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Kovac und die erste Krise: "Wissen Sie, was im Leben sicher ist?"

AS Monaco fällt in der Ligue 1 zurück

Kovac und die erste Krise: "Wissen Sie, was im Leben sicher ist?"

Es läuft nicht rund: Niko Kovac und die AS Monaco haben zuletzt dreimal in Folge verloren.

Es läuft nicht rund: Niko Kovac und die AS Monaco haben zuletzt dreimal in Folge verloren. imago images

Wie schnelllebig es im Fußball manchmal zugehen kann, sollte Niko Kovac dieser Tage wieder eindrucksvoll vor Augen geführt werden. Nicht nur, weil sein einstiger Co-Trainer vom FC Bayern nun fast zum Welttrainer gewählt worden wäre - nur ein gutes Jahr, nachdem Hansi Flick für ihn übernommen hatte. Kovac selbst sieht sich derzeit wieder Kritik ausgesetzt - obwohl er noch Mitte November in Frankreich gefeiert worden war.

Ziemlich aussichtslos hatte sein Team damals gegen Paris St. Germain mit 0:2 zur Pause zurückgelegen. Dann hatte Kovac umgestellt, unter anderem Routinier Cesc Fabregas gebracht - und damit seinen alten Bundesliga-Rivalen Thomas Tuchel quasi "ausgecoacht". Angeführt von einem überragenden Kevin Volland überrannten die Monegassen den Champions-League-Finalisten im zweiten Durchgang und siegten noch mit 3:2. "Ein Sieg mit Kovacs Handschrift", lobte "L'Equipe" im Anschluss.

Drei Niederlagen in Folge: Kovac unter Beschuss

Jetzt, nicht mal einen Monat später, werden seine Ideen schon wieder öffentlich in Frage gestellt. Drei Spiele in Folge hat Monaco verloren, zuletzt zu Hause mit 0:3 gegen den RC Lens - und schon wurde er auf der Pressekonferenz vor dem kommenden Spiel bei Schlusslicht Dijon gefragt, ob er nicht seine generelle Taktik überdenken müsse. "Das ist nicht zwingend notwendig", antwortete Kovac. "Das Problem ist aus meiner Sicht, dass sich die kleinen Details zurzeit in die falsche Richtung drehen."

Auch die medialen Rufe nach einem Torwartwechsel im AS-Kasten ignoriert Kovac noch ziemlich lässig. Da Stammkeeper Benjamin Lecomte seit geraumer Zeit ausfällt, stand zuletzt der Italiener Vito Mannone zwischen den Pfosten - und wirkte nicht immer sattelfest. Einige Beobachter und Fans wünschen sich stattdessen das polnische Torwart-Talent Radoslaw Majecki. Kovac bügelte zuletzt aber ab, man müsse Mannone eben "besser beschützen, damit es für ihn wieder einfacher wird".

Beim Letzten braucht Kovac wieder Punkte

Egal mit welchem Torwart, beim Tabellenletzten Dijon müssen Kovac und die ASM am Sonntag dringend wieder liefern, schließlich droht das Team den Anschluss an die internationalen Plätze zu verlieren. Der Coach hingegen gibt sich auch in dieser Beziehung - noch - recht entspannt. Auf die Frage, ob er einen Sieg fest einplane, holte er bei seiner Antwort fast schon philosophisch weit aus: "Wissen Sie, was im Leben sicher ist? Dass man stirbt, nur das", so Kovac. "In allen Meisterschaften gibt es gerade Überraschungen: PSG ist nicht Erster in der Ligue 1, Juventus ist nicht Erster in der Serie A, Bayern ist nicht Erster in der Bundesliga. Das macht den Fußball so interessant. Wir können gegen die besseren Mannschaften gewinnen, aber auch gegen die schlechteren verlieren."

Letzteres sollte Kovac am Sonntag aber besser nicht passieren. Die Fragen dürften dann nicht gerade angenehmer werden.

mib