf aus Schleswig-Holstein. Dieser ist rechtlich umsetzbar und inhaltlich zielführend", so Bohmann. Schleswig-Holstein setzt in seinem Vorschlag auf eine deutlich geringere Abgabe und international wettbewerbsfähigere Restriktionen als die anderen 15 Bundesländer. Bei höheren Abgaben, so die Befürchtung, würden die Unternehmen ihre Wetten weiterhin aus dem Ausland anbieten. Die IPD sprach von "unrealistischen Rahmenbedingungen", die zu keiner Kanalisierung in den legalen Markt führen würden. Damit droht das Vorhaben, den Milliardenmarkt Sportwetten in die Legalität zu überführen zu scheitern. Die Vereine und Verbände fürchten, dass sie in diesem Fall auf die erhofften Werbeumsätze verzichten müssten.

Der neue Glücksspielsstaatsvertrag wäre wie schon zuvor der alte zum Scheitern verurteilt

Jörg Wacker, bwin.party

Führende europäische Glücksspielunternehmen erklärten am Mittwoch in Kiel, in Schleswig-Holstein Lizenzen zu beantragen, sobald der Schleswig-Holsteinische Landtag sein geplantes Glücksspielgesetz verabschiedet.

"Sollten die in der letzten Woche vorgestellten Eckpunkte des neuen Glücksspielsstaatsvertrags umgesetzt werden, wäre der neue Glücksspielsstaatsvertrag wie schon zuvor der alte zum Scheitern verurteilt", ist Jörg Wacker von bwin.party überzeugt. "Ein Steuersatz von über 16 Prozent auf den Sportwettenumsatz lässt keine Möglichkeit zu, ein wettbewerbsfähiges Produkt anzubieten", so Wacker weiter. Aus seiner Sicht wäre ein neuer Staatsvertrag auf dieser Basis "nicht marktkonform" und würde wieder "gegen EU-Recht verstoßen".

Dr. Peter Reinhardt von Betfair fordert, dass sich das Wettangebot "am Verbraucher und dessen Bedürfnissen orientieren" müsse. Sonst würde der Markt "in der Größenordnung von fünf bis acht Milliarden Euro weiterhin völlig am Staat vorbeilaufen".