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Krise statt Konfetti bei Teutonia Ottensen: Bergner in Not

Viermal Rot, Diskussionen hinter den Kulissen - und Chancen in den nächsten Wochen

Krise statt Konfetti bei Teutonia Ottensen: Trainer Bergner in Not

Defensiv ständig zu Umstellungen gezwungen: Teutonia-Trainer David Bergner hadert mit den zahlreichen Platzverweisen.

Defensiv ständig zu Umstellungen gezwungen: Teutonia-Trainer David Bergner hadert mit den zahlreichen Platzverweisen. IMAGO/KBS-Picture

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Es ist ruhig geworden bei den Spielen von Teutonia 05 Ottensen. Das mag daran liegen, dass sich die Verantwortlichen dazu entschlossen haben, die "Gröhl-Fraktion" auf der Tribüne nicht mehr mit Fahnen, Schals, Konfetti (was im Mannschaftsbus mittransportiert wurde) und Kaltgetränken zu unterstützen. Andererseits gibt es auch Gründe wie Leistungen, Tabellenstand oder Stadion- und Trainerdiskussionen hinter den Kulissen.

Beim Blick auf den Spielplan hatten es sich alle so schön ausgerechnet: In den Duellen mit Flensburg, dem VfB Lübeck und Drittliga-Absteiger Havelse sollten die Wochen der Wahrheit im Aufstiegskampf und ein goldener Oktober eingeläutet werden. Die Tabelle weckt Krisenstimmung: Nach dem Lohne-Sieg am Mittwochabend steht Teutonia 05 Ottensen auf einem Abstiegsplatz - schon neun Punkte trennen die Hamburger vom VfB Lübeck und sieben von Weiche Flensburg. Beim 1:1 zuletzt gegen Rehden offenbarte das verunsicherte Team wieder einen Hauptgrund: Rote Karten. Es ist immer dasselbe Schema: ein individueller Fehler, ein Gegenspieler stürmt allein auf das Tor zu, ein Foul - Notbremse!

Das leichte Zupfen von Samuel Olayisoye gegen Malik Memisevic führte zum bereits vierten glatten Platzverweis. Und zu erneuten 53 Minuten Unterzahl, nachdem zuvor schon Janik Jesgarzewski (in Hannover, 58. Minute), Tjorben Uphoff (bei St. Pauli, 72.) und Ismael Mansaray (in Delmenhorst, 67.) frühzeitig unter die Dusche mussten. Das Fatale: In allen Partien fielen anschließend Gegentore, sodass rechnerisch mindestens vier Punkte verloren gingen. "Wir können nicht so viele Platzverweise kassieren, das ist indiskutabel", kommentierte Trainer David Bergner. Da es stets zentrale Defensivakteure traf, musste der 48-Jährige seine Abwehr ständig umstellen - zumal noch Torwart Yannick Zummack nach einer Undiszipliniertheit bei St.Pauli II gesperrt wurde und Kapitän Markus Coffie lange verletzt ausfällt. Bergner in Not - so wird vielleicht aus der Kaderplanung mit acht zentralen Innenverteidigern doch noch ein Schuh ...

Aber trotz aller Enttäuschungen hat die Mannschaft nun in diesen Wochen die Chance, eine Perspektive zu offenbaren und noch zu zeigen, dass sie eigentlich zusammen mit den nächsten Gegnern Flensburg und VfB Lübeck in die Spitzengruppe gehört - und damit ein paar (frühere) Fans wieder ins Stadion holen kann.

Harald Bochardt

Die Trainer in der Regionalliga Nord