Bundesliga

Klopp: "Das ist eine klare Jetzt-erst-recht-Situation"

Dortmund: Götze-Wechsel überschattet Real-Highlight

Klopp: "Das ist eine klare Jetzt-erst-recht-Situation"

"Lasst uns morgen einen BVB-Abend daraus machen": BVB-Trainer Jürgen Klopp.

"Lasst uns morgen einen BVB-Abend daraus machen": BVB-Trainer Jürgen Klopp. picture alliance

Den Dortmunder Anhängern verhagelt der Götze-Transfer die Vorfreude auf Real Madrid, Jürgen Klopp verhagelte er den Jubel über das Malaga-Rückspiel (3:2). "Ich hatte genau einen Tag Zeit, mich über das Malaga-Spiel zu freuen", am Donnerstag habe er dann von Götzes Abschied im Sommer erfahren, verriet der BVB-Coach am Dienstag auf der Pressekonferenz.

"Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie hilft beim Heilen auf jeden Fall", weiß Klopp deswegen zu berichten, zumal ihm klar ist: "Ohne die festgeschrieben Ablösesumme hätte Mario seinen Vertrag damals nicht verlängert." Für 38 Millionen Euro konnte der FC Bayern Götze aus seinem bis 2016 laufenden Kontrakt herauskaufen .

Bundesliga - Topspieler (Mittelfeld) 2012/13
Bayern München Ribery Franck
2,18
Borussia Dortmund Götze Mario
2,46
Bayern München Kroos Toni
2,78
Trainersteckbrief Klopp
Klopp

Klopp Jürgen

Spielersteckbrief M. Götze
M. Götze

Götze Mario

Viele BVB-Fans machen im Internet ihrer Wut über Götzes Abgang nach München mit deftigen Worten Luft, entsprechend intensiv nutzte Klopp am Tag vor dem Real-Highlight die Presserunde, um für Geschlossenheit im schwarz-gelben Lager zu werben. Als die PK eigentlich schon beendet war, ergriff Klopp noch einmal das Wort und sprach: "Lasst uns morgen einen ganz speziellen Abend, einen ganz besonderen Abend, einen BVB-Abend daraus machen. Alles, was euch an negativen Gedanken belastet, lasst zu Hause!"

Wir sind alle dazu aufgerufen zu zeigen, dass Borussia Dortmund über allem steht.

Jürgen Klopp

Die Angst geht um in Dortmund: dass die Anti-Stimmung aus dem Netz am Mittwoch ins Stadion transportiert werden, dass der BVB plötzlich das halbe Stadion gegen sich haben könnte. Klopps Botschaft lautete sinngemäß: Lasst uns nicht hängen! Alle seien dazu aufgerufen zu zeigen, "dass Borussia Dortmund über allem steht". Wenn das ein Zuschauer nicht könne, "wär's cool, wenn er seine Karte weitergeben kann". Denn die Mannschaft habe es "absolut verdient, unterstützt zu werden - um überhaupt eine Chance zu haben gegen eine Mannschaft wie Real Madrid".

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Götze wollte zu Guardiola

Um den bedrohlichen "Shitstorm", der sich unter den Fans zusammengebraut hat, zu entschärfen, ließ sich Klopp sogar Götzes Beweggründe entlocken - in der Hoffnung, die Fans würden sie zumindest respektieren. "Er ist der Wunschspieler von Pep Guardiola. Er möchte sich die Chance, mit diesem außergewöhnlichen Trainer zusammenzuarbeiten, nicht entgehen lassen", sagte Klopp. "Mario Götze hat sich nicht im Geringsten gegen seine Mitspieler, nicht im Geringsten gegen den Verein entschieden, dem er viel zu verdanken hat, das weiß er. Dem er aber auch, und das weiß ich, viel zurückgegeben hat."

Außerdem erinnerte Klopp ans Vorjahr: Damals hatte Dortmund, ebenfalls für eine festgeschriebene Ablösesumme, Marco Reus aus Gladbach verpflichtet. "Da sind sie in Gladbach auch nicht in Freudentänze ausgebrochen." Man könne aus allem Kraft ziehen, hofft Klopp, und gegen Real vielleicht sogar stärker sein, "als es ohne die Meldung gewesen wäre".

Jeder kann sich vorstellen, warum das geschehen ist.

Jürgen Klopp über den Zeitpunkt der Veröffentlichung
Mario Götze im BVB-Training am Dienstagnachmittag

Gelöster Blick: Mario Götze (2.v.r.) während der BVB-Trainingseinheit am Dienstagnachmittag. Getty Images

Doch natürlich konnte auch der Trainer nicht verbergen, dass die Nachricht von Götzes Abschied kaum zu einem schlechteren Zeitpunkt hätte lanciert werden können. "Auf einer Skala von eins bis zehn ist das eine neun. Es hätte noch einen ungünstigeren Zeitpunkt gegeben: vier Stunden vor dem Spiel."

Dass die Bayern, wie in deren Pressemitteilung erklärt, "aus Rücksichtnahme" aufs BVB-Halbfinalhinspiel den Wechsel eigentlich erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben wollten, glaube er sogar, so Klopp: "Soweit geht die Rivalität dann nicht, dass sie Interesse daran haben, uns so ein Ei ins Nest zu legen. Mario Götze hat kein Interesse daran, seine Berater haben kein Interesse daran, da bleiben ja nicht mehr viele." Und: "Jeder kann sich vorstellen, warum das geschehen ist."

Sein Versprechen: "Wir werden alles dafür tun, dass, wer auch immer wollte, dass wir gestört werden in der Vorbereitung auf dieses Spiel, keinen Erfolg haben wird. Das ist eine ganz klare 'Jetzt-erst-recht-Situation'."