Bundesliga

Kohfeldt über Rashica: "Wie soll er schon so weit sein?"

Knieverletzung: Sorgen um Osako

Kohfeldt über Rashica: "Wie soll er schon so weit sein?"

Im Gesprüch mit Maximilian Eggestein: SVW-Coach Florian Kohfeldt (r.).

Im Gesprüch mit Maximilian Eggestein: SVW-Coach Florian Kohfeldt (r.). imago images

"Insgesamt bin ich mit dem Punkt zufrieden, denn man muss auch wissen, wer hier gegen wen spielt und das haben wir mit den Basics als Mannschaft richtig gut gemacht und fußballerisch einen Schritt nach vorne - ohne dass es überragend war", resümierte Florian Kohfeldt nach der Partie bei "Sky". "In der ersten Hälfte war das geordnet mit Ball vielleicht unser bestes Spiel bislang, sicher auch mal mit Risiko und einem Fehlpass. Aber es gab viele Situationen, in denen wir ins Tempo kommen und vielleicht die Box noch besser hätten besetzen können. Das Tor war gut herausgespielt und es gab zwei richtig gute Freistoßsituation, von denen natürlich ein bisschen mehr Torgefahr entstehen muss", übte der Bremer Coach ein wenig Kritik an der jeweiligen Ausführung durch Leonardo Bittencourt.

Nach der Pause stimmte Kohfeldt dann vor allen Dingen die Defensivleistung froh: "In der zweiten Halbzeit konnten wir dann nicht mehr so gut hinten herausspielen, aber Hoffenheim hatte zwei klare Chancen in der zweiten Hälfte und mehr haben wir nicht zugelassen." Unter dem Strich zufrieden zeigte sich auch der Bremer Torschütze Maximilian Eggestein: "Wir haben auch in den letzten Spielen nicht immer toll Fußball gespielt, aber dennoch Punkte geholt. Das fand ich heute schon wieder etwas besser."

Spielersteckbrief M. Eggestein
M. Eggestein

Eggestein Maximilian

Spielersteckbrief Rashica
Rashica

Rashica Milot

Spielersteckbrief Chong
Chong

Chong Tahith

Trainersteckbrief Kohfeldt
Kohfeldt

Kohfeldt Florian

"Tahith schnellster Spieler" - Rashica bleibt auf der Bank

Erneut nicht zum Zug kam bei Werder Milot Rashica, denn für die Schlussphase entschied sich Kohfeldt lieber für Tahith Chong, Leihgabe vom Manchester United. "Es ist sicher so, dass Milot von seinem Spielerprofil gepasst hätte, aber Tahith genauso. In so einem Spiel ist die defensive Stabilität bis zum Schluss wichtig und Hoffenheim hatte dann viele Standards am Ende. Wenn ich dann die beiden vorne rausnehme - Josh (Sargent; d. Red.) und Leo (Bittencourt) - und auf jeden Fall noch einen zentralen Spieler dort brauche, um überhaupt mit einer tiefen Anspielstation in den Konter zu kommen, dann gab es am Ende ein Abwägung zwischen Tahith und Milot und die fiel eben auf Tahith, der unser schnellster Spieler im Kader ist, schneller als Milot Rashica - es gab also gute Argumente", erklärte der 38-Jährige seine Maßnahme.

Als einen Fingerzeig, dass der im Sommer wechselwillige Kosovare auch in Zukunft keine große Rolle mehr in Bremen spielen werde, will dies Kohfeldt allerdings keineswegs verstanden wissen, im Gegenteil: "Der Junge hat keine Vorbereitung gehabt, weil er sehr lange nur teilweise trainieren konnte. Er war sechs Wochen verletzt und konnte gar nicht mit der Mannschaft trainieren. Wie soll er da jetzt schon so weit sein? Klar, zehn, 15, vielleicht 30 Minuten wären drin gewesen, aber das gab das Spiel nicht her. Unser Ziel ist aber schon, dass er schnell wieder auf ein Niveau kommt, dass wir gar nicht mehr darüber diskutieren müssen, ob er in die Startelf kommt."

Zwei Wermutstropfen trüben neues Selbstvertrauen

Auch ohne einen Stammspieler Rashica schaffte es Werder mit Remis gegen Hoffenheim erstmals im Jahr 2020, vier Spiele in Folge ohne Niederlage zu bleiben. Angesichts der schwierigen vergangenen Saison 2019/20 mit der Relegationsteilnahme ein besonders angenehmes Gefühl auch für den Coach. "Das ist schön, auch wenn ich heute lieber gewonnen hätte. Aber man merkt jetzt, dass der Glaube da ist und man zittert jetzt nicht mehr, dass in den letzten zwei Minuten nach dem Motto: Wir fangen uns auf jeden Fall noch einen. Sondern es ist eher so: Komm, wir machen noch einen. Acht Punkte nach fünf Spielen sind sehr gut für uns."

Zwei Wermutstropfen gab es in der Partie gegen die TSG mit den Verletzungen von Niclas Füllkrug und Yuya Osako allerdings dennoch. "Wir hatten natürlich heute ein bisschen Pech mit zwei Verletzungen. Bei 'Fülle' scheint es nicht so schlimm zu sein, aber bei Yuya bin ich sehr vorsichtig, das sah nicht gut aus. So ein Unfall wieder wäre natürlich tragisch, aber wir haben Möglichkeiten im Kader und können uns weiterentwickeln", fürchtet Kohfeldt bei der Knieblessur des Japaners - anders als bei Füllkrugs Wadenproblemen - einen längeren Ausfall.

jom

Bilder zur Partie Werder Bremen - TSG Hoffenheim