Int. Fußball

Premier League bekommt Kopfball-Limit durch FA

Studien über Langzeitfolgen zeigen Risiken von Demenz und Parkinson

Kopfball-Limit auch für Profis: FA ändert Leitlinien

Nicht den Kopf hinhalten: Im Training sollen Englands Fußballer künftig seltener zum Kopfball hochsteigen.

Nicht den Kopf hinhalten: Im Training sollen Englands Fußballer künftig seltener zum Kopfball hochsteigen. AFP via Getty Images

Nach zehn Kopfbällen in der Woche ist Schluss: Wie der englische Fußballverband FA am Mittwoch mitteilte, gibt es für den gesamten englischen Fußballbetrieb - Profi wie Amateur - ab der Saison 2021/22 neue Leitlinien zum Schutz der Spieler und Spielerinnen. So sollen in einer Trainingswoche pro Sportler maximal zehn Kopfbälle "mit höherer Kraft" ausgeführt werden, also Abnahmen nach langen Bällen (laut FA weiter als 35 Meter), Freistößen, Eckbällen und Flanken. Im Amateur- und Jugendbereich sollen Kopfbälle im Training ebenfalls reduziert werden, für Unter-Elfjährige sind sie in England, Schottland und Nordirland komplett verboten.

Fünf Weltmeister von 1966 leiden an Demenz

Auslöser dieser neuen Regelung sind unter anderem Studien der Universitäten Nottingham und London zu möglichen Langzeitfolgen für Fußballprofis durch das Spielen des Balles mit dem Kopf. In diesen werden ehemalige Spieler auf frühe Anzeichen neurokognitiver Störungen untersucht. Zudem wurde das Thema bereits im vergangenen Jahr in England diskutiert, als mit Bobby Charlton (83) bereits beim fünften englischen Weltmeister von 1966 Demenz diagnostiziert wurde.

Regelmäßige Überprüfung

2019 hatte eine Studie der Universität Glasgow gezeigt, dass ehemalige Fußball-Profis ein erhöhtes Risiko haben, an Demenz oder Parkinson zu sterben. Dem sollen die neuen Regeln nun entgegenwirken, auch wenn bislang keine direkte Verbindung zwischen den Erkrankungen und Kopfbällen nachgewiesen wurde. "Diese Empfehlung dient dem Schutz des Spielerwohls und wird regelmäßig überprüft, wenn weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um mehr über die Auswirkungen des Kopfballs im Fußball zu erfahren", erklärte die FA.

Eine weitere Maßnahme des Verbandes sind empfohlene Spielerprofile, die jeder Verein führen soll: Darin sollen das Geschlecht sowie Alter, Position, Anzahl und Art der Kopfbälle pro Partie erfasst werden. Damit soll gewährleistet werden, dass die Kopfbälle im Training in ihrer Art und Häufigkeit denen in einem Spiel gleichen. Während die neuen Richtlinien für sämtliche Vereine aller Ligen empfohlen werden, wird den Teams in den Profi-Ligen eins bis vier (Männer) und der Women's Championship "geraten, die Regelungen zu befolgen, soweit es praktikabel ist".

fbs/dpa