England

Klopp nennt Salah "pure Weltklasse" - Guardiolas Ausraster

Guardiola erklärt seinen Ausraster

Klopp nennt Salah "pure Weltklasse" - Spuckattacke gegen ManCity-Bank?

Umarmung nach rasantem 2:2: Jürgen Klopp und Pep Guardiola.

Umarmung nach rasantem 2:2: Jürgen Klopp und Pep Guardiola. imago images/Offside Sports Photography

Nach Schlusspfiff trafen sich Pep Guardiola und James Milner im Spielertunnel, doch da hatte sich Manchester Citys Trainer zum Glück schon etwas beruhigt. "Er hat mir ein paar Golf-Tipps gegeben", berichtete er vom Plausch mit Liverpools Rechtsverteidiger, "er ist da viel besser als ich." Und, ach ja: "Über die Gelbe Karte" habe man auch ein bisschen geredet.

Ungefähr eine halbe Stunde vorher hatte dieses Thema Guardiola noch ganz anders bewegt. Fast eine Minute lang gestikulierte und schrie der Katalane auf das Schiedsrichtergespann an, tigerte zu seinem Platz, kam wieder zurück, zog schließlich seine Jacke aus und sah irgendwann noch Gelb. Und das alles nur, weil Referee Paul Tierney Milner nach einem Foul an Bernardo Silva nicht die verdiente Gelb-Rote Karte gezeigt hatte, als ManCity gerade das 1:1 in Liverpool gelungen war.

"Er muss mir Gelb zeigen, aber vorher muss er James die zweite zeigen", erklärte Guardiola seinen astreinen Ausraster. Das sei natürlich "nie leicht in Anfield oder im Old Trafford", den Druck verstehe er schon. Tierney aber "wisse ganz genau, dass es eine zweite Gelbe Karte war".

Klopp in der Halbzeitpause: "Das Warmmachen ist jetzt vorbei"

Jürgen Klopp wollte sich da verbal lieber nicht einmischen ("Pep war ein bisschen aufgebracht"), er sah den Schlüssel für das leistungsgerechte 2:2 ohnehin in einem anderen Moment, einem, in dem der Ball gar nicht rollte: der Halbzeitpause. Über die sei er "echt glücklich" gewesen, gab Liverpools Trainer bei "Sky" zu. Obwohl es da noch 0:0 stand, hatte er einiges aufzuarbeiten.

"Die erste Halbzeit war eine der beschissensten, die ich bisher gesehen habe", so Klopp. "Das waren nicht mal 20 Prozent von uns. Wir waren defensiv zu passiv und offensiv nicht mutig genug." Und auch "die Körpersprache war echt scheiße. Ich habe zur Halbzeit gesagt, wir haben zwei Möglichkeiten: Wir geben auf - das sieht ein bisschen so aus - oder wir fangen jetzt noch mal richtig an, das Warmmachen ist jetzt vorbei. Das haben die Jungs dann gemacht."

Präsent in den Halbräumen, gutes Nachrücken, mehr Ballbesitzphasen: Plötzlich spielten seine Reds so, wie sie Klopp eigentlich von Anfang an erwartet hatte. Hatten sie vor der Pause nur einen Schuss abgegeben, und den nicht mal aufs Gehäuse, zauberten sie jetzt teilweise.

Klopp über Salah-Tor: "Wenn das Messi schießt ..."

Das erste Tor bereitete Mohamed Salah perfekt für Sadio Mané vor. "Und das zweite ..." - Klopp zögerte im Interview kurz: "Wenn das Lionel Messi schießt, sagt die ganze Welt, das ist, weil es der beste Spieler der Welt ist. Aber Mo Salah hat dieses Tor nicht zum ersten Mal geschossen." Wie 2018 gegen Tottenham hatte sich Liverpools Torjäger vor seinem präzisen Abschluss ins lange Eck unaufhaltsam durch ManCitys halbe Hintermannschaft geschlängelt, die vor dem Spiel erst ein Tor zugelassen hatte. "Das ist pure Weltklasse und nichts anderes." Die erste Hälfte mit eingerechnet, war Klopp aber "ganz froh über den Punkt".

Zwar nicht mehr als Tabellenführer, dafür weiterhin ungeschlagen geht Liverpool in eine einmal mehr heikle Länderspielpause. Ein unschönes Thema könnte den Klub in dieser Zeit noch beschäftigen: Noch am Sonntag beschwerte sich ManCity englischen Medienberichten zufolge offiziell bei Liverpool, weil ein Fan während des Spiels auf die Gäste-Bank gespuckt haben soll. "Ich bin mir sicher, dass Liverpool Maßnahmen gegen diese Person ergreifen wird", so Guardiola. "Ich weiß, dass sie größer sind als dieses Verhalten." Die Reds haben eine Untersuchung eingeleitet.

jpe