Bundesliga

Florian Kohfeldts heikles Stürmer-Puzzle bei Werder Bremen

Werders Offensive bereitet dem Trainer Kopfzerbrechen

Kohfeldts heikles Stürmer-Puzzle

Wer spielt? Wer bekommt keinen Kaderplatz? Florian Kohfeldt muss schwere Fragen beantworten.

Wer spielt? Wer bekommt keinen Kaderplatz? Florian Kohfeldt muss schwere Fragen beantworten. picture alliance

Am Freitagnachmittag kehren Niklas Moisander und Philipp Bargfrede nach ihren Muskelverletzungen ins Bremer Mannschaftstraining zurück, beide Leistungsträger hat Coach Florian Kohfeldt für die Partie in Mainz am Sonntagabend (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de) fest eingeplant: "Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch", so der Trainer am Mittag vor der Einheit.

Noch einen Schritt weiter geht Kohfeldt im Fall von Kapitän Max Kruse, der am Mittwoch im Pokal wegen einer Prellung nur auf der Bank gesessen hatte: "Max wird beginnen, das kann ich definitiv sagen." Darüber hinaus bereitet allerdings speziell die Besetzung der Offensive dem 36-Jährigen einiges Kopfzerbrechen. Denn: Im Bremer Angriff bieten sich derzeit weit mehr als genügend formstarke Alternativen.

"Rashica ist wieder im Kommen, weil er sich einige Dinge zu Herzen genommen hat"

"Johannes Eggestein hat im Pokal seine Sache sehr gut gemacht, Florian Kainz aber auch", beginnt Kohfeldt seine lange Aufzählung: "Yuya Osako hat nicht gespielt, über die Saison aber sehr gute Leistungen gebracht. Milot Rashica ist nach einem kleinen Tief wieder im Kommen, weil er sich einige Dinge zu Herzen genommen hat. Es war sehr wichtig für mich zu sehen, wie er gegen Flensburg Situationen defensiv gelöst hat, auch wenn das nach außen nicht groß aufgefallen ist. Martin Harnik darf ich nicht vergessen: Er kommt rein, macht zwei Tore und besitzt von seiner Art zu spielen ein Alleinstellungsmerkmal bei uns als unkonventioneller Spieler, der oft in die Tiefe läuft. Und über Claudio Pizarros Bedeutung brauchen wir sowieso nicht zu diskutieren. Auch er bringt etwas mit, das wir sonst kaum im Kader haben, vor allem für Spielphasen, in denen man unbedingt ein Tor braucht."

Also folgert Kohfeldt: "Wir alle müssen uns darauf vorbereiten, dass von den Genannten irgendjemand auch gar nicht im Kader stehen wird. Das ist eine große Luxussituation für uns als Mannschaft. Aber auch etwas, das wir in der Gruppe immer wieder gut besprechen müssen."

Bisher hat Kohfeldt die Härtefälle tadellos moderiert

Diese Herausforderung, Härtefälle zu moderieren, hat der starke Kommunikator Kohfeldt bisher tadellos gemeistert, natürlich auch begünstigt durch den Gesamterfolg der Mannschaft. Doch weiß der Trainer: Je länger die Saison dauert, desto schwieriger wird der Balance-Akt, allen Profis gerecht zu werden und gleichzeitig keinen formstarken Spieler durch eine Nichtberücksichtigung aus dem Rhythmus zu bringen. Eine heikle Aufgabe, von deren Bewältigung im Kampf um Europa enorm viel abhängen dürfte.

Thiemo Müller

Lieblingsgegner, Gladbach-Spezialist und die 26