Amateure

Koch übt scharfe Kritik am neuen bayerischen Rahmenkonzept

Dem BFV-Präsidenten platzt der Kragen

Koch übt scharfe Kritik am neuen bayerischen Rahmenkonzept

Wie ist das mit Amateurfußball und Zuschauern? BFV-Präsident Koch hat in scharfen Worten das neuen bayerische "Rahmenkonzept Sport" kritisiert.

Wie ist das mit Amateurfußball und Zuschauern? BFV-Präsident Koch hat in scharfen Worten das neuen bayerische "Rahmenkonzept Sport" kritisiert. IMAGO / Matthias Koch

Demnach bleibt in Bayern unter anderem die Zuschauerzahl bei Veranstaltungen im Freien und damit bei Fußballspielen einschließlich geimpfter sowie genesener Personen auf maximal 500 beschränkt. Und dies ausschließlich auf fest zugewiesenen Sitzplätzen inklusive einer Kontaktdatenerfassung und der Datenspeicherung für vier Wochen. Stehplätze bleiben weiterhin grundsätzlich ausgeschlossen. Im Gegensatz dazu liegt die Zuschauerobergrenze in Gebäuden bei Einhaltung des Mindestabstands bei 1000 Zuschauern. Eine platzgenaue Kontaktdatenerfassung ist hier nicht vonnöten.

"Allmählich wird es absurd", wird BFV-Präsident Rainer Koch in seiner Kritik deutlich: "Es kann niemandem mehr ernsthaft vermittelt werden, warum bei einem Fußballspiel im Freien keine Besucher einzeln um weiträumige Plätze stehen dürfen, dagegen aber bei wissenschaftlich belegtem ungleich höheren Infektionsrisiko in Gebäuden bis zu 1000 Zuschauer zugelassen werden. Ich gönne den Kulturschaffenden und allen Veranstaltern jeden einzelnen zugelassenen Besucher. Aber dass die Interessen von Millionen Amateursportlern, fußballbegeisterten Kindern und Jugendlichen, unseren über 4500 Fußballvereinen in Bayern mit ihren zehntausenden Ehrenamtlichen und Millionen Fußballinteressierten aus deren Umfeld weiterhin völlig sinnfrei ignoriert werden, ist nicht mehr hinnehmbar."

Er könne jeden Vereinsverantwortlichen verstehen, so Koch, der angesichts dieser Realitätsferne der Entscheider nur noch den Kopf schüttele: "Seit Beginn der Pandemie reichen Verband und Vereine der Politik immer wieder aufs Neue die Hand und bieten ihre volle Unterstützung und auch Expertise für einen sensiblen Umgang mit der Pandemie an. Ebenso die gemeinsame Ausarbeitung und Umsetzung von praktikablen und verantwortungsvollen Lösungen. Wenn dann dieses Angebot schon nicht angenommen wird, muss zumindest mehr als ein vollkommen widersprüchliches Konzept, wie es jetzt auf dem Tisch liegt, herauskommen", so Koch weiter. Alle anerkannten Medizinier, Forscher und Virologen seien sich einig, dass Sport unter freiem Himmel nicht im Ansatz ein erhöhtes Infektionsrisiko darstellten.

"Ein Schlag ins Gesicht"

"Das neue Rahmenkonzept Sport ist ein Schlag ins Gesicht für alle Fußballvereine in Bayern", so auch BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher: "Man kann nicht permanent Solidarität einfordern und gleichzeitig den Vereinen jeden Handlungsspielraum verwehren, um aus dieser auch wirtschaftlich schweren Lage herauszukommen." Jeder, der einen Bezug zum Amateursport habe, wisse: "In jeder Fußgängerzone ist mehr los, als etwa bei einem regulären Fußballspiel in der Kreisklasse. Dennoch sind genau diese einzelnen Besucher für viele Vereine überlebenswichtig", erklärt Faltenbacher.

Bereits Mitte Mai hatte der Bayerische Fußball-Verband in einem Offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder eine Lösung in der Zuschauerfrage bei Fußballspielen unter freiem Himmel eingefordert: Dabei vertritt der BFV die klare Auffassung, dass "es eine Bagatellgrenze an Publikum braucht, bei der dies auch ohne besonderes Konzept, evtl. mit Masken, möglich sein" müsse. Bis heute habe man auf den Brief noch keine Antwort erhalten.

PM/jam