Bundesliga

Koo: "Ich will ein besserer Fußballer werden"

Mainz stellt den Neuzugang offiziell vor

Koo: "Ich will ein besserer Fußballer werden"

Offizielle Vorstellung in Mainz: Ja-Cheol Koo.

Offizielle Vorstellung in Mainz: Ja-Cheol Koo. imago

Mit einer knappen Viertelstunde Verspätung betrat Koo das Podium im Medienraum im Bauch der Coface-Arena. Seinen ersten öffentlichen Auftritt für seinen neuen Arbeitgeber absolvierte der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler in sehr ordentlichem Deutsch. Der Kapitän der südkoreanischen Nationalmannschaft ist nach eigener Aussage nach Mainz gekommen, um wieder regelmäßig zu spielen. Beim VfL Wolfsburg war Koo zuletzt nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinausgekommen, durch die Verpflichtung des Belgiers Kevin de Bruyne vom FC Chelsea hatten sich seine Einsatzchancen nicht gerade erhöht.

Ja-Cheol spielt zweckmäßig, das zeichnet ihn aus.

FSV-Trainer Thomas Tuchel

Der 1,83 Meter große Mittelfeldmann braucht jedoch Matchpraxis, schließlich steht im Sommer die WM an, und da will Koo mit Südkorea Erfolg haben. Das Turnier in Brasilien ist jedoch nicht der Hauptgrund für seinen Wechsel nach Mainz, sagt Koo. "Das Wichtigste ist: Ich will ein besserer Fußballer werden." Koo sieht sich noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten und glaubt, sich in Mainz unter Trainer Thomas Tuchel weiterentwickeln zu können. Mit den 05ern befasst sich er sich schon länger, gestand er am Montag. Wann immer er Zeit gefunden habe, "habe ich die Mainzer Spiele im Fernsehen geschaut", so Koo. Mainz sei ein Verein mit einem ausgeprägten Zusammenhalt, "wie eine Familie". Zudem glaubt er an das Potenzial der Mannschaft: "Mainz spielt guten Fußball." Die Nähe der rheinland-pfälzischen Hauptstadt zum Frankfurter Flughafen tat ein Übriges.

"Ich möchte gerne in der Europa League spielen"

Ein weiterer wesentlicher Faktor für den Wechsel ist sein Landsmann Joo-Ho Park (26). Den Linksverteidiger der Mainzer bezeichnet Koo "als meinen besten Freund. Ich habe mit ihm oft über Mainz gesprochen". Nun sind die beiden Kumpels also vereint, und Koo, der die Rückennummer 13 erhalten soll, sieht gute Perspektiven für sein neues Team, das mit 24 Punkten als Neunter in die Rückründe startet. "Ich möchte gerne in der Europa League spielen", äußert er seine Wunschvorstellung. "Man weiß im Fußball zwar nicht, was kommen wird. Aber wenn wir uns gut vorbereiten und in den ersten zwei, drei Spielen punkten, dann können wir das erreichen."

Die Zehn soll es sein

Koo will seinen Teil dazu beitragen. Am liebsten als zentraler offensiver Mittelfeldspieler. "Ich möchte gerne auf der Zehn spielen", sagt er. Eine Forderung an Trainer Tuchel will er daraus aber nicht ableiten. "Wenn ich der Mannschaft helfen kann, spiele ich auch woanders." Ob auf der Zehn, der Acht oder der Sechs: Koo will seine Stärken einbringen. "Ich kann gut schießen, ich kann viel für die Mannschaft laufen, ich kann den Stürmern helfen und auch unseren Abwehrspielern", sagt er.

Tuchel lobt den "besonderen Charakter"

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Die Bescheidenheit und der ausgeprägte Teamgedanke sind es, die den Verantwortlichen an dem teuersten Transfer Klubhistorie – dem Vernehmen nach fünf Millionen Euro plus eventuelle Nachschläge - neben den sportlichen Qualitäten so gefallen. "Ja-Cheol ist sich nicht zu schade, auch läuferisch Arbeit zu verrichten und vorne als Erster zu verteidigen. Er definiert sich als Mannschaftsspieler. Das ist das Besondere an seinem Spiel", lobt Tuchel. "Er ist bereit, auch Spiele zu machen, in denen er nicht glänzt. Ja-Cheol spielt zweckmäßig, das zeichnet ihn aus." Den Eindruck, den der Mainzer Coach bei seinen Treffen in der Vergangenheit von Koo gewonnen hatte, sieht er nach dessen ersten Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen und dem erstem öffentlichen Auftritt bestätigt. "Es kommt klar heraus, was wir mit ihm an sportlicher und menschlicher Qualität dazu bekommen haben", sagt Tuchel, der Koo als "besonderen Charakter" bezeichnet.

Deswegen haben die Mainzer auch lange und beharrlich um den vielseitigen Mittelfeldspieler bemüht. Insgesamt dreimal haben es die 05er versucht, Koo für sich für sich zu gewinnen. Nun hat es geklappt. Und bei Mainz 05 sind sich alle einig, dass es sich lohnen wird: für den Verein und für Ja-Cheol Koo.

Andreas Hunzinger