2. Bundesliga

Kocak: "Die Jungs haben ein brutales Jahr hinter sich"

96-Trainer erhält nur Vertrauen auf Zeit

Kocak: "Die Jungs haben ein brutales Jahr hinter sich"

Geht es für Hannovers Trainer Kenan Kocak im Saisonendspurt um seinen Job?

Geht es für Hannovers Trainer Kenan Kocak im Saisonendspurt um seinen Job? imago images

Auch Kenan Kocak war überrascht. "Alles andere wäre gelogen", sagte der Trainer von Hannover 96 auf der Pressekonferenz des Klubs, als er zu dem Sieg seines Ex-Klubs SV Sandhausen gegen den HSV befragt wurde. "Ich hatte beim Zuschauen nicht das Gefühl, dass Sandhausen zwei Wochen in Quarantäne war, sondern zwei Wochen im Trainingslager." Kocak weiß also, was ihn und seine Mannschaft am Sonntag (13.30 Uhr) im Rhein-Neckar-Kreis erwartet. Auch wenn die Saison für 96 sportlich eigentlich abgehakt ist, will Kocak in den restlichen Saisonspielen den "maximalen Erfolg". Der Coach erwartet von seinen Spielern "vollen Einsatz. Ich werde keinen Schlendrian dulden".

Vertrag bis 2023

Für den Trainer ergibt sich in den restlichen fünf Partien vielleicht noch die Möglichkeit, seinen Job bei den Niedersachsen zu retten. Nach acht sieglosen Spielen wackelt sein Stuhl gewaltig. Auch der 3:1-Erfolg gegen Jahn Regensburg am Mittwoch dürfte daran nicht viel geändert haben. Martin Kind sprach dem Trainer sowie Manager Gerhard Zuber am Donnerstag auch nur zeitlich begrenzt das Vertrauen aus. Auf der 96-Homepage ließ der Klubchef nach einem Gespräch mit Zuber und Kocak mitteilen: "In den restlichen fünf Spielen geht es weiter mit der Sportlichen Leitung - Sportdirektor Gerhard Zuber und Trainer Kenan Kocak - und dem Ziel, kontinuierlich zu punkten und die Saison mit guten Leistungen versöhnlich abzuschließen." Kocak und Zuber haben jeweils einen Vertrag bis 2023.

Es liegt nicht in meiner Macht. Der Verein muss die Entscheidung treffen, wie es weitergeht.

Kenan Kocak über seine Zukunft in Hannover

Kocak möchte die Diskussionen um seine Person am liebsten "komplett ausblenden, obwohl die Spieler das natürlich auch lesen". Mit Dingen, die er nicht beeinflussen könne, beschäftige er sich ohnehin nicht, erklärte der Coach. "Es liegt nicht in meiner Macht. Der Verein muss die Entscheidung treffen, wie es weitergeht", sagte der 40-Jährige am Freitag und betonte, dass es in dem Gespräch am Donnerstag in Martin Kinds Firmenzentrale nicht "um meine Personalie" gegangen sei.

Die Mannschaft nahm der Trainer noch mal ausdrücklich in Schutz: "Die Jungs haben ein brutales Jahr mit brutalen Nebengeräuschen hinter sich." Es sei aber nicht der richtige Zeitpunkt, um öffentlich über Details zu sprechen. Er versuche "aus dieser negativen Phase das Positive zu ziehen für mich und meinen weiteren Werdegang".

Gunnar Meggers