Bundesliga

Köln schreibt rote Zahlen: "Finanzwirtschaftlicher Sanierungsfall"

15 Millionen Euro Minus - Vorstand wiedergewählt

Köln schreibt rote Zahlen: "Finanzwirtschaftlicher Sanierungsfall"

Machte für die Zukunft Hoffnung: Philipp Türoff.

Machte für die Zukunft Hoffnung: Philipp Türoff. IMAGO/Herbert Bucco

Lediglich 913 von rund 120.000 Mitgliedern hatten den Weg in die Lanxess-Arena gefunden, sie erlebten einen weitgehend harmonischen Abend, allerdings garniert mit tiefroten Zahlen. Die musste der seit Januar als Geschäftsführer Finanzen fungierende Philipp Türoff präsentieren und er machte das gut dank einer guten Mischung aus Warnung, Zuversicht, Realismus und Hoffnung.

Bei einem Umsatz von 148,4 Millionen Euro machte der FC einen Verlust von 15,7 Millionen Euro nach Steuern. Es lasten nunmehr rund 66 Millionen Euro Verbindlichkeiten auf dem Bundesligisten, das Eigenkapital schrumpfte von 16,9 Millionen Euro auf 3,2 Millionen Euro. Dies sei, so Türoff, "eine Bilanz, stark unter dem Einfluss der Pandemie", weil dies bereits das zweite Jahr hintereinander unter diesen Bedingungen war, konnte mit Aussicht auf Besserung nicht gerechnet werden.

Er bezeichnet den FC als "finanzwirtschaftlichen Sanierungsfall" und warnte, dass ein weiteres Jahr mit Bedingungen wie zu Corona-Zeiten nur unter größter Kraftaufwendung zu stemmen sei. Er wies ebenso darauf hin, dass die Kölner Sponsoren-Gelder in Höhe von rund elf Millionen Euro vorgezogen kassierten, damit habe man das "Bild stabilisieren" wollen. Diese Einnahme fehlt allerdings in der nächsten Bilanz - sie wurde bereits ausgegeben.

Türoff machte auch Hoffnung

Doch Türoff machte auch Hoffnung: "Die bemerkenswerte sportliche Entwicklung kann dazu beitragen, den FC schneller auf ein stabiles Fundament zu stellen, wenn wir den eingeschlagenen strategischen Weg konsequent fortsetzen", führte er aus und wies schließlich auf positive Entwicklungen hin: "Wichtig in dieser sehr herausfordernden finanziellen Lage waren uns drei Ziele, die wir erreichen konnten. Die Liquidität des 1. FC Köln war im Jahresverlauf zu jeder Zeit gesichert. Wir haben für die inzwischen laufende Spielzeit die Lizenz ohne Auflagen erhalten und wir schließen das Geschäftsjahr mit einem, wenn auch sehr geringen, aber positiven Eigenkapital ab."

Für die kommenden Jahre ist der Abbau der Verbindlichkeiten das A und O der Politik, dementsprechend wird die Entwicklung des Lizenzspieler-Kaders gesehen. Hohe Durchlässigkeit aus dem Juniorenbereich, erstklassige Ausbildung, keine Ablöse für Neueinkäufe, dafür aber die Marktwerte der Spieler erhöhen, die da sind und diese entsprechend veräußern, wenn es nötig wird.

Dies gelang vor dieser Spielzeit mit Salih Özcan und Anthony Modeste. Rund zehn Millionen Euro nahm der FC für die beiden Neu-Dortmunder ein, dazu sparte man das Spitzengehalt des Torjägers. Weil die Mannschaft Platz sieben erreichte kassierte der Klub einen guten einstelligen Millionenbetrag aus dem TV-Topf, schließlich summieren sich die Gelder aus der Qualifikation für die Conference League, das sind im Idealfall zehn Millionen Euro.

Wünschenswert in diesem Zusammenhang wäre, dass jene in Köln sich zurückhalten, die mit ihrem Verhalten möglicherweise Sanktionen aller Art provozieren. Von der Geldstrafe über das Verbot von Auswärts-Support bis hin zur Platzsperre ist alles drin. Letzteres würde empfindlich schmerzen.

Vorstand wiedergewählt: "Ich bin überwältigt"

Zudem wurde am späten Abend das vom Mitgliederrat vorgeschlagene Vorstandsteam mit Präsident Werner Wolf und den beiden Vizepräsidenten Eckhard Sauren und Carsten Wettich mit einer deutlichen Mehrheit von 91,82 Prozent wiedergewählt. Gegenkandidaten gab es keine. "Ich bin überwältigt. Vielen Dank für ihr Vertrauen! Wir wollen das in den nächsten Jahren zurückzahlen", sagte Wolf.

flu

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