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Kompromiss steht: DFB vor Reform der Junioren-Bundesligen

Ab der Saison 2024/25 droht NLZ-Vereinen kein Abstieg mehr

Kompromiss steht: DFB vor Reform der Junioren-Bundesligen

In den Junioren-Bundesligen steht im Rahmen des "Projekt Zukunft" eine Reform bevor.

In den Junioren-Bundesligen steht im Rahmen des "Projekt Zukunft" eine Reform bevor. picture alliance/dpa/Revierfoto

Die Verantwortlichen der Profiklubs, die gemäß Lizenzordnung allesamt ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) betreiben, waren sich schon lange praktisch geschlossen einig: Junioren-Bundesligen ohne Absteiger böten ideale Rahmenbedingungen für die dringend benötigten Verbesserungen bei der Ausbildung von Talenten. Motto: Weg vom nackten Ergebnisfußball und Mannschaftserfolg um jeden Preis, hin zu Individualisierung, mehr fußballerischer Risikobereitschaft und damit verbundener Fehlertoleranz im Verlauf einer Entwicklung.

Gegen ein geschlossenes Ligensystem exklusiv für NLZ-Vereine begehrten indes die Amateurklubs und die Landesverbände als deren Vertreter auf. Zum einen, weil auch in Vereinen ohne NLZ traditionell beachtliche Nachwuchsarbeit auf höchstem Niveau geleistet wird. Klubs wie Preußen Münster, Astoria Walldorf oder Hertha Zehlendorf gelten hierfür als etablierte Paradebeispiele. Zum anderen, weil die noch vom einstigen DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff im Rahmen des "Projekt Zukunft" installierte Arbeitsgruppe um Joti Chatzialexiou, Tobias Haupt und Meikel Schönweitz (inzwischen Mainz 05) auf viele Außenstehende zunächst wie ein geschlossener elitärer Zirkel wirkte.

Amateurklubs können sich nach oben kämpfen

Solche elementaren Fehler in der Kommunikation wurden verbandsintern längst erkannt und behoben, Vertreter der Landesverbände in entsprechende Arbeitsgruppen integriert. Debattiert wurde im Detail zwar weiter kontrovers, doch der erfolgreiche Abschluss des Projekts steht nun unmittelbar bevor. Am Mittwoch will der DFB-Vorstand die grundlegende Reform der höchsten Junioren-Wettbewerbe offiziell beschließen und am Nachmittag den Vereinen präsentieren. Die Einladungen zu einer entsprechenden Videokonferenz wurden bereits an die Klubs verschickt.

Der geschlossene Kompromiss scheint in der Tat allen Interessen und nicht zuletzt dem von den Amateurvertretern angemahnten Wettbewerbsgedanken gerecht zu werden. Das Modell in groben Zügen: In der Hinrunde spielen NLZ- und Amateurklubs zunächst in getrennten Wettbewerben. In der Rückrunde erhält dann eine zweistellige Zahl von Amateurklubs, die sich über ihre Liga im ersten Halbjahr dafür qualifiziert haben, einen Startplatz im Wettbewerb der NLZ-Vereine - und können sich dort im Erfolgsfall direkt auch für die darauffolgende Hinrunde festspielen.

Durchlässigkeit nach oben bleibt bei entsprechender sportlicher Klasse also gegeben, ohne dass NLZ-Klubs absteigen müssen. Greifen soll der neue Modus erstmals in der Saison 2024/25, in der kommenden Spielzeit bleibt vorerst noch alles beim Alten. Beispielsweise für den aktuell aus der U-19-Bundesliga abgestiegenen SC Freiburg, einen deutschlandweiten Vorzeigeklub in Sachen Nachwuchsausbildung, kommt die Lösung damit einen Tick zu spät …

Thiemo Müller, Carsten Schröter-Lorenz

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