Handball

Hanning im kicker: Köster steht für unseren Handballstil

Die Handball-Kolumne von Füchse-Boss Bob Hanning

Köster steht sinnbildlich für unseren neuen Handballstil

Bob Hanning (li.) war begeistert von Julian Kösters Leistung.

Bob Hanning (li.) war begeistert von Julian Kösters Leistung. imago images (2)

Was waren das für aufregende Stunden, die nicht nur Handball-Deutschland bewegt haben. Die weiteren positiven Tests zeigen einmal mehr, wie schnell sich das Virus flächendeckend innerhalb eines Teams verbreiten kann. Jetzt hoffe ich, dass wir von weiteren Hiobsbotschaften verschont bleiben. Ich bin froh, dass das Virus in seiner jetzigen Form bis dato keine größeren Nachwehen bei den EM-Spielern hervorgerufen hat. Ich bin mir sicher, dass der eine oder andere beim dritten Hauptrundenspiel gegen Schweden am Sonntag wieder auf der Platte stehen kann.

Dem Corona-Hammer folgte am Dienstag der Handball-Hammer. Das war mit Abstand die beste Abwehrleistung des Turniers. Wenn man trotz der Querelen von Druck sprechen will, dann haben wir diesen in Rückenwind umgewandelt, um eine solche Leistung abzurufen. Der unbekümmerte Julian Köster steht sinnbildlich für unseren neuen Handballstil. Christoph Steinert, der beim DHB in den letzten Jahren keine Rolle gespielt hat, dreht an seinem 32. Geburtstag auf. Sie waren für mich die herausragenden Spieler.

Beim nachgereisten Johannes Bitter hat man den Eindruck, er drückt einfach auf den Knopf und schon ist er voll da. Es war aber nicht nur hinten stabil, sondern vorne auch schön anzusehen. Ich finde es sehr gut, dass der Bundestrainer den jungen Spielern so viel Vertrauen geschenkt hat, denn die haben es wirklich verdient. Ein wenig leid tun mir die Spieler, die das Spiel aus ihren Hotelzimmern schauen mussten. Sie hätten dieses Spiel auch verdient gehabt. Wenigstens müssen sie nicht in ein Quarantäne-Hotel umziehen.

Sensationen hat die EM schon jetzt

Das Turnier an sich hat schon ein paar Sensationen hervorgebracht. Das Ausscheiden der Slowenen und das gleichzeitige Weiterkommen von Montenegro ist eine Riesenüberraschung. Fast noch bemerkenswerter finde ich aber den Coup der Niederländer, die Co-Gastgeber Ungarn in der Vorrunde ausgeschaltet haben. Die grandiose Entwicklung unseres Nachbarn habe ich ja jüngst schon mal lobend erwähnt.

Wer mich bislang enttäuscht hat, sind die Schweden. Sie waren meine persönlichen Geheimfavoriten. Russland hat seine Gruppe dominiert, das kommt überraschender als bei den Dänen oder den Franzosen.

Die deutsche Mannschaft startet am Donnerstag gegen Spanien in die Hauptrunde. Und jetzt soll mir mal einer erklären, warum wir in der jetzigen Verfassung nicht auch dieses Spiel positiv gestalten sollen. Denn eines haben wir gerade gelernt: Druck kennt die Mannschaft nur im positiven Sinne.

Bob Hanning (53) hat die Füchse Berlin von der 2. Liga bis in die Champions League geführt, den DHB in acht Jahren als Vizepräsident auf links gedreht und jüngst einen Spiegel-Bestseller (Hanning. Macht. Handball.) geschrieben. In seiner neuen Kolumne analysiert er für den kicker die Geschehnisse rund um Nationalmannschaft und Bundesliga.

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