Bundesliga

Kovac greift mit dem VfL Wolfsburg Europa an

Der Wolfsburger Trainer spricht über Ziele sowie den Kader - und schweigt zu Kruse

Kovac und der Europa-Angriff: "Das ist das, was wir wollen"

Chefcoach Niko Kovac hat mit dem VfL Wolfsburg Europa im Blick.

Chefcoach Niko Kovac hat mit dem VfL Wolfsburg Europa im Blick. IMAGO/regios24

Als das Thema auf Max Kruse kommt, da wird der gesprächige Niko Kovac einsilbig. Der Trainer des VfL Wolfsburg scheint sich vorgenommen zu haben, einfach nichts mehr über seinen Ex-Spieler zu sagen. Kovac hatte es im Sommer versucht mit Kruse, ihn dann im September rausgeschmissen, nun wurde der Vertrag des potenziellen Unruhestifters aufgelöst. Notwendig für den Teamerfolg? "Das Thema ist vorüber, wir reden jetzt über die, die da sind."

Das Ziel ist Europa

Und mit denen ist Kovac auf einem guten Weg, als Tabellensiebter geht der VfL im Januar in die restlichen 19 Saisonspiele. Mit welchem Vorhaben? Hier wird der Trainer anders als bei Kruse deutlich. Das Ziel ist Europa, das internationale Geschäft. "Wir haben das am Anfang der Saison ausgegeben, davon wollen wir uns nicht verabschieden. Wir haben die Hinserie gut beendet. Jetzt heißt es, dort anzusetzen, wo wir aufgehört haben." Kovac geht voran, legt die Messlatte weit nach oben, hat keine Lust auf Mittelmaß. "Europa gibt jedem Spieler wieder mehr Erfahrung, solche europäischen Spiele sind anders als Bundesligaspiele, es geht anders zur Sache. Das ist eine Besonderheit, da entwickelst du dich weiter. Das ist das, was wir wollen."

Wünscht sich Kovac Neuzugänge im Winter, um im besten Fall sogar noch die Champions-League-Ränge anzugreifen? "Wie jeder Klub beobachten wir den Markt und schauen gezielt hin", sagt der Coach, der vor ein paar Monaten noch die fehlende Balance im Aufgebot angeführt hatte, im Sommer gerne noch einen zusätzlichen linken Innenverteidiger gehabt hätte. Daran hat sich zwar nichts geändert, gleichwohl räumt der 51-Jährige ein: "Wir als Trainerteam brauchten ein bisschen Zeit, um alles einzusortieren."

"Wir werden nichts überstürzen"

Dass beispielweise Micky van de Ven alle Minuten bestreitet, davon war im Sommer noch nicht auszugehen. "Er hat das Vertrauen bekommen", sagt Kovac, "und er hat es absolut gerechtfertigt." Gleichwohl habe er mit dem Niederländer unverändert "nur einen linken Innenverteidiger. Es kann schnell zu Verletzungen kommen, dann müssen wir improvisieren." Eine Transfer-Forderung formuliert der Fußballlehrer deshalb aber nicht. "Wir werden nichts überstürzen. Wir wollen mit der Mannschaft weiterarbeiten und erfolgreich sein."

Das ist der VfL in den letzten Wochen vor der WM-Pause gewesen, für Kovac war die Partie bei Eintracht Frankfurt (1:0) am 10. September "der Klick-Moment" für seine Mannschaft, die anschließend zwar noch mal einen Rückschlag bei Union Berlin (0:2) erlitt, sich seither aber "in die richtige Richtung" bewege. Frankfurt war das erste Spiel ohne Max Kruse. Niko Kovac lächelt bei dieser Feststellung. Sagen möchte er dazu aber nichts.

Thomas Hiete

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