Amateure

Ukraine-Krieg: Innehalten und ein dramatischer Spielausfall

Spieler des 1. FC Bitterfeld-Wolfen muss an die Front

Krieg in der Ukraine: Innehalten im Amateurfußball und ein Spielausfall aus dramatischem Grund

Im deutschen Amateurfußball wird am Wochenende ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine gesetzt.

Im deutschen Amateurfußball wird am Wochenende ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine gesetzt. imago/Sebastian Wells

Der Amateurfußball in Deutschland will ein Zeichen im Ukraine-Konflikt setzen. Mehrere Landesverbände haben ihre Vereine gebeten, sich am Wochenende an einer Schweigeminute zu beteiligen. Damit wollen die Verbände die Botschaft aussenden, dass der Sport für Frieden und Gemeinschaft stehe. Weiter heißt es in einem Aufruf, den zahlreiche Landesverbände am Freitag verbreiteten: "Wer Gewalt ausübt, teilt nicht die Werte des Sports, teilt nicht unsere Werte. Krieg ist keine Alternative, Krieg bedeutet Leid, Hass und Elend."

Begleitet wird die Schweigeminute von folgender Stadiondurchsage: "Der Sport steht für Frieden und Gemeinschaft. Er baut Brücken, er führt Menschen zusammen und sorgt für Verständigung zwischen den Völkern. Sport überwindet Grenzen, aber er grenzt nicht aus. Wer Gewalt ausübt, wer Menschen und Menschenrechte verletzt, verlässt diese Gemeinschaft. Er teilt nicht die Werte des Sports. Unsere Werte. Aus der Geschichte haben wir gelernt, dass Krieg Leid bedeutet, Hass und Elend. Und dass es keinen Krieg geben darf. Die Fußballverbände und ihre Vereine verurteilen den kriegerischen Angriff auf die Ukraine. Wir stehen in unserer Haltung fest an der Seite der Menschen vor Ort."

Spieler eingezogen

Für Viacheslav Potapenko wird es nicht bei einer Schweigeminute bleiben: Der ukrainische Spieler des 1. FC Bitterfeld-Wolfen (Verbandsliga Sachsen-Anhalt Nord) wurde nach Auskunft des Fußballverbands Sachsen-Anhalt (FSA) vom Militär seines Heimatlands eingezogen. Potapenkos Teamkollegen würden zudem an die moldauisch-ukrainische Grenze reisen, um wenigstens die Familie ihres Mitspielers in Sicherheit bringen zu können. An Fußball ist somit logischerweise nicht zu denken, das für Samstag geplante Verbandsligaspiel gegen den SSV 80 Gardelegen wurde abgesagt.

Trainer Recardo Egel erzählt auf der FSA-Internetseite die ganze, zutiefst dramatische Geschichte: "'Slava' hat uns darüber informiert, dass er mit sofortiger Wirkung eingezogen wird, um sein Land zu verteidigen. Ich ziehe vor den Jungs den Hut, die nun 20 Stunden im Auto sitzen. Corona interessiert gerade niemanden, und wir sehen, wie nah dieser Krieg ist und wie schnell sich das Leben ändert. Fußball ist mehr als ein Spiel, das sehen wir an dieser Stelle."

stw