Bundesliga

Florian Kohfeldts Verlängerungs-Angebot: "Es liegt an Theo"

Dienstältester Bremer vor Rückkehr in die Heimat?

Kohfeldts Verlängerungs-Angebot: "Es liegt an Theo"

Hängt er noch ein Jahr dran? Wenn es nach Trainer Florian Kohfeldt geht, soll Kapitän Theodor Gebre Selassie noch eine Weile in Bremen bleiben.

Hängt er noch ein Jahr dran? Wenn es nach Trainer Florian Kohfeldt geht, soll Kapitän Theodor Gebre Selassie noch eine Weile in Bremen bleiben. picture alliance

Florian Kohfeldt kennt den 34-Jährigen wahrscheinlich so gut wie sonst niemand in Bremen. Nachdem der inzwischen dienstälteste Werder-Profi nach der Europameisterschaft 2012 von Slovan Liberec verpflichtet wurde, begleitet ihn der jetzige Bremer Coach bereits seit 2014. Kohfeldt wurde damals zunächst Co-Trainer bei den Profis, und sagt mehr als sechs Jahre später: "Wir haben sehr viel miteinander erlebt: Gutes wie Schlechtes."

Der Samstag jedenfalls gehörte zweifellos zu den positiveren gemeinsamen Erlebnissen, den 2:0-Heimsieg gegen den FC Augsburg hatte Gebre Selassie mit seinem Treffer zum 1:0 höchstselbst auf den Weg gebracht. Von seinen insgesamt 21 Bundesligatoren für Werder war es sein drittes gegen die Augsburger, sonst war ihm das in dieser Form nur gegen Dortmund und Hoffenheim gelungen. "Ich habe vor dem Spiel zu Felix gesagt, dass er ruhig flanken soll. Ich bin dann da", erklärte der Tscheche nach dem Spiel in aller Coolness. Mitspieler Felix Agu hatte ihn mit seiner Hereingabe von links in der 84. Minute bedient, nachdem Augsburgs Reece Oxford den Ball noch mit dem Kopf verlängerte.

Spielersteckbrief Gebre Selassie
Gebre Selassie

Gebre Selassie Theodor

Trainersteckbrief Kohfeldt
Kohfeldt

Kohfeldt Florian

Wenn Theo am 30. Mai sagt, ich will doch hierbleiben - dann wird er einen Vertrag kriegen.

Florian Kohfeldt über Gebre Selassie

Gebre Selassie zu "einer Persönlichkeit" gereift

Mit 253 Bundesligaspielen ist Gebre Selassie mittlerweile sogar drauf und dran, Werder-Sportchef Frank Baumann (260) in der Liste der Bremer Rekordspieler noch in dieser Saison von Platz 17 zu verdrängen. Sein Stellenwert im Klub ist enorm, gegen Augsburg lief der Vize-Kapitän in Abwesenheit von Niklas Moisander zum bereits zehnten Mal in der aktuellen Spielzeit mit der Binde am Arm auf. Kohfeldt erinnert sich noch an "einen etwas schüchternen Spieler", der bei Werder über die Jahre zu "einer Persönlichkeit" gereift sei.

"Theo weiß, was wir von ihm halten"

Umso mehr würde sich der Trainer einen Verbleib Gebre Selassies über das Saisonende hinaus in Bremen wünschen, wie er am Samstag noch mal öffentlich bekräftigte: "Theo weiß, was wir von ihm halten und dass wir ihn gerne behalten würden." Noch sei der Spieler nicht mit einer endgültigen Entscheidung auf die Verantwortlichen zugekommen, "aber jeder kennt ja seine Aussagen", so Kohfeldt. Dem "Weser-Kurier" sagte er etwas noch im August: "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es meine letzte Saison wird."

Sein Coach ließ sich die Gelegenheit nach dem Augsburg-Spiel zumindest nicht nehmen, die Tür für eine weitere Zusammenarbeit sperrangelweit aufzustoßen: "Ich kann für Werder Bremen sprechen: Wenn Theo am 30. Mai sagt, ich will doch hierbleiben - dann wird er einen Vertrag kriegen." Durchgehen muss der Spieler nun also selbst. Kohfeldt, der eine andere Entscheidung Gebre Selassies zwar auch respektieren würde, sagt: "Es liegt nur an Theo."

Tim Lüddecke

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