DFB-Pokal

Werder-Trainer Florian Kohfeldt hält Plädoyer für Yuya Osako

Werder-Trainer bedient Bremer Weisheit

Kohfeldts Osako-Plädoyer: "Er hat so wichtige Tore für uns gemacht"

Werder-Trainer Florian Kohfeldt gratuliert Yuya Osako zu  seinen Treffer.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt gratuliert Yuya Osako zu seinen Treffer. imago images

"Am Ende haben wir es unnötig spannend gemacht", meinte Kohfeldt am "Sky"-Mikrofon, konnte diese Kritik jedoch durch das Glücksgefühl des 1:0-Sieges weggrinsen. Zwar hat der Bundesligist im vierten Pokalspiel zum vierten Mal zu null gespielt - das gelang den Hanseaten zuletzt in der Spielzeit 1983/84 -, aber der 38 Jahre alte Kohfeldt sah "keine Topleistung von uns".

Der Bundesligist tat sich lange Zeit enorm schwer, gerade in der ersten Hälfte waren die Grün-Weißen über weite Strecken zwar optisch überlegen, brachten bis auf einen harmlosen Distanzschuss von Milot Rashica nichts auf das Regensburger Gehäuse. Auch Yuya Osako, der schon vor Anpfiff vom Werder-Trainer für sein Zwischenraumspiel gelobt worden war, konnte im Bremer Spiel keine Akzente setzen.

Osako-Taktik greift nach dem Seitenwechsel

Die Fähigkeiten des Japaners wurden dafür schon früh im zweiten Durchgang genutzt. "Mehr Verlagerung, mehr Tiefe hinter die Kette. Das haben wir mit Yuya geschafft", kommentierte Kohfeldt die ersten Minuten nach Wiederbeginn, in denen der oft gescholtene Osako eine Friedl-Flanke sehenswert verwertete und die Bremer damit in Führung schoss.

"Ich hätte mich gefreut, wenn er den zweiten auch gemacht hätte", scherzte Kohfeldt über eine liegengelassene Osako-Chance in der 67. Minute, als der 30-Jährige klasse von Josh Sargent in Szene gesetzt worden war. Dann aber wurde der Bremer Cheftrainer ernster und sprach ein klares Bekenntnis für seine Nummer 8 ins Mikrofon.

"Er hat ein schlechtes Standing in Bremen", startete Kohfeldt seine Fallanalyse, doch "ich weiß gar nicht warum. Ich versuche immer dagegen anzukämpfen. Er hat so wichtige Tore für uns gemacht, vor zwei Jahren im Pokal gegen die Bayern, in der Schlussphase der letzten Saison." Zwar sei sich der Coach über die fehlende Konstanz im Spiel des Japaners bewusst, aber so seine klare Forderung: "Immer alles auf ihm abzuladen, das ist mir zu billig."

Warum Kohfeldt noch einmal tief durchschnaufen musste

Dass die Bremer am Ende noch einmal richtig zittern mussten, war dem knappen Spielstand geschuldet. "Insgesamt", so Kohfeldt, "ist das passiert, was wir in dieser Saison immer vermeiden konnten: dass es am Ende ein richtiges Pokalspiel wurde." Damit sprach der 38-Jährige nicht nur unklare Situationen, vor allem durch lange Bälle an, sondern auch die Szene aus der 90. Minute, in der Regensburgs Andreas Albers doppelt den Ausgleich verpasste.

Auch Kohfeldt musste beim Blick auf die Bilder erst einmal tief durchschnaufen, ehe er dann einen kurzen Vorausblick wagte. Werder habe zwar ein Heimspiel im Halbfinale, aber mit Leipzig auch "den schwersten Gegner, der noch im Wettbewerb ist." Doch für den Bremer Cheftrainer, der diesen Job seit Oktober 2017 ausführt, Grund für eine alte Bremer Weisheit: "Ich habe zu Maxi Eggestein gesagt, dass es bereits unser drittes gemeinsames Pokalhalbfinale ist. Und dreimal ist Bremer Recht."

ssc

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