Bundesliga

Köln und Club vors Sportgericht

Mündliche Verhandlung beim DFB

Köln und Club vors Sportgericht

FC-Fans

So soll es sein, friedlich und farbenfroh: Fans des 1. FC Köln. imago

Im Rahmen der Auswärtsspiele bei Borussia Mönchengladbach, in Berlin, beim VfL Bochum, während des Derbys in Leverkusen und während des DFB-Pokal-Viertelfinals beim FC Augsburg verhielten sich Teile des FC-Anhangs laut DFB unsportlich, in einem Fall wird dem Klub mangelnder Schutz des Schiedsrichter-Assistenten und des Gegners zur Last gelegt. Ferner kam es in allen genannten Spielen zum Einsatz von Pyrotechnik.

Der DFB hat aus diesem Grund ein Sportstrafverfahren eingeleitet, weshalb es am kommenden Montag zu einer mündlichen Verhandlung kommt. Bevor der FC um 15 Uhr dran ist, steht zunächst Ligakonkurrenz 1. FC Nürnberg auf der Tagesordnung. Der Club muss sich wegen der Vorfälle beim Spiel in Bochum (0:0) erklären. Bei dem Spiel hatten Nürnberger Anhänger Pyrotechnik eingesetzt, mindestens acht Gästeanhänger waren verletzt worden, sechs Personen mussten mit Brandverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Drei von ihnen wurden gar in eine Spezialklinik für Brandverletzungen eingeliefert.

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Nach den jüngsten Gewalteskalationen in Berlin geht am Rhein die Angst um, dass es beim Duell Köln gegen Gladbach am Freitagabend ebenfalls Ausschreitungen geben könnte. In der Vergangenheit waren beide Fanlager am Derbytag nicht immer friedlich geblieben. Gladbachs Trainer Michael Frontzeck will die Brisanz im Vorfeld des Spiels nicht zusätzlich durch unbedachte Äußerungen von Spielern oder Trainer erhöht sehen.

Frontzeck erinnert an Fürsorgepflicht

Michael Frontzeck

"Irgendwann ist Schluss. Es ist ein Spiel": Michael Frontzeck warnt vor weiteren Gewaltauswüchsen - und denkt dabei vor allem auch ans Derby. imago

"Wasserwerfer wie beim Hinspiel gegen Köln, die ich ansonsten nur bei Mai-Kundgebungen in Berlin oder Hamburg sehe, haben ausgereicht zu sagen: Wir tun alles dafür, dass wir nicht zusätzliches Öl für dieses Spiel ins Feuer gießen", sagte Frontzeck und erinnerte an Fürsorgepflicht und Vorbildfunktion. Die sportliche Konstellation sei schwierig genug. Beide Vereine benötigen noch Punkte im Abstiegskampf. Der FC hat vier Punkte Vorsprung vor dem Relegationsrang und ist seit sechs Ligaspielen ohne Dreier, die Borussia (sieben Punkte vor Hannover 96) konnte in den vergangenen vier Partien nicht gewinnen.

Das Rheinderby

Am Dienstag veröffentlichten beide Erstligisten via Pressemitteilung einen Auruf zum Gewaltverzicht. Darin heißt es unter anderem: "Beide Vereine wollen ein Derby mit allem Drum und dran, aber ohne Provokationen oder Gewalt. Das gilt für die Zeit während des Spiels, aber auch für die An- und Abreise beider Fanlager. Der FC und die Borussia sind sich einig in der Überzeugung, dass zu einem Derby eine gesunde Portion sportliche Rivalität gehört. Gerade die langjährige tief verwurzelte Rivalität der rheinischen Nachbarn hat Tradition und darf gelebt werden - dies jedoch ausschließlich mit friedlichen Mitteln!"

Schon auf die Androhung von Gewalt oder beispielsweise das Präsentieren gegnerischer Fanutensilien soll verzichtet werden. Auch Fanmärsche und "konspiratives Anreisen" zum Spiel seien zu unterlassen, ebenso das Mitbringen und Abbrennen von Pyrotechnik.