Bundesliga

Eintracht-Coach Niko Kovac und Hertha-Trainer Pal Dardai: Zwei Karrieren, viele Parallelen - Wiedersehen in Berlin, der Heimatstadt Kovacs. SGE-Trainer warnt vor Plattenhardts Standards

Frankfurt: Triste Bilanz in Berlin

Kovac und Dardai: Zwei Karrieren, viele Parallelen

Kennen und schätzen sich: Eintracht-Coach Niko Kovac (re.) mit Herthas Trainer Pal Dardai.

Kennen und schätzen sich: Eintracht-Coach Niko Kovac (re.) mit Herthas Trainer Pal Dardai. picture alliance

Für Kovac stehen die Partien im Olympiastadion immer unter einem ganz besonderen Stern. Der 46-Jährige wurde in Berlin geboren und stand als Spieler gleich zweimal bei der Hertha unter Vertrag. Von 1991 bis 1996 spielte er für Berlin 148-mal in der 2. Liga, von 2003 bis 2006 kamen 75 Einsätze in der 1. Liga hinzu. "Wenn man an seine Geburtsstätte zurückkommt, ist das etwas Schönes und Besonderes. Ich habe dort immer noch viele Verwandte und Bekannte", erzählt der Coach.

Ein alter Bekannter wird sogar auf der benachbarten Trainerbank Platz nehmen: Pal Dardai. Mit dem Hertha-Coach stand Kovac in 34 Bundesligaspielen gemeinsam auf dem Platz. Fünfmal traten sie als Profis gegeneinander an, Kovac gewann dreimal, Dardai einmal, eine Partie endete remis. Der Eintracht-Trainer erkennt viele Gemeinsamkeiten mit seinem Kollegen: "Man sieht Parallelen der fußballerischen Laufbahn und der Laufbahn als Trainer. Wir hatten ähnliche Werdegänge und haben sehr viele Gemeinsamkeiten. So wie ich, war auch er Nationaltrainer seines Landes. Er war ein Spieler, der immer alles auf dem Platz gegeben hat und ehrgeizig ist – so wie ich auch. Mal standen wir zusammen auf dem Platz, mal nur er, mal nur ich. Wir waren gesunde Konkurrenten auf einem sehr guten Niveau, es gab nie irgendwelche negativen Vibrationen."

Auch Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic kann auf eine gemeinsame Zeit mit Dardai zurückblicken. Der Ex-Nationalstürmer wechselte ebenfalls 2003 nach Berlin, wo er in die Fußstapfen von Michael Preetz trat, der seine Karriere beendet hatte. Mit Dardai stand er in 36 Spielen gemeinsam auf dem Feld.

Kovac warnt vor Plattenhardts Standards

Kovac warnt vor der Partie am ersten Advent vor allem vor der Berliner Stärke nach Standards: Elf der 18 Tore erzielte Hertha BSC nach ruhenden Bällen. Frankfurt wiederum kassierte erst vier Gegentreffer nach Standards, weniger anfällig ist nur Schalke (drei). "Hertha BSC ist eine Mannschaft, die außerordentlich gute Schützen hat", sagt Kovac und weist auf den starken linken Fuß von Marvin Plattenhardt hin. Er fordert, die Gegenspieler zu doppeln, damit es keine unnötigen Fouls und Freistöße gibt. Außerdem erwartet Kovac, dass sein eigenes Team gefährlicher nach Standards wird. Bislang gelangen den Hessen erst vier Tore nach ruhenden Bällen, zwei Elfmetertore inklusive. "Wir arbeiten täglich daran. Ich war zwar ein kleiner Spieler, trotzdem habe ich sehr viele Kopfballtore gemacht. Es ist nicht entscheidend, dass man der Längste ist, man muss ein gutes Timing haben. Wenn du weißt, wo der Ball hinkommt, ist es sehr viel leichter, ihn zu treffen. Wenn du immer wieder verschiedene Zielzonen bespielst, die vielleicht so nicht besprochen worden sind, dann ist es für jeden Angreifer sehr schwierig, den Ball zu kalkulieren. Daran arbeiten wir, da müssen wir besser werden."

Angesichts des anspruchsvollen Restprogramms bis Weihnachten (Hertha, Bayern, HSV, Schalke) kommt der Partie in Berlin eine besondere Bedeutung zu. "Der Abstand nach unten ist nicht so groß, wie ich mir das wünschen würde. Dementsprechend müssen wir in den nächsten vier Spielen noch einiges an Punkten holen. Wir wissen, dass wir noch zwei sehr schwere Heimspiele gegen Bayern und Schalke haben. Deshalb hat das Spiel in Berlin eine große Bedeutung für uns. Es wäre gut, mit einem positiven Ergebnis in das Spiel gegen die Bayern gehen zu können", erklärt Kovac. Der letzte Sieg in Berlin gelang am 28. November 2009 (3:1; Tore: Ochs, Franz, Meier - Ramos); rund 3000 Eintracht-Fans werden die Mannschaft im Olympiastadion trotz der lausigen Statistik anfeuern und auf ein Happy End hoffen.

Julian Franzke

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