Bundesliga

Kohr: Statt "klarem 4:0" - Videoschule bei Papa

Nach Leverkusens Chancenwucher gegen Hoffenheim

Kohr: Statt "klarem 4:0" - Videoschule bei Papa

Ebenfalls nicht kaltschnäuzig vor dem Tor: Leverkusens Dominik Kohr.

Ebenfalls nicht kaltschnäuzig vor dem Tor: Leverkusens Dominik Kohr. imago

"Es ist ärgerlich, dass wir heute wieder keine drei Punkte mitgenommen haben", gab Bayers Karim Bellarabi nach der Partie am "Sky"-Mikrofon einen Einblick in seine Gefühlswelt. Eine der Hauptursachen für die verlorenen zwei Punkte war definitiv Durchgang eins: "Wir müssen in der ersten Halbzeit ein paar Tore machen, wir hatten hundertprozentige Chancen", so der 27-Jährige. In dieselbe Kerbe schlug sein Mannschaftskollege Dominik Kohr: "Wenn man die erste Halbzeit sieht, müssen wir eigentlich klar mit 3:0 oder 4:0 führen."

Chance um Chance liegengelassen

Die Torschuss-Statistik offenbarte mit 10:0 Abschlüssen in der ersten Hälfte für Bayer zwei Dinge: Zum einen totale Dominanz der Werkself, zum anderen aber auch eine absolut mangelhafte Chancenverwertung der Rheinländer. "Das spricht dafür, dass wir uns die Dinge gut rausgespielt, sie aber nicht reingemacht haben", versuchte Kohr, den Torschüssen Positives abzugewinnen. Bellarabi hingegen sah es realistisch: "Wenn wir die Chancen nicht machen, bekommen wir halt ein Problem."

Ich werde Videos von Papa anschauen und nächstes Mal wird wieder das Tor getroffen.

Dominik Kohr erklärt sein persönliches Aufarbeiten der schlechten Chancenverwertung.

Und dieses Problem war die Hoffenheimer Kaltschnäuzigkeit: Zweimal gelang den Hoffenheimern der Ausgleich, zweimal hätte die Partie zuvor eigentlich schon längst entschieden sein müssen. "Natürlich ist es bitter, wenn man zu Hause 2:2 spielt. Das Spiel haben wir klar dominiert", ärgerte sich Kohr, gelobte aber Besserung. "Wir werden in der Länderspielpause die Partie kritisch beäugen und Sachen aufarbeiten, die wir nicht gut gemacht haben." Für sich persönlich hatte Kohr, dem in der 38. Minute ebenfalls vor dem Tor die Nerven versagten, eine ganz spezielle Aufarbeitung des Chancenwuchers ausgedacht: "Ich werde Videos von Papa anschauen und nächstes Mal wird wieder das Tor getroffen."

Gegen Mainz soll der erste Sieg her

Anschauungsunterricht anhand der Treffer des eigenen Vaters - Harald Kohr, der unter anderem zwischen 1986 und 1989 in 86 Spielen für den 1. FC Kaiserslautern 45 Tore erzielt hatte, soll den Sohnemann inspirieren. Und dann, so ist sich Kohr Junior sicher, "heißt es im nächsten Spiel: drei Punkte". Nach der Länderspielpause geht es am Samstag (9. September, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gegen den 1. FSV Mainz 05. Und dort soll auch nach Bellarabi ein Sieg her. Denn: "Man hat heute gesehen, was für ein Potenzial wir haben. Auf diese Leistung müssen wir aufbauen."

kög

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - TSG Hoffenheim