Bundesliga

Köln schaut jetzt auch neidisch nach Mainz - Vier Haaland-Tore zu viel für Hertha

Fünfte Pleite für Schalke - Bayern patzt gegen Bremen

Köln schaut jetzt auch neidisch nach Mainz - Vier Haaland-Tore zu viel für Hertha

Die Matchwinner des Sonntags: Unions Kruse und der Mainzer Marteta.

Die Matchwinner des Sonntags: Unions Kruse und der Mainzer Marteta. Getty Images

Kruse Fehlschütze und Matchwinner - Union verschärft Kölns Krise

Union Berlin reitet weiter die Erfolgswelle: Die "Eisernen" siegten am Sonntagabend dank Kruse beim 1. FC Köln und verschärfen damit auch die Krise beim Geißbock-Klub. Die Köpenicker gingen in einer ausgeglichenen ersten Hälfte durch Awoniyi in Führung, als der Stürmer das nachlässige Zweikampfverhalten der Kölner Wolf und Czichos ausnutzte. Aber die Fischer-Elf wurde deswegen nicht selbstbewusster und kassierte durch Skhiri noch vor der Halbzeit den Ausgleich. Im zweiten Abschnitt blieb das Duell weiterhin ohne große Chancen, beide Teams belauerten sich. Das bessere Ende hatten dann aber doch die Köpenicker: Ingvartsen holte einen Elfmeter raus, Spezialist Kruse trat und scheiterte an Horn - nach 16 verwandelten Strafstößen am Stück der erste Fehlschuss vom Punkt. Allerdings war Kruse trotzdem der Matchwinner, weil er den Nachschuss zum 2:1-Auswärtssieg verwandelte. Köln ist damit genauso wie Schalke weiterhin sieglos in der Liga, die Unioner behaupten mit dem dritten Sieg in Serie Platz fünf.

Matetas Hattrick lässt Mainz erstmals jubeln

Das erste Sonntagsspiel zwischen Freiburg und Mainz dürften auch die arg gebeutelten Schalker missmutig verfolgt haben, denn nach dem 3:1-Auswärtssieg des FSV im Breisgau sind die Königsblauen nun Tabellenletzter. Die Rheinhessen feierten dank Mateta den ersten Saisonsieg - der FSV-stürmer schnürte in der ersten Halbzeit einen Hattrick. Nach dem Seitenwechsel deutete sich zunächst keine Aufholjagd der Breisgauer an - erst als Petersen aus dem Nichts traf, wurde die Partie wieder etwas flotter. Danach mussten die Nullfünfer noch einige ansatzweise brenzligen Situationen überstehen, doch am ersten Dreier für die Elf von Trainer Jan-Moritz Lichte änderte sich nichts mehr. Sein Gegenüber Christan Streich indes kassierte mit dem SC die dritte Niederlage in Folge und wartet seit dem ersten Spieltag auf ein Erfolgserlebnis in der Liga.

Haaland schießt gleich vier Tore - Moukoko debütiert

Am späten Samstagabend kam Borussia Dortmund durch eine klare Leistungssteigerung nach der Pause zu einem verdienten 5:2-Erfolg bei Hertha BSC. Im ersten Abschnitt gingen die Westfalen mit ihren Chancen teils zu fahrlässig um - dazu erzielte Berlins Matheus Cunha einen sehenswerten Treffer (33.). Mit Wut im Bauch kam der BVB aus der Kabine, Haaland drehte das Spiel binnen 15 Minuten mit einem lupenreinen Hattrick (47., 49., 62.). Guerreiro legte im Fallen nach (70.), ehe Matheus Cunha mit einem schmeichelhaften Elfmeter Ergebniskosmetik betrieb (79.). Nur 44 Sekunden später erzielte Haaland auch noch sein viertes Tor (80.), ehe er fünf Minuten vor Schluss den Staffel-Stab an Moukoko übergab. Der frischgebackene 16-Jährige ist nun der jüngste Spieler der Bundesliga-Geschichte.

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Silva lässt Frankfurter Sieg spät liegen

Am frühen Samstagabend haben Frankfurt und Leipzig die Punkte geteilt: Im ersten Durchgang wogte die Partie hin und her, beide Teams ließen vor dem Tor aber die letzte Entschlossenheit vermissen. Bis sich Upamecano in Minute 43 schwer verschätzte: Barkok war Nutznießer und stellte auf 1:0 für die SGE. RB-Coach Nagelsmann wechselte zur Pause dreimal und sollte nach Kostics Pfostentreffer (47.) dafür belohnt werden. Angelino flankte noch ehe die Stunden-Marke erreicht wurde auf Joker Poulsen, der das Leder elegant unter die Latte setzte (57.). In der Folge verteidigte die Eintracht leidenschaftlich und hatte durch Silva die große Chance auf die Entscheidung - Gulacsi gewann jedoch das direkte Duell (78.). Durch das Remis ist RB hinter Leverkusen nur noch Dritter.

Choupo-Moting hebt den Ball drüber: Kurioser Rekord für Bremen

Den Jahres-Endspurt hat der FC Bayern mit ordentlich Sand im Getriebe eingeläutet: Beim 1:1 gegen Bremen am Samstagnachmittag wirkte der Rekordmeister besonders vor der Pause ideenlos und verlor nach 19 Minuten zudem Verteidiger Hernandez. Bremen verteidigte beim Kohfeldt-Jubiläum (100. Bundesligaspiel als Trainer) leidenschaftlich und ging durch Eggestein überraschend in Führung (45.). Mit dem Seitenwechsel zog Bayern die Zügel an und kam durch Comans Kopfball zum Ausgleich (62.). Werder ließ sich tief hinten reinfallen und wäre beinahe erneut in Führung gegangen - Rashica scheiterte an Neuer (83.). Im Gegenzug ließ Choupo-Moting die Entscheidung liegen, was Bremen einen kuriosen Rekord bescherte: Erst einmal hatte ein Team fünfmal in Serie das gleiche Ergebnis aufweisen können (Leverkusen, 1980/81, ebenfalls 1:1).

Frühe VfL-Tore ziehen Schalke den Stecker

Schalke wollte sich nach der Länderspielpause endlich freischwimmen, ging zu Hause aber auch beim 0:2 gegen Wolfsburg baden: Der VfL dominierte vom Start weg das Geschehen und führte dank Weghorst bereits nach drei Minuten. Nach einigen vergebenen Chancen legte Schlager nach (24.). Thiaw blieb die direkte Antwort im Halse stecken (27.). Nach der Pause erhöhte S04 die Schlagzahl, war vor dem gegnerischen Tor aber nicht konsequent genug. Weghorst ließ die Vorentscheidung liegen (63.), Paciencia verpasste den Anschluss (67.). Für Schalke stand am Ende die fünfte Niederlage im achten Ligaspiel (5:24 Tore).

Caligiuri bestraft Gladbach spät

Gladbach verpasste es derweil, nach der spektakulären 3:4-Pleite in Leverkusen in die Erfolgsspur zurückzukehren: Augsburg ließ in Person von Vargas nach nicht mal 20 Sekunden das 1:0 liegen, was Neuhaus sofort bestrafte (5.). Herrmann hätte nachlegen können, schoss aber drüber (20.). Bei Embolos Hochkaräter hatten die Mitspieler den Torschrei schon auf den Lippen, doch sein Schuss landete am rechten Pfosten (60.). Spätestens mit der Ampelkarte für Verteidiger Framberger schienen die Felle für den FCA davonzuschwimmen - doch Caligiuri sorgte in Minute 88 für den glücklichen 1:1-Endstand.

Sechs Tore in Sinsheim: Kempf hat das letzte Wort

Das von Corona geplagte Hoffenheim, das im Vorfeld vergeblich um eine Spielverlegung gebeten hatte, kam gegen den VfB Stuttgart nicht über ein 3:3 hinaus. Die Schwaben begannen stark, gerieten aber durch Baumgartners Schlenzer in Rückstand (16.). Stuttgart ließ sich davon nicht irritieren und drehte die Partie durch die Tore von Gonzalez und Wamangituka (18., 27.). Vor dem 2:1 knickte der enorm formstarke Gonzalez aber um und musste nach einer guten halben Stunde runter. Für den zweiten Abschnitt hatte sich die TSG einiges vorgenommen und kam schnell durch Sessegnon zum Ausgleich (48.). Rückkehrer Kramaric besorgte vom Punkt das 3:2 (71.), das bis in die Nachspielzeit Bestand haben sollte. In dieser hatte VfB-Verteidiger Kempf das letzte Wort (90.+4).

Dragovic macht Hradeckys unglaublichen Patzer vergessen

Bielefeld hoffte gegen Leverkusen auf den zweiten Heimsieg, ging am Ende aber wieder leer aus: Problem der Ostwestfalen war einmal mehr die Offensive, die im gesamten ersten Abschnitt nicht einen Torschuss zustande brachte. Bayer blieb geduldig und ging durch Baileys frechen Schuss ins kurze Eck mit 1:0 in Führung (27.). Beim schnellen Ausgleich nach der Pause war Leverkusens Keeper Hradecky wohl gedanklich noch in der Kabine: Nach Sinkgravens Rückpass hüpfte der Ball dem Finnen über den Standfuß und von dort ins Tor (47.). Dass am Ende trotzdem der vierte Leverkusener Pflichtspielsieg in Serie stand, war Joker Dragovic zu verdanken - sein 2:1 sollte der Werkself reichen (88.).

msc/bst