Bundesliga

Kommentar: Die Meister-Bayern bleiben sich treu - Sturmlos-Leipzig auch

Titelverteidiger räumt letzten Widersacher aus dem Weg

Kommentar: Die Meister-Bayern bleiben sich treu - Sturmlos-Leipzig auch

Gewohntes Bild: Bayerns Thomas Müller demonstriert bei seinem Schlussjubel Münchner Selbstvertrauen, bei Leipzig überwiegt die Enttäuschung.

Gewohntes Bild: Bayerns Thomas Müller demonstriert bei seinem Schlussjubel Münchner Selbstvertrauen, bei Leipzig überwiegt die Enttäuschung. picture alliance

Der FC Bayern hat auch ohne Robert Lewandowski seinen letzten Widersacher auf dem Weg zur neunten Meisterschaft in Serie abgeschüttelt. Der mehr erarbeitete als erspielte 1:0 Erfolg bei einem tapfer anrennenden, aber im Abschluss zu harmlosen RB Leipzig war für den Branchenführer der fünfte Sieg in Serie und mehr als eine Vorentscheidung in der Meisterschaft.

Noch nie wurde ein Sieben-Punkte-Vorsprung zu diesem Zeitpunkt verspielt

Einen Sieben-Punkte-Vorsprung zu einem solch späten Saisonzeitpunkt verspielte in der Bundesliga-Geschichte noch kein Tabellenführer. Dieser Sieg zeigte auch, dass die Bayern nicht vom 35-Saisontore-Schützen Robert Lewandowski abhängig sind, um große Spiele zu gewinnen. Eine Erkenntnis, die Hansi Flick und seinem Personal Mut machen sollte im Hinblick auf die Champions-League-Aufgabe gegen Paris St. Germain.

Die druckresistenten Münchner blieben sich in diesem vermeintlichen Spitzenspiel, das die hohen Erwartungen aber nur selten erfüllen konnte, einmal mehr treu. Wenn es darauf ankommt, sind sie eben da und ziehen eine Partie dank ihrer individuellen Klasse und Effektivität auch dann auf ihre Seite, wenn sie nur schwer ins Spiel finden und die Gegenwehr durch die tapfer anrennenden Leipziger groß ist. 38 Minuten lang neutralisierten sich die beiden Widersacher in einem intensiven Fight zwischen den Strafräumen, dann nutzte Leon Goretzka nach starker Vorarbeit des nimmermüden Antreibers Thomas Müller die erste Chance im Spiel zur Führung.

Nach dem Abgang von Werner fehlt es an Qualität im RB-Angriff

Der Angriff von RB Leipzig ist trotz eines couragierten Auftritts gescheitert - auch deshalb, weil die einzige wirkliche Schwäche der Sachsen in ihrer fünften Bundesliga-Saison nach dem Abgang von Timo Werner zum FC Chelsea fehlende Qualität im Angriff ist. In er ersten Halbzeit probierte es Julian Nagelsmann ohne gelernten Stürmer, was dazu führte, dass RB bis zur Pause keine Präsenz im gegnerischen Strafraum hatte und keinen einzigen Torschuss verbuchte.

Das änderte sich zwar nach dem Seitenwechsel, als RB mit dem eingewechselten Justin Kluivert 15 Minuten lang die Bayern-Defensive unter Druck setzte. Doch wenn bei fünf guten Abschluss-Möglichkeiten nur Marcel Sabitzers Distanzschuss aufs Tor geht, sagt das viel aus über fehlende Kaltschnäuzigkeit und mangelnde Entschlossenheit im Sturm, das zieht sich wie ein roter Faden durch diese Spielrunde. Insofern blieb sich auch RB treu.

Bei RB darf man deshalb enttäuscht sein, aber nur für den Moment. Die neuerliche Qualifikation für die Champions League ist nach der Dortmunder Pleite und 14 Punkten Vorsprung praktisch gesichert, und im DFB-Pokal lässt sich die Sehnsucht nach dem ersten großen Titel der Vereinsgeschichte noch stillen. Zumindest die Bayern, gegen die RB nur eines von zwölf Pflichtspielen gewann, können da nicht mehr im Weg stehen.

Bilder zur Partie RB Leipzig - Bayern München