Bundesliga

Florian Kohfeldt und die Schlüsselsuche

Wolfsburg vor dem Duell mit Dortmund - "Es gibt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen"

Kohfeldt und die Schlüsselsuche

Wolfsburgs Coach Florian Kohfeldt will zurück in die Erfolgsspur.

Wolfsburgs Coach Florian Kohfeldt will zurück in die Erfolgsspur. imago images/regios24

Die nackten Fakten lesen sich gut. Der VfL Wolfsburg rangiert in der Liga auf Platz 6 und nur einen Zähler hinter den Champions-League-Rängen, zudem liegt das Weiterkommen in der Königsklasse vor dem letzten Gruppenspiel am 8. Dezember gegen den OSC Lille in den eigenen Händen. Ein Sieg und die Niedersachsen stehen zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte im Achtelfinale dieses Wettbewerbs. Sportdirektor Marcel Schäfer kann mit Fug und Recht behaupten: "Wir sind nach wie vor auf einem guten Weg."

Dass es auf diesem Weg zur dauerhaften nationalen Spitzenkraft und zum ständigen Vertreter auf der internationalen Bühne manchmal etwas steinig wird, liegt in der Natur der Sache. Das DFB-Pokal-Aus in der ersten Runde bei Regionalligist Preußen Münster nach einem peinlichen Wechselfehler und das frühe Eingeständnis, mit Mark van Bommel bei der Trainersuche danebengelegen zu haben, gehören dazu. Nun steht die Entwicklung unter dessen Nachfolger Florian Kohfeldt im Blickpunkt.

Die Balance fehlt noch

Und dabei die Frage, wie es der VfL unter dem 39-Jährigen hinbekommt, defensiv stabil zu stehen und offensiv dennoch für weitaus mehr Gefahr zu sorgen als zuletzt. In den vergangenen Spielen gegen Augsburg (1:0), in Bielefeld (2:2) und Sevilla (0:2) gab es mehr Spielphasen, die Fragezeichen hinterließen, als Minuten, in denen sichtbar wurde, wie sich Kohfeldt das vorstellt. Der Trainer, der keine Sommervorbereitung mit seinem Team hatte und aufgrund der englischen Wochen und Länderspielreisenden kaum Inhalte auf dem Trainingsplatz transportieren konnte, muss sich zwangsläufig mit dem Vorankommen seiner Mannschaft gedulden. Wichtig sei es jetzt erst einmal, sagt er, die Wahrscheinlichkeit auf gute Ergebnisse zu erhöhen. "Da werden wir insbesondere noch mal in die erste Woche gucken."

Stabilität und Intensität, das waren die Schlagwörter der ersten Kohfeldt-Tage in Wolfsburg, sein Wechsel zur 3-4-3-Formation brachte die erhoffte Wirkung. "Die Schlüssel, die wir da hatten, müssen wir schnellstmöglich wiederfinden und nicht so sehr darüber nachdenken, wie wir uns weiterentwickeln", betont Kohfeldt und verweist auf die Reihenfolge, der er mit Amtsantritt Ende Oktober aufgestellt habe. "Das Allerwichtigste ist nach wie vor, dass wir die Intensität und Stabilität gegen den Ball hinbekommen. Das steckt tief in dieser Mannschaft drin." Parallel dazu sei er dabei, "offensive Lösungen in diese Mannschaft reinzubringen". Das gelingt bislang zu selten. Und ist ein Hinweis darauf, dass unter van Bommel in der Vorbereitung und in den ersten Saisonwochen wertvolle Zeit verschenkt wurde.

Das Allerwichtigste ist nach wie vor, dass wir die Intensität und Stabilität gegen den Ball hinbekommen.

Florian Kohfeldt

Mit 14 Toren in zwölf Spielen gehört der VfL zum unteren Tabellendrittel in puncto Trefferausbeute, das gilt es zu verbessern. "Das gefällt mir auch nicht", sagt Kohfeldt, dem Phasen wie am vergangenen Wochenende in Bielefeld, als sein Team ein 0:2 beinahe noch in einen Sieg umgewandelt hätte, jedoch auch die Sicherheit vermitteln, dass dieser Offensivgeist drinsteckt in seinem Team. Das muss er konstanter rauskitzeln, ohne dabei die defensive Kontrolle zu verlieren.

Sieg gegen den BVB würde Anschluss zur Spitzengruppe schaffen

Am bestem schon am Samstag gegen Borussia Dortmund. Mit einem Sieg kann der VfL den Rückstand auf den BVB auf vier Punkte verkleinern. Die Niederlage in Sevilla, glaubt Kohfeldt, wird keine Spuren hinterlassen. "Es gibt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen." Dafür steht der VfL trotz aller Probleme auch einfach zu gut da.

Thomas Hiete

Awoniyi neu dabei: Die Rekordtorschützen der 18 Bundesligisten