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TuS Koblenz: Viel Ärger nach der Waldalgesheim-Niederlage

Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord - Nachholspiel

Koblenz unterliegt Waldalgesheim: Ärger über Schiedsrichter und verpasste Chancen

Viel Tempo, wenig Ertrag: Clinton Asare (hier ein Archivfoto) leitete bei der TuS Koblenz viele Angriffe ein.

Viel Tempo, wenig Ertrag: Clinton Asare (hier ein Archivfoto) leitete bei der TuS Koblenz viele Angriffe ein. imago images/Tobias Jenatschek

Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord

Der Koblenzer Motor, er lief in dieser Saison schon mal auf höheren Drehzahlen. Am Mittwoch sollte gegen Alemannia Waldalgesheim der Sprung in die Aufstiegsrunden-Plätze gelingen, doch das 1:2 bedeutete, dass aus den vergangenen vier Spielen nur ein Sieg heraussprang. Statt des möglichen Sprungs auf Platz vier, rangiert der ehemalige Zweitligist auf dem siebten Rang, das hieße nach derzeitigem Stand Abstiegsrunde.

Die TuS kam schwer ins Spiel und verteidigte in der 23. Minute nicht konsequent genug. Eine weite Waldalgesheimer Freistoßflanke wurde am Strafraum per Kopf in den Lauf von Gräff verlängert und der setzte sich robust gegen mehrere Koblenzer durch und brachte den Tabellendritten damit in Führung.

Mit fortschreitender Spieldauer rückte immer mehr Schiedsrichter Dennemärker in den Fokus. Nachdem er in der 39. Minute den Koblenzern einen aus ihrer Sicht klaren Eckball verwehrte, bekamen Richter und Trainer Dzaka, der sich an der Außenlinie heftig aufregte, wegen Reklamierens beide die Gelbe Karte. Spätestens jetzt wohnte vielen Aktionen eine emotionale Note bei. Vier Minuten später wurde die Kartenfarbe dunkler: Ein Waldalgesheimer Spieler blieb nach einem Zweikampf an der Seitenlinie liegen, Koblenz fuhr aber seinen Angriff weiter, bis Alemannias Bilotta an die Kugel kam, sie demonstrativ hart ins Aus drosch und dabei Sentürk am Kopf traf. Dafür gab es Gelb-Rot, genauso wie für Richter, der in der anschließenden Rudelbildung nach Ansicht des Schiedsrichters etwas zu aggressiv aufgetreten war. TV-Bilder zeigen einen Schubser eher harmloserer Natur.

Erst Fuß, dann Entsetzen

Ein fußballerisches Highlight bot die 57. Minute: Die TuS setzte sich in der gegnerischen Hälfte fest, Waldalgesheim verwaltete. Nach schneller Ballstafette zog Fuß in den Strafraum und traf mit links ins kurze obere Eck zum Ausgleich. Die Szene, die zum Auswärtssieg führte, erhitzte in der 87. Minute abermals die Gemüter: Erst ging Reißmann nach einem Dribbling im Koblenzer Strafraum zu Boden, die Pfeife des Schiedsrichters blieb noch stumm, doch in der Folgeszene fiel Siegert, hier sah der Unparteiische ein Foul und gab zum Entsetzen der Koblenzer Elfmeter. Wenn, dann gab es allenfalls einen leichten Kontakt, aus dem Lager der TuS erschallte der Vorwurf "Schwalbe". Der frisch eingewechselte Teodonno konzentrierte sich lieber auf die Ausführung und verwandelte den Strafstoß sicher zum 2:1-Endstand, der Waldalgesheim auf Platz zwei hievt.

Für die Hausherren war es hingegen eine vermeidbare Niederlage, die vor allem im zweiten Abschnitt wesentlich mehr Spielanteile hatten, den Ball aber mit Ausnahme von Fuß einfach nicht hinter die Linie brachten. So auch in der Nachspielzeit, als ein Alemannia-Verteidiger den Ball für den schon geschlagenen Torhüter Patria auf der Linie klären konnte.

Koblenz-Trainer Dzaka kritisierte hinterher den Schiedsrichter: "Es ist enttäuschend, dass man mit den zwei Roten Karten so ein Spiel kaputt macht", gab aber auch zu, dass sich seine Mannschaft beim entscheidenden Elfmeter etwas naiv angestellt habe.

stw

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