Bundesliga

Filip Kostic und Eintracht Frankfurts neue, alte Achillesferse

Frankfurt: Werder nutzt die linke Lücke eiskalt aus

Kostic und die neue, alte Achillesferse

Über seine linke Seite wurde es gefährlich: Filip Kostic.

Über seine linke Seite wurde es gefährlich: Filip Kostic. imago images

Rückblick: Am 6. August 2020 verlor die Eintracht im Achtelfinale der Europa League das Rückspiel beim FC Basel 0:1 (Hinspiel: 0:3) und schied aus. Besonders auffällig in diesem Spiel war, wie anfällig sich die Eintracht über die linke Seite präsentiere. Basels Rechtsverteidiger Silvan Widmer nutzte die Räume hinter Filip Kostic zu zahlreichen gefährlichen Vorstößen. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so drastisch, tauchte dieses Problem plötzlich wieder am Freitagabend in Bremen (1:2) auf. Beide Gegentreffer fielen, weil Werder in den Raum hinter Kostic spielte - das war die Achillesferse der Hütter-Elf.

Auch Hinteregger erwischt keinen guten Tag

Der Balanceakt ist für die Außenbahnspieler in einer Dreier-/Fünferkette besonders schwierig, da sie als einzige Spieler auf dem Flügel agieren, offensiv Akzente setzen und defensiv nichts anbrennen lassen sollen. Kostic gelingt das dank seiner Mentalität und Sprinterqualitäten normalerweise auf bemerkenswerte Art und Weise. Das Problem in Bremen: Auch der linke Verteidiger in der Dreierkette, Martin Hinteregger, erwischte keinen guten Tag, zudem mangelte es an Kompaktheit und Zugriff im Mittelfeld. Mit derlei Schwierigkeiten kämpfte die Eintracht auch gegen Ende der Hinrunde der vergangenen Saison. "Zum Schluss haben viele Gegner versucht, mit zwei Spielern hinter Kostic reinzukommen. Das war häufig das Problem", analysierte Trainer Adi Hütter damals in der Winterpause. Auch wegen dieser Anfälligkeit stellte er seinerzeit die Grundordnung vorübergehend auf eine Viererabwehrkette (4-2-3-1, 4-3-3) um.

Spielersteckbrief Hinteregger
Hinteregger

Hinteregger Martin

Spielersteckbrief Kostic
Kostic

Kostic Filip

Achtung vor den Umschalt-Experten des VfB

Von einer Änderung der Grundordnung ist diesmal nicht auszugehen, denn eigentlich fühlt sich die Mannschaft in der in Ballbesitz praktizierten 3-2-4-1-Ausrichtung pudelwohl. Doch gerade gegen den kommenden Gegner VfB Stuttgart müssen die Spieler höllisch aufpassen, da der VfB für sein blitzschnelles Umschalten bekannt ist und insgesamt über mehr Qualität verfügt als Werder. Es wäre keine Überraschung, sollte VfB-Coach Pellegrino Matarazzo seinen Profis mit auf den Weg mitgeben, die Räume hinter Kostic konsequent zu bespielen. Um das zu unterbinden, muss die SGE sehr viel aufmerksamer, kompakter und aggressiver agieren als im jüngsten Abendspiel an der Weser.

Julian Franzke

Bilder zur Partie Werder Bremen - Eintracht Frankfurt