Bundesliga

Kohler: "Der BVB ist Meister-Favorit - nicht der FC Bayern"

kicker-Kolumnist über die deutschen Topklubs

Kohler: "Der BVB ist Meister-Favorit - nicht der FC Bayern"

In der vergangenen Saison trennten Borussia Dortmund und den FC Bayern acht Punkte.

In der vergangenen Saison trennten Borussia Dortmund und den FC Bayern acht Punkte. imago images

Der Meisterschaftskampf soll endlich wieder spannend werden. So hoffen zumindest die neutralen Beobachter und die Fans, die nicht dem FC Bayern folgen. Geht es nach Jürgen Kohler, könnte es schon in der kommenden Saison so weit sein. In seiner kicker-Kolumne (Montag) schreibt der Welt- und Europameister, der sowohl für den BVB als auch für den FCB spielte, dass für ihn "in diesem Jahr Dortmund der absolute Top-Favorit auf die Meisterschaft ist - und nicht der FC Bayern".

Kohler begründet seine Aussage mit den aktuellen Transfers. "Borussia Dortmund hat es gut gemacht", erklärt der einstige Abwehrspieler: "Mit Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi hat der BVB drei Nationalspieler verpflichtet. David Raum wäre der vierte. Und Sebastien Haller kennt die Bundesliga, er hatte eine Superquote. Diese Verpflichtungen werden das Team verstärken." Der Borussen-Kader sei "weitaus breiter und auch in der Spitze besser geworden als in der Vorsaison. Bei diesen Investitionen hat der BVB die Möglichkeit, mindestens einen Titel zu holen. Die Chance ist da, um die Bayern-Serie von zehn Meisterschaften in Folge zu brechen."

"In der Innenverteidigung sehe ich Probleme auf die Münchner zukommen"

Bei den Münchnern hingegen sieht Kohler zu viele Baustellen. "Bayern München hat nach wie vor das schwierige Thema mit Robert Lewandowski. Dieses Problem sorgt für Unruhe. Mit Sadio Mané ist zwar ein super Stürmer mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gekommen, aber er wird kein klassischer Ersatz für den Polen sein, sollte der FIFA-Weltfußballer den FCB in diesem Sommer verlassen. Mané ist ein anderer Spielertyp. Er kann zwar in der Spitze spielen, da hat er seine Klasse unter Jürgen Klopp unter Beweis gestellt, aber der Senegalese interpretiert die Position anders."

Und weiter: "In der Innenverteidigung sehe ich Probleme auf die Münchner zukommen. Weder Benjamin Pavard noch Dayot Upamecano oder Lucas Hernandez sind - bei aller Wertschätzung - auf Strecke gut genug für einen Topverein wie Bayern. Inwiefern die beiden aus Amsterdam gekommenen Spieler, Noussair Mazraoui und Ryan Gravenberch, dem Rekordmeister sofort helfen, werden wir sehen. Komplett überzeugt von den Transfers bin ich noch nicht. Es fehlt ein Allrounder, wie es Javi Martinez war."

Jeden Montag schreibt ein Experte oder eine Expertin aus dem "Kolumnisten-Kreis" in der kicker-Printausgabe - hier auch als eMagazine.

Georg Holzner

kicker Wochenendrückblick vom 14.8.2022
14. August 202206:14 Minuten

kicker Wochenendrückblick vom 14.8.2022

Bayern München führt Bundesligatabelle an, Manchester United blamiert sich in Brentford, Deutsche Turnerinnen brillieren bei European Championships

weitere Podcasts