Bundesliga

Kramer: "Vielleicht können wir an der Maske herumschleifen"

Bielefeld: Wimmer wirbelt nur 28 Minuten

Kramer: "Vielleicht können wir an der Maske herumschleifen"

Die Maske saß nicht optimal: Patrick Wimmer im Duell mit Wolfsburgs Lukas Nmecha.

Die Maske saß nicht optimal: Patrick Wimmer im Duell mit Wolfsburgs Lukas Nmecha. imago images/Xinhua

Aller Mühen wert zu sein schien das, was die Bielefelder unter der Woche unternommen hatten, um Patrick Wimmer am Samstag gegen Wolfsburg spielfähig zu machen. Am Dienstag hatte der Österreicher, gehandicapt durch eine Gesichtsverletzung aus dem Spiel zuvor in Stuttgart, noch auf seine Spezialmaske gewartet, mit der er am Wochenende in die Partie gehen wollte.

In den verbleibenden Einheiten war dann geprobt worden, wie es für Wimmer mit dem Schutz funktionieren könnte - stets mit der Hoffnung, gegen den VfL eine "Punktlandung", wie Frank Kramer es im Vorfeld formuliert hatte, hinzubekommen.

Diese schien zu gelingen, Wimmer stand in der Startelf. Regelrecht verzückt gewesen sein dürfte sein Trainer dann, als sich der 20-Jährige schon nach elf Minuten dynamisch durchtankte und mustergültig für Masaya Okugawa auflegte, dem prompt der 1:0-Führungstreffer gelang. Doch bald schon geriet Sand ins Getriebe, fand der Auftritt ein jähes Ende, als Wimmer nach außen seine Auswechslung signalisierte.

Während des Spiels hat er das Teil dann abgelegt. Was da jetzt wie beeinflusst hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat es ihn total gestört.

Frank Kramer

"Ich bin kein Mediziner und auch kein Optiker", setzte Kramer hernach zur Erklärung an, warum Masken-Mann Wimmer nur 28 Minuten lang wirbelte. "Das Blickfeld ist etwas eingeschränkt und das irritiert natürlich auch irgendwo. Während des Spiels hat er das Teil dann abgelegt. Was da jetzt wie beeinflusst hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat es ihn total gestört." Wimmer habe eben Probleme gehabt, und dann mache ein Weiterspielen keinen Sinn. "Alles, was nicht zu hundert Prozent geht, geht für uns nicht in der Bundesliga. Da machte es mehr Sinn, einen frischen Mann zu bringen."

Fernandes-Einwechslung eine Schwächung

Edimilson Fernandes kam schon nach einer halben Stunde für Wimmer ins Team - zweifellos eine Schwächung für die Bielefelder. Der Schweizer konnte im Mittelfeld weder nach vorne Akzente wie sein Vorgänger setzen, noch mit der Defensivarbeit auf seiner Seite verhindern, dass die Wolfsburger zweimal entscheidend durchbrachen und Arminias 2:0-Vorsprung schließlich noch egalisierten.

Wimmer, Shooting-Star dieser Saison bei den Ostwestfalen und gemeinsam mit Fabian Klos effektivster Offensivspieler (vier Scorer-Punkte) wurde schmerzlich vermisst. Für den Bielefelder Auftritt beim FC Bayern am nächsten Samstag macht Kramer Mut: "Bis zum nächsten Spiel haben wir eine Woche Zeit. Bis dahin kann er sich sicherlich ein bisschen mehr an die Maske gewöhnen." Eine perfekte Maßanfertigung scheint der Gesichtsschutz jedenfalls noch nicht gewesen zu sein, wie Kramer andeutet: "Vielleicht können wir ein bisschen an der Maske herumschleifen, damit sie etwas besser sitzt."

Michael Richter

Bilder zur Partie Arminia Bielefeld - VfL Wolfsburg