2. Bundesliga

Koschinat zählt Halimi und Co. an

Sandhausen hadert auch mit dem Wind

Koschinat zählt Halimi und Co. an

Der SV Sandhausen und Trainer Uwe Koschinat kassierten die dritte Niederlage ohne eigenes Tor in Serie.

Der SV Sandhausen und Trainer Uwe Koschinat kassierten die dritte Niederlage ohne eigenes Tor in Serie. imago images

Wieder verloren, wieder keinen Treffer erzielt: Die Stimmung beim SV Sandhausen schlägt so langsam ins Negative um. Trainer Koschinat schätzte die Niederlage in Darmstadt, die trotz einer halbstündigen Überzahl zustande kam, als gerecht ein. "Ein paar Prozent Qualitätsvorsprung" sah er bei den "Lilien". Anders als noch im Hinspiel, das seinerzeit 1:0 für den SVS geendet hatte. Koschinat machte "große Probleme in der Strafraumbesetzung" aus und meinte: "Wir leiden ein Stück weit darunter, dass sich die Torgefährlichkeit sehr, sehr stark auf unsere zentralen Stürmer Bouhaddouz und Behrens konzentriert."

Koschinat bemängelt fehlende Präzision

Ein mindestens indirekter Seitenhieb gegen die beiden offensiv denkenden Mittelfeldakteure Besar Halimi und Robin Scheu, die neu in die Startelf gerückt waren und nach enttäuschender Vorstellung ausgewechselt wurden. Gerade der technisch beschlagene Zehner Halimi durfte sich angesprochen fühlen: "In der Position dahinter hatten wir heute nicht so die Präzision, um die beiden (Stürmer, Anm. d. Red.) zu bedienen", kritisierte Koschinat. Man sei in "sehr, sehr attraktive, torgefährliche Räume" gelangt, habe sich dort aber körperlich nicht durchsetzen können.

Spielersteckbrief Halimi
Halimi

Halimi Besar

Spielersteckbrief Scheu
Scheu

Scheu Robin

Spielersteckbrief Fraisl
Fraisl

Fraisl Martin

2. Bundesliga - 22. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Arminia Bielefeld Arminia Bielefeld
44
2
Hamburger SV Hamburger SV
41
3
VfB Stuttgart VfB Stuttgart
41
Trainersteckbrief Koschinat
Koschinat

Koschinat Uwe

Im 4-4-2-System hatte diesmal Scheu im rechten Halbraum der Raute eine Chance bekommen, ähnlich wie zuvor Emanuel Taffertshofer in Nürnberg und Philip Türpitz gegen Heidenheim konnte aber auch er nicht so recht überzeugen. Doch das lag nicht an ihm allein.

Koschinat stört die Naivität

Auf kicker-Nachfrage erklärte Koschinat, weshalb er in der ersten Halbzeit immer wieder in Richtung seines Team gebrüllt und wild gestikuliert hatte: Man sei in den Darmstädter Druckphasen nicht gut nachgerückt, habe sich "minutenlang nicht sauber befreien können", weil man zu tief "hinten drin gehangen" habe. In der ersten Halbzeit sei sein Team in mancher Situation "sehr naiv" gewesen: "Wenn ich am gegnerischen Strafraum eine Standardsituation habe, darf die Folge im gegnerischen Stadion beim Stand von 0:0 nicht sein, dass es kurze Zeit später vor unserem Tor brennt."

Fraisl bleibt optimistisch

Die Kritik am Auftritt in Darmstadt teilten Koschinats Spieler. "Ein sehr enttäuschender Tag für uns", meinte Torwart Martin Fraisl und nannte einen interessanten weiteren Grund: "In der ersten Hälfte haben wir gegen enormen Wind spielen müssen." Es sei "irrsinnig schwer" gewesen. Aber der 26 Jahre alte Österreicher blieb zuversichtlich: "In meiner Karriere habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mit meinen Mannschaften immer wieder herausgekommen bin und nach drei, vier Niederlagen am Stück die Kehrtwende geschafft wurde." Abgestiegen ist Fraisl schließlich "noch nie in meinem Leben" - und das bei immerhin acht Vereinen in seiner Vita.

Linsmayer: "Wieder pennen wir nach einem Standard"

Teamkollege Denis Linsmayer, der in der 9. Minute die große Möglichkeit zur Führung hatte, haderte mit dem Gegentor nach einem Eckball: "Wieder pennen wir nach einem Standard. Jeder hat seine Zuordnung, jeder hat seinen Mann, wir besprechen das Woche für Woche." Linsmayer, notenbester Mittelfeldspieler der Kurpfälzer (kicker-Notenschnitt 3,39), blickte etwas sauer zurück: "Die letzten Wochen ist es so gelaufen, wie wir uns es gar nicht vorgestellt haben."

Damit sich das nicht fortsetzt, will der Tabellen-11. in den kommenden Übungseinheiten an den Schwachstellen trainieren. Für die neue Trainingswoche kündigte Koschinat an, die Verantwortung des Toreschießens verstärkt auf mehrere Schultern zu verteilen, um nicht mehr so sehr von Behrens und Bouhaddouz abhängig zu sein. Sein Trainerteam und er hätten festgestellt, dass sich die Gegner sehr darauf konzentrierten, einfach die beiden Stoßstürmer auszuschalten - und damit Erfolg hätten.

Gut möglich, dass Koschinat dann am Sonntag gegen den Karlsruher SC (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) personelle Änderungen vornehmen und etwa das rechte Mittelfeld im vierten Spiel hintereinander zum vierten Mal neu besetzen wird.

Paul Bartmuß

Rot, Gelb-Rot: Osnabrück und Hannover dezimieren sich am stärksten