Bundesliga

Niko Kovac verärgert: "Das ist nicht unser Anspruch"

Wolfsburg enttäuscht in Osnabrück - Neuzugang Franjic braucht "ein bisschen Zeit"

Kovac verärgert: "Das ist nicht unser Anspruch"

Sieht noch Steigerungspotenzial nach den ersten Tests gegen Hannover und Osnabrück: VfL-Coach Niko Kovac.

Sieht noch Steigerungspotenzial nach den ersten Tests gegen Hannover und Osnabrück: VfL-Coach Niko Kovac. IMAGO/Jan Huebner

Niko Kovac verliert nicht gerne, das weiß man mittlerweile. Daran ändert es auch nichts, dass der VfL Wolfsburg noch am Beginn seiner Vorbereitung steht. "Ich bin kein Freund von Niederlagen, das mag ich überhaupt nicht", unterstreicht der Trainer dann auch sogleich nach den beiden ersten echten Tests dieses Sommers. 1:3 in 45 Minuten gegen Osnabrück, 1:1 nach frühem Rückstand gegen Hannover. "Ich habe mir mehr erwartet", räumt Kovac offen ein. Zusammengerechnet war es ein 2:4 über 90 Minuten. "Das", unterstreicht der Coach, "ist nicht unser Anspruch."

Und entsprechend wartet noch jede Menge Arbeit auf Kovac und den Vorjahreszwölften, der auch im vergangenen Sommer unter Ex-Coach Mark van Bommel schon so seine Probleme hatte in der Vorbereitung. "Wir haben noch viel zu tun", sagt der Kroate, dem sowohl das Offensivspiel seiner Mannschaft als auch das vor allem gegen Osnabrück schwache Defensivverhalten seiner Mannschaft missfiel. "Wir haben im Offensivbereich gearbeitet", verweist der Trainer auf die zurückliegenden beiden Trainingswochen, "da habe ich nur phasenweise was gesehen." Und: "Im Defensivverbund haben wir noch gar nicht gearbeitet, da habe ich viele Baustellen gesehen. Da müssen wir uns auf jeden Fall verbessern. Da sind Abläufe nicht so, wie ich sie mir vorstelle."

Kovac: "Wir müssen es so schnell wie möglich abstellen"

Der VfL, bei dem noch eine ganze Reihe an Nationalspielern (steigen am Montag ins Training ein) fehlten, trat jeweils mit zwei gemischten Mannschaften auf. Arrivierte Spieler wie Max Kruse, Maximilian Arnold oder Yannick Gerhardt und Talente aus dem eigenen Nachwuchs. Vor allem von den erfahrenen Akteuren hätte Kovac in Osnabrück gerne mehr Initiative gesehen. "Natürlich kann man von einem A-Jugendlichen hier nicht erwarten, dass er das Zepter schwingt. Das müssen andere übernehmen." Schwere Beine, die hohen Temperaturen lässt Kovac noch als Erklärung zu, er betont aber im gleichen Atemzug: "Wir müssen es so schnell wie möglich abstellen."

Das gilt auch für Neuzugang Bartol Franjic, der gegen Osnabrück als Teil der Wolfsburger Doppelsechs ein durchwachsenes Debüt im VfL-Trikot feierte. "Er findet sich ganz gut in der Gruppe zu Recht", erklärt der Coach. "Man kann aber nicht erwarten, dass er nach drei Tagen im Training sofort den Anschluss hat. Wir müssen ihm noch das eine oder andere erklären. Ich denke, er wird ein bisschen Zeit brauchen. Er ist ein intelligenter Spieler, der es schnell versteht. Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken."

Thomas Hiete

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