Bundesliga

Werder Bremen: Florian Kohfeldt lobt Schalke und hofft auf ein Déjà-vu

Werder Bremen: Rashica fehlt am Samstag

Kohfeldt lobt Schalke und hofft auf ein Déjà-vu

Bremens Coach Florian Kohfeldt

Fordert gegen Schalke ein anderes Gesicht seiner Mannschaft: Bremens Coach Florian Kohfeldt. imago images

"Wir haben den Start verbockt, ergebnistechnisch und vor allem auch - und das hat mich sauer gemacht - wie wir Fußball gespielt haben. Das war nichts von dem, was wir uns vorgenommen haben", ging Kohfeldt zu Beginn der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag nochmal auf den ernüchternden Bundesliga-Auftakt gegen die Berliner ein. "Wir wissen, dass wir letzte Woche schlecht waren. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass wir am Samstag eine andere Leistung zeigen werden."

Dabei waren nach der vergangenen, völlig verkorksten Saison die Hoffnungen in Bremen groß, dass es eine andere Spielzeit wird. Nach guter Vorbereitung sowie dem 2:0 in Jena folgte allerdings die Bauchlandung gegen Hertha. Als einer der Sündenböcke hatten die Bremer Fans, einige waren im Stadion zugelassen, Yuya Osako rausgepickt, dessen Auswechselung sogar beklatscht wurde - und zwar nicht im positiven Sinne. "Ich glaube trotz allem, dass wir mit Yuya einen Spieler haben, der große Qualität hat. Er hatte vom ersten Tag an hier kein gutes Standing", stelle sich Kohfeldt vor seinen Schützling, machte aber auch klar: "Er hat gegen Jena und Hertha nicht gut gespielt, er hat keinen Freifahrtsschein. Trotzdem habe ich die Überzeugung, dass er ein guter Spieler für uns sein kann."

Rashica gegen Schalke nicht dabei

Ein wichtiger Spieler für die Werderaner ist auch (noch) Milot Rashica. Allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Offensivmann den SVW noch verlässt. Laut Geschäftsführer Sport Frank Baumann gibt es dahingehend noch keine aktuellen Entwicklungen. Sicher ist allerdings: Der 24-Jährige wird den Bremern auf Schalke fehlen. "Er hat den ersten Schritt ins Mannschaftstraining gemacht und den gut verkraftet. Aber er war noch nicht so weit, dass er zwei Einheiten am Stück mitmachen konnte. Er trainiert heute und morgen individuell und nächste Woche steigt er weiter ins Mannschaftstraining ein, mit der Hoffnung, dass er gegen Bielefeld dabei sein kann", berichtete Kohfeldt. Auch noch keine Option für Schalke ist Ömer Toprak, er soll nächste Woche wieder trainieren und spätestens in der Länderspielpause zurückkehren.

Kohfeldts Lob an Schalke

Der Rest des Teams ist einsatzfähig und will auf Schalke den ersten Dreier der Saison holen. Die Königsblauen bekamen beim Saisonstart in München richtig auf die Mütze, verloren 0:8. Aber Kohfeldt will sich davon nicht blenden lassen. "Man muss es richtig einordnen, sie haben sehr mutig begonnen und hatten früh eine Großchance durch Paciencia. Sie hatten zum Auftakt auch das maximal schwerste Spiel", so der 37-Jährige, der dann regelrecht ins Schwärmen geriet: "Das ist ein Gegner, der über eine immens hohe Qualität verfügt. Im Mittelfeld oder Sturm mit Uth oder Bentaleb, den ich sehr schätze. Dazu auch Harit. Oder mit Kabak, Nastasic und Sané haben sie Top-Bundesliga-Innenverteidiger. Und mit Matondo und Raman haben sich auch richtig Tempo. Das ist von den Namen her eine sehr schwierige Aufgabe für uns."

Baumann stärkt Kohfeldt den Rücken

Und Kohfeldt weiß: "Sie werden mit Schaum vor dem Mund gegen uns antreten." Doch das sollte sein Team auch, denn beide Mannschaften haben richtig etwas gutzumachen. Beide enttäuschten am ersten Spieltag komplett, auch die Trainer rückten bereits in den Fokus. Aber wie man es an der Weser kennt, erstickte Baumann diese Gerüchte gleich im Keim: "Die Diskussion gibt es bei uns nicht. Wir sprechen über die Leistung der Mannschaft, alles andere ist für uns kein Thema."

1:4 nach der Pause: Da war doch was

Und die Leistung muss am Samstag besser werden. Die Werderaner hoffen dabei ein bisschen auf den Effekt, der nach dem Re-Start im Mai eintrat: Auch da verlor der Nordklub mit 1:4, damals gegen Leverkusen, und holte anschließend sieben Punkte aus drei Spielen, kassierte kein Gegentor in dieser Phase. Mit dabei im Übrigen: ein 1:0-Sieg auf Schalke. "Nach dem Re-Start war es damals ein ähnliches Spiel. Dann haben wir in einen Modus gefunden, der für uns unabdingbar ist, so können wir Bundesliga-Spiele gewinnen", erinnerte sich auch Kohfeldt zurück. "Man darf sich nicht auf eine scheinbare Qualität oder spielerische Dinge verlassen, die kommen im zweiten Schritt. Im ersten Schritt müssen wir gallig sein. Das haben wir eine gewisse Zeit gemacht, da müssen wir wieder hinkommen."

mst

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