Int. Fußball

Klopp stutzig: "Wenn sie gerade fünf Tore in einer Hälfte gemacht haben?"

Noch nie gewann Liverpool unter ihm im Old Trafford

Klopp stutzig: "Wenn sie gerade fünf Tore in einer Hälfte gemacht haben?"

Er glaubt fest an seinen ersten Sieg im Old Trafford als Liverpool-Trainer: Jürgen Klopp.

Er glaubt fest an seinen ersten Sieg im Old Trafford als Liverpool-Trainer: Jürgen Klopp. imago images

Wenn Liverpool am Sonntagnachmittag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Manchester United gastiert, könnten die Vorzeichen wahrlich bessere sein. Die Reds liegen aktuell 13 Punkte hinter dem Erzrivalen und musste gerade die 6:2-Gala von United in der Europa League mit ansehen. Auch diese Statistik spricht Bände: In Klopps Ära hat Liverpool kein einziges Mal im Old Trafford gewonnen. Von sechs Versuchen gingen vier komplett daneben, zweimal sprang zumindest ein Remis heraus.

Sein grundpositives Mindset verliert Klopp deswegen aber nicht. "Es wird ein Spiel, in dem beide Mannschaften gewinnen wollen. Das ist eine gute Voraussetzung für ein Fußballspiel", befand der 53-Jährige auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag. "Mal schauen, was wir daraus machen können."

Vorteil LFC? "Ich fürchte, sie werden fit und bereit sein"

Krafttechnisch müsste Liverpool theoretisch im Vorteil sein, schließlich ist Uniteds Donnerstag-Sonntag-Rhythmus laut Klopp "eine harte Nummer". "Aber ich fürchte, sie werden fit und bereit sein", erklärte der LFC-Coach mit einem Lächeln. 75 Prozent der Stammelf spiele ohnehin fast alle Spiele, auch der am Donnerstag alles überragende Bruno Fernandes verpasse kaum einmal eine Minute.

"Für uns ist alles klar: Wir müssen gewinnen", gab Klopp die Marschroute aus. Dass man Manchester City vorzeitig zum englischen Meister krönen könnte, lässt Liverpools Coach kalt. "Was das Spiel für andere Vereine für eine Bedeutung hat, keine Ahnung." City sei ja eigentlich schon längst neuer Champion.

Bei der Frage, ob das Spiel im Theatre of Dreams nach dem späten Nackenschlag gegen Newcastle United (1:1) gerade richtig komme, wurde Klopp stutzig. "Ist das der beste Ort, um nach einem späten Gegentor gegen Newcastle aufzulaufen? Ich weiß es nicht." Er fügte an: "Ist das der beste Ort, um dort aufzulaufen, wenn sie gerade fünf Tore in einer Halbzeit gemacht haben? Ich weiß es nicht."

Nach Ansatzpunkten für Verbesserungen im eigenen Spiel brauchen sie in Liverpool dieser Tage nicht lange zu suchen. 36 Chancen habe sich der noch amtierende englische Meister in den letzten drei Spielen herausgearbeitet, rechnete Klopp vor. Zwei Tore sprangen dabei heraus. "Das ist offensichtlich zu wenig. Daraus kannst du ablesen, dass wir zu wenig treffen, aber auch eine beachtliche Zahl an Chancen herausspielen."

"Keiner kam zu mir und hat gesagt: 'Schnall dich an und mach dich bereit'"

Die Analyse sei dennoch konstruktiv und sachlich ausgefallen. "Wir haben keinen angeschrien nach dem Motto: 'Wie kannst du den nicht machen?'", so Klopp. Es sei mehr darum gegangen, "Optionen aufzuzeigen".

Dass Bilder von Virgil van Dijk auf dem Rasen bei den Journalisten fast ein wenig Euphorie entfachten, konnte Klopp nicht nachvollziehen. "Ich kenne nicht genügend englische Wörter, um mich noch öfter zu wiederholen. Ja, er rennt - Hendo (Kapitän Henderson, Anm. d. Red.) rennt, Joe (Gomez) rennt, Joel (Matip) rennt. Das ist schön, aber wenn sie das nicht tun würden, wäre das ein sehr schlechtes Zeichen", stellte Klopp klar: "Keiner kam zu mir und hat gesagt: 'Schnall dich an und mach dich bereit, die Jungs sind nächste Woche zurück im Mannschaftstraining.' Es hat sich nichts verändert."

Auch mit dem vorhandenen Personal ist Klopp extrem "positiv" gestimmt, dass sein erster Sieg im Old Trafford gelingen kann. Und auch wenn am Ende der Saison keine Teilnahme an der Champions League herausspringt: An seinem Kader für die nächste Saison werde sich deswegen wenig ändern, glaubt Klopp.

msc

Hohe Ablösesummen für Trainer: Wen Nagelsmann alles toppt